Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
24. Mai

Die Welt im Wirbel der astralen Kraftradiationen

Das Kalenderblatt zum 24. Mai
“Die Welt im Wirbel der astralen Kraftradiationen”
„The World in the Whirl of Astral Force Radiations“
„El mundo en el torbellino de las radiaciones de fuerza astral“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Die Welt im Wirbel der astralen Kraftradiationen“ ist ein Werk, das  durchlebt werden will. In dieser kraftvollen Komposition aus Acryl und Acrylpaste entfaltet sich ein visuelles Spannungsfeld zwischen Ordnung, Bewegung und kosmischer Unruhe. Das dominante leuchtende Gelb durchzieht das Bild wie eine energetische Sphäre, es erinnert an Licht, Sonnenkraft, Bewusstsein und jene urtümliche Quelle, aus der Leben, Wärme und geistige Klarheit entspringen. Doch dieses Gelb ist nicht still. Es pulsiert. Es trägt eine vibrierende Unruhe in sich, als würde sich die Welt selbst im Zustand permanenter Transformation befinden.

Im Zentrum ruht eine dunkle, kreisförmige Form, fast planetarisch, fast wie ein verdichteter Kern des Seins. Dieser Kreis wirkt wie ein astraler Brennpunkt, ein Symbol für Verdichtung, Schwerkraft, Erinnerung und universale Zusammenhänge. Seine vielschichtige Struktur aus tiefen Blau-, Rot- und Violetttönen vermittelt das Gefühl einer inneren Spannung, als würde hier Materie auf Geist treffen, Chaos auf Bewusstsein, Endlichkeit auf Unendlichkeit. Der Kreis ist nicht nur Mittelpunkt, er ist ein kosmisches Auge, das in die Tiefe des Unsichtbaren blickt.

Oberhalb dieses Zentrums scheinen sich rotbraune, organisch anmutende Linien und Fragmente in den Raum hineinzuwinden. Sie erinnern an astrale Strömungen, Flügel, urzeitliche Energien oder archaische Zeichen, die sich wie Spuren einer übergeordneten Kraft durch das Licht bewegen. Diese Formen verleihen dem Werk eine fast mythische Dimension. Es entsteht der Eindruck, als würde sich etwas Unsichtbares über der Welt ausbreiten, nicht zerstörerisch, sondern schöpferisch, fordernd und transformierend.

Im unteren Bereich brechen Blau- und Grautöne in fragmentierten Bewegungen durch das helle Feld. Diese gestischen Spuren wirken wie Landschaften, Wellen, Gedankenreste oder energetische Sedimente. Sie geben dem Bild Erdung, als würde sich der kosmische Wirbel nicht nur im Himmel, sondern auch tief im menschlichen Inneren und auf der materiellen Ebene fortsetzen. Hier begegnen sich das Himmlische und das Irdische, das Geistige und das Körperliche.

Die grobe Struktur der Acrylpaste verstärkt diesen Eindruck auf eindrucksvolle Weise. Sie macht das Werk fast greifbar und verleiht ihm eine tektonische Präsenz, als hätte sich Energie selbst in Schichten abgelagert. Dadurch entsteht eine faszinierende Tiefenwirkung: Das Bild lebt nicht nur durch Farbe, sondern durch Materialität, Widerstand und Relief.

„Die Welt im Wirbel der astralen Kraftradiationen“ ist damit weit mehr als eine abstrakte Komposition. Es ist eine poetische Vision über die Kräfte, die jenseits des Sichtbaren wirken. Es erzählt von innerer Bewegung, kosmischer Resonanz und dem ewigen Tanz zwischen Licht und Verdichtung. Dieses Werk lädt den Betrachter dazu ein, nicht nach festen Formen zu suchen, sondern sich auf das Unsichtbare einzulassen, auf jene feinen Schwingungen zwischen Chaos und Harmonie, aus denen vielleicht jede Welt geboren wird. Ein Bild wie ein energetisches Echo des Universums, wild, leuchtend und voller geistiger Gravitation.

