Kalenderblatt
13. März

Regenwurm Willi besucht die Selleriewurzel Agathe

Kalenderblatt vom 13. März
“Regenwurm Willi besucht die Selleriewurzel Agathe”
“Willi the earthworm visits Agathe the celery root”
“Willi la lombriz visita al apio Agathe”

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Dieses Werk trägt einen Titel, der auf den ersten Blick verspielt wirkt, „Regenwurm Willi besucht die Selleriewurzel Agathe“. Doch hinter dieser humorvollen Einladung verbirgt sich eine Bildwelt, die tiefer in die verborgenen Schichten des Lebens blickt als es der Titel zunächst vermuten lässt.

Die Oberfläche des Bildes ist geprägt von einer dichten, reliefartigen Struktur aus Acrylpaste und Quarzsand. Diese Materialität erzeugt eine fast geologische Anmutung: Das Bild wirkt weniger gemalt als vielmehr freigelegt, als hätte man einen Ausschnitt aus der Erde selbst ans Licht gehoben. Die unzähligen Linien, Rillen und organischen Formen erinnern an Wurzelgeflechte, an Bodenschichten, an das geheimnisvolle Netzwerk unter unseren Füßen, jenen unsichtbaren Kosmos, in dem Wachstum vorbereitet wird.

Aus diesem komplexen Gefüge heraus zieht sich eine markante diagonale Spur durch das Bild: ein leuchtendes Gelb, das sich wie ein lebendiger Impuls durch das kühle Blau der Umgebung schiebt. Diese Linie ist Bewegung, Begegnung und Energie zugleich. Sie kann als der Weg des Regenwurms gelesen werden, jener stillen, unermüdlichen Kreatur, die die Erde lockert, sie durchlüftet und damit die Voraussetzung für neues Leben schafft.

Das Blau, in vielen Nuancen und Verdichtungen aufgetragen, vermittelt eine fast archaische Ruhe. Es erinnert an die Tiefe von Erde und Wasser zugleich und erzeugt eine Atmosphäre von Zeitlosigkeit und stiller Konzentration. In diesem ruhenden Feld wird der gelbe Einschnitt zu einem Ereignis: ein Moment des Kontakts, eine kleine Expedition im großen Reich des Verborgenen.

Die Begegnung von „Willi“ und „Agathe“ lässt sich so als poetische Metapher lesen: Das Bild erzählt von Beziehung im Unsichtbaren. Von jenen leisen Interaktionen, die im Dunkel des Bodens stattfinden und dennoch die Grundlage allen Wachstums bilden. Der Regenwurm steht dabei für Bewegung, Transformation und Durchdringung der Materie, während die Selleriewurzel als Symbol für Verwurzelung, Nahrung und Stabilität erscheint.

Gerade die Kombination aus spielerischem Titel und ernsthafter, fast archäologischer Bildstruktur erzeugt eine faszinierende Spannung. Das Werk lädt dazu ein, mit kindlicher Neugier zu schauen und zugleich mit kontemplativer Tiefe zu erkennen, dass selbst im scheinbar unscheinbaren Mikrokosmos der Erde große Geschichten verborgen liegen.

So wird aus einer kleinen Szene unter der Oberfläche eine universelle Erzählung: Vom Dialog zwischen Bewegung und Verwurzelung, zwischen Suche und Ankommen, zwischen dem Reisenden und dem Ort, der ihn empfängt. Das Bild macht sichtbar, was normalerweise verborgen bleibt und erinnert uns daran, dass die lebendigsten Prozesse oft dort stattfinden, wo wir sie kaum vermuten.

——————
Du kannst dieses Original kaufen:
Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
——————
Teile diesen Beitrag