
Kalenderblatt vom 13. August
„Begegnung an einem wundersamen Sommertag“
„Encounter on a wondrous summer day“
„Encuentro en un día estival extraño“
Aquarell auf Bambuspapier ca. 15 x 21 cm
Es gibt Augenblicke, die sich jeder Erklärung entziehen.
Ein Sommertag. Warme Erde unter den Füßen. Licht, das über die Landschaft streift. Und plötzlich entsteht der Eindruck, als öffne sich mitten im Gewöhnlichen ein unsichtbarer Raum.
„Begegnung an einem wundersamen Sommertag“ erzählt von einem solchen Moment.
Im Zentrum schwebt ein zartes Grün, wie der erste Impuls neuen Lebens. Goldene Bögen spannen sich darüber wie Licht, das Himmel und Erde verbindet. Darunter fließen dunkle und leuchtende Farbbänder ineinander. Sie wirken wie zwei Kräfte, die sich nicht bekämpfen, sondern begegnen: Licht und Schatten, Bewusstes und Unbewusstes, Aufbruch und Erinnerung.
Die freie Aquarellmalerei lässt den Formen ihre Offenheit. Nichts ist festgelegt. Was zunächst abstrakt erscheint, verwandelt sich beim längeren Betrachten in eine innere Landschaft, die jeder Betrachter auf seine eigene Weise betreten kann.
Gerade diese Offenheit macht das Werk zu einem stillen Begleiter. Es erzählt keine fertige Geschichte. Es lädt dazu ein, die eigene darin zu entdecken.
Vielleicht erinnert das Bild an einen längst vergangenen Sommertag. Vielleicht an eine Begegnung mit einem Menschen. Vielleicht an einen Augenblick, in dem für einen kurzen Moment alles selbstverständlich schien.
Manche Bilder betrachtet man.
Manchen Bildern begegnet man.
Und manchmal genügt genau eine solche Begegnung, um sich selbst ein wenig näherzukommen.