Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
26. Januar

Die Barke des Perlentauchers

Kalenderblatt vom 26. Januar
“Die Barke des Perlentauchers”
“The skiff of the pearl diver”
“La barca del buceador de perlas”

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Die Barke des Perlentauchers“ ist eine konzentrierte Chiffre über das, was wir im Innersten suchen und was es kostet, dorthin zu gelangen. Auf dem weißen, atmenden Grund begegnen sich wenige, dafür umso entschlossenere Zeichen: ein goldener Kreis, ein rotes Segel, ein blauer Lotstab und zwei schwarze Balken wie Wasserlinien oder Schwellen. Nichts wirkt dekorativ. Alles ist Aussage.

Der goldene Kreis links unten leuchtet wie eine Perle, nicht glatt, nicht abgeschlossen, sondern durch den Glitter lebendig, als würde etwas darin funkeln, das sich nicht vollständig besitzen lässt. Dieses Gold ist kein oberflächlicher Glanz, sondern das Licht des Wertvollen: Essenz, Erkenntnis, innerer Schatz.

Darüber spannt sich das rote Element wie ein Segel oder eine Flamme: Impuls, Entschlossenheit, Aufbruch. Es ist das Signal eines Menschen, der nicht wartet, bis die Umstände stimmen, sondern der sagt: Jetzt. Rot steht hier für die Energie, die nötig ist, um das Bekannte zu verlassen.

Rechts setzt die vertikale blaue Linie einen ruhigen Gegenpol. Sie wirkt wie ein Lot, das ausrichtet, nicht emotional, sondern klar. Blau ist hier Haltung und Orientierung, das, was bleibt, wenn die innere See unruhig wird.

Die schwarzen Balken im unteren Bereich bilden die Zone der Verdichtung: Tiefe, Gewicht, Grenze. Sie erinnern an die Oberfläche des Alltags  oder an die Schwelle, an der viele umkehren. Doch genau hier zeigt das Bild seine präzise Botschaft: Die blaue Linie bleibt sichtbar, selbst im Dunkel. Ausrichtung durchdringt Schwere.

So wird dieses Werk zur stillen Landkarte einer inneren Expedition: Mut (Rot), Wert (Gold), Wahrheit (Blau) und Schwelle (Schwarz) greifen ineinander. Und am Ende steht eine klare, fast tröstliche Gewissheit: Das Kostbare liegt nicht an der Oberfläche, aber es ist erreichbar.

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Kalenderblatt
25. Januar

Und die Schlange frißt mich doch

Kalenderblatt vom 25. Januar
“Und die Schlange frißt mich doch”
“And the snake will eat away at me nevertheless”
“Y la sierpe va a devorarme sin embargo”

Acryl, Acrylpaste auf Acrylpapier ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild trägt einen Titel, der wie eine unumstößliche innere Erkenntnis klingt: „Und die Schlange frißt mich doch“. Kein dramatischer Effekt, sondern ein Satz wie ein Siegel. Was hier sichtbar wird, ist kein dekoratives Farbspiel, sondern ein seelischer Zustand: das Ringen zwischen Licht und Verschlungenwerden, zwischen Aufbruch und Rückzug, zwischen Hoffnung und dem uralten Sog, der uns manchmal genau dort packt, wo wir uns längst frei glaubten.

Das Gelb dominiert nicht einfach, es überflutet. Es ist Sonne und Alarm zugleich: radikal, fordernd, überwältigend. Dieses Gelb trägt das Versprechen von Leben in sich, aber auch die Zumutung, die Leben manchmal ist. Es wirkt wie ein Bewusstseinsstrom, wie ein „Jetzt“, das keinen Ausweg kennt. Und genau dadurch bekommt das Bild seine Spannung: Was als Klarheit erscheint, kann gleichzeitig Überforderung sein,  wenn die innere Struktur noch nicht bereit ist, diese Kraft zu halten.

Oben links sitzt ein roter Kreis, dicht und schwer, fast wie ein glühender Kern. Er erinnert an Sonne und Blut zugleich, an Ursprung und Bedrohung. Seine Materialität wirkt nicht wie ein Zeichen, sondern wie eine körperliche Wahrheit, die sich nicht wegdenken lässt. Er ist ein Zentrum, das bindet: ein innerer Fixpunkt, dem man nicht entkommt, weil er im Innersten liegt.

Die schlangenartige Bewegung zeigt sich nicht als Figur, sondern als Prinzip: Wirbel, Schleifen, geschwungene Spuren, als winde sich etwas durch das Bild. Die Schlange ist hier Instinkt, Kreislauf, archaische Intelligenz. Sie steht für Wandlung, aber ebenso für die Tatsache, dass Wandlung nicht nur sanft geschieht. Sie häutet sich, ja. Doch sie verschlingt auch. Und genau deshalb trifft dieses eine Wort im Titel so hart: doch. Es sagt: Selbst wenn ich wach bin, selbst wenn ich kämpfe, selbst wenn ich mich rette,  etwas in mir ist stärker als mein Wille.

Die Acrylpaste verstärkt diesen Eindruck: Schichten, Widerstand, Entscheidungen, die nicht zurückgenommen werden können. Das Bild wirkt wie ein Protokoll der Auseinandersetzung, aufgebaut, verschoben, überdeckt, wieder freigelegt. Im unteren Bereich kühlt die Stimmung ab: verwischte Zonen, Spuren wie Nebel oder Asche, Anklänge von Körperlichkeit, als wäre etwas ins Bild gefallen oder hätte sich festhalten wollen.

Eine feine diagonale Linie schneidet die Fläche wie ein letzter Versuch von Ordnung, wie ein stilles „Nein“. Doch sie ist zu zart, um wirklich zu retten, eher ein Faden Vernunft als eine Grenze. Und genau darin liegt die erschütternde Wahrheit dieses Werkes: Kontrolle ist hier kein Schild, nur ein dünner Strich gegen eine Macht, die längst in Bewegung ist.

Und dennoch bleibt etwas Entscheidendes: Dieses Bild ist nicht nur Untergang, sondern Einweihung. Es romantisiert nichts, es verspricht keine Erlösung, es zeigt den Moment, in dem man erkennt, dass man den eigenen Schatten nicht besiegt, sondern lesen lernen muss. Denn wo etwas verschlungen wird, entsteht auch Raum für Wandlung.

So steht dieses Werk wie ein radikales inneres Bekenntnis zwischen Angst und Erwachen. Es erinnert daran, dass Wachstum nicht nur Aufstieg ist, sondern auch Abstieg. Dass Heilung nicht nur Licht ist, sondern Konfrontation. Und dass Transformation manchmal nicht wie eine sanfte Hand kommt, sondern wie eine Schlange. Genau deshalb wirkt dieses Bild so stark: weil es keine Hoffnung verkauft, sondern etwas Tieferes schenkt – Wahrhaftigkeit.

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