
Das Kalenderblatt zum 15. Oktober
„Im Feuer des Wandels“
„In the Fire of Transformation“
„En el Fuego de la Transformación“
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 20 cm
Was bleibt, wenn das Feuer verstummt?
Diese Malerei erzählt keine Geschichte. Sie bewahrt die Spuren eines Geschehens.
Rot, Orange, Gelb und dunkles Violett durchdringen einander. Linien durchkreuzen die Farbflächen, brechen ab, tauchen wieder auf. Schicht um Schicht entsteht eine Oberfläche, die weniger an eine dargestellte Landschaft erinnert als an deren inneres Gedächtnis.
Nichts scheint hier endgültig zur Ruhe gekommen zu sein.
Die Farbe glüht, doch sie wärmt nicht unbedingt. Sie kann ebenso von Zerstörung erzählen wie von schöpferischer Kraft. Die dunklen Zeichen wirken wie Verletzungen, wie Risse in einer Wirklichkeit, deren ursprüngliche Ordnung längst verloren gegangen ist.
Und dennoch behauptet sich etwas.
Zwischen Verdichtung und Auflösung, zwischen Widerstand und Hingabe entsteht eine eigentümliche Lebendigkeit. Nicht als harmonische Versöhnung der Gegensätze, sondern als deren fortwährende Begegnung.
Vielleicht liegt gerade darin das Wesen dieses Bildes: Es zeigt keinen abgeschlossenen Wandel, sondern einen Zustand des Dazwischen. Etwas ist vergangen, ohne vollständig verschwunden zu sein. Etwas Neues kündigt sich an, ohne bereits Gestalt angenommen zu haben.
Die Malerei wird zum Schauplatz eines Geschehens, das sich nicht auf eine einzige Bedeutung reduzieren lässt.
Was hier brennt, muss nicht vernichtet werden. Was hier zerbricht, muss nicht verloren sein. Und was aus der Tiefe hervortritt, muss noch keinen Namen tragen.
Das Bild verlangt keine Antwort.
Es lässt uns vor einer Oberfläche stehen, in der wir vielleicht weniger die Welt erkennen als unsere eigene Erfahrung von ihr.
Denn nicht jedes Feuer will verwandeln. Manches will einfach sichtbar machen, was längst unter der Oberfläche glüht.