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Kalenderblatt
24. Mai

Marrakesch: Geist, Seele, Leidenschaft

Das Kalenderblatt zum 24. Mai
„Marrakesch: Geist, Seele, Leidenschaft“
„Marrakesh: Spirit, Soul, Passion“
„Marrakech: Espirítu, Alma, Pasión“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Unter einem Himmel aus glühendem Safran, flüssigem Gold und brennendem Rot lag einst eine Stadt, die nicht nur aus Mauern, Türmen und Gassen bestand, sondern aus drei lebendigen Kräften: Geist, Seele und Leidenschaft. Diese Stadt hieß Marrakesch, doch in den alten Erzählungen wurde sie auch „Die atmende Stadt zwischen Feuer und Erinnerung“ genannt.

Am Rand der Wüste, dort wo der Wind Geschichten in den Sand schrieb und sie in derselben Nacht wieder auslöschte, lebte ein junger Hüter namens Samir. Er war kein König, kein Krieger und kein Gelehrter. Seine Aufgabe war stiller und zugleich größer: Er bewachte die vergessenen Tore der inneren Stadt. Diese Tore waren unsichtbar für jene, die nur mit den Augen sahen. Nur wer mit Herz, Mut und Sehnsucht blickte, konnte sie erkennen.

Eines Morgens färbte sich der Himmel ungewöhnlich tief orange, als hätte die Sonne selbst ihre Glut über die Mauern gegossen. Die Felsen und alten Türme von Marrakesch wirkten wie Schatten uralter Wesen, halb Ruinen, halb Wächter. Die Alten im Basar flüsterten, dass dies ein Zeichen sei: Der Geist der Stadt war unruhig geworden.

Samir machte sich auf den Weg. Er durchquerte schmale Gassen, in denen Düfte von Kardamom, Rauch und warmem Lehm schwebten. Doch je tiefer er in die verborgenen Winkel der Stadt gelangte, desto stiller wurde alles. Schließlich fand er eine zerbrochene Festung aus dunklem Stein, ein Ort, von dem gesagt wurde, dort wohne die Seele Marrakeschs.

Als er eintrat, sprach eine Stimme aus den Wänden:
„Wer den Geist sucht, muss zuerst seine eigene Unruhe erkennen. Wer die Seele sucht, muss lernen, still zu werden. Und wer die Leidenschaft sucht, muss bereit sein, zu brennen, ohne sich selbst zu verlieren.“

Samir blieb. Drei Nächte und drei Tage saß er zwischen bröckelnden Mauern und hörte nur Wind, Staub und das entfernte Flüstern der Stadt. In der ersten Nacht kämpfte er gegen seinen rastlosen Verstand. Gedanken jagten durch ihn wie wilde Pferde. Doch als die Morgensonne die Felsen berührte, wurde sein Geist klar wie Glas.

In der zweiten Nacht begegnete er seiner eigenen Traurigkeit. Erinnerungen an verlorene Menschen, versäumte Wege und ungelebte Träume stiegen auf wie Rauch. Doch statt zu fliehen, ließ er alles durch sich hindurchziehen. Und seine Seele wurde weit wie eine offene Ebene.

In der dritten Nacht kam das Feuer. Kein echtes Feuer,  sondern eine innere Glut. Leidenschaft, stark und gefährlich. Der Wunsch zu erschaffen, zu lieben, zu leben, zu wagen. Sie wollte ihn verschlingen. Doch Samir begriff: Leidenschaft war kein Sturm, den man bekämpfen musste. Sie war ein Licht, das gelenkt werden wollte.

Als die Sonne am vierten Morgen über Marrakesch aufstieg, leuchteten die Mauern der Stadt heller als je zuvor. Die zerfallenen Türme schienen nicht länger Ruinen zu sein, sondern Zeugen eines inneren Erwachens. Samir trat hinaus, und mit jedem Schritt verwandelte sich die Stadt. Menschen lächelten einander wieder an. Händler sangen beim Öffnen ihrer Läden. Kinder liefen durch staubige Höfe, als trügen sie kleine Sonnen in den Händen.

Die Alten im Basar sagten später: Er hatte nicht die Stadt gerettet, sondern gelernt, dass jede Stadt zuerst im Inneren eines Menschen lebt.

Und noch heute erzählt man sich in Marrakesch, dass an Tagen, an denen der Himmel golden brennt und die Schatten der Mauern wie uralte Wächter aussehen, der Geist der Stadt erwacht. Dann flüstert der Wind durch Stein und Sand:

„Wer Geist besitzt, erkennt. Wer Seele trägt, fühlt. Wer Leidenschaft wagt, verwandelt die Welt.“

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