Kategoriearchiv: Remastert

Kalenderblatt
20. November

Reliquie eines Tiermenschen

Kalenderblatt vom 20. November
„Reliquie eines Tiermenschen“
„Relic of a beastman“
„La reliquia de uno animal hombre“

 Acryl, Acrylpaste auf Aquarellpapier ca. 15 x 21 cm

In „Reliquie eines Tiermenschen“ öffnet sich ein fragmentarischer Raum, in dem Vergangenheit, Instinkt und geheimnisvolle Erinnerung miteinander verschmelzen. Die halb erkennbare, wie aus Licht und Staub modellierte Gestalt wirkt wie ein fossiler Abdruck eines Wesens, das zwischen Tier und Mensch stand, ein Echo archaischer Herkunft. Die zarten, fast transparenten Weiß- und Beigetöne legen sich wie Schleier über die energiegeladenen gelben und rostigen Farbinseln, sodass der Eindruck entsteht, als blättere die Zeit selbst Schicht um Schicht von einer alten Wahrheit frei.

Die rauen Strukturen der Acrylpaste erinnern an erodierte Oberflächen, an verwittertes Gestein oder an die Wand eines mystischen Heiligtums, das Jahrtausende überdauert hat. Inmitten dieses gealterten Gewebes glimmt jedoch eine stille Lebendigkeit: Spuren, Linien und Farbschlieren deuten auf Bewegungen hin, die längst verklungen, aber dennoch spürbar sind. Das Bild wirkt wie ein Moment eingefrorener Metamorphose,  ein Übergang, der nie ganz vollendet wurde.

So erzählt dieses Werk nicht nur von einem Wesen, sondern von uns selbst: von unseren eigenen inneren Relikten, den wilden, intuitiven Anteilen, die unter den Schichten des Alltags verborgen liegen. Es lädt ein, diese uralten Energien wiederzuentdecken, nicht als Bedrohung, sondern als tiefe, schöpferische Kraft, die uns daran erinnert, woher wir kommen und welche ungezähmte Wahrheit in uns weiterlebt.

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Kalenderblatt
20. November

Zersplitterung der 4. Dimension

Kalenderblatt vom 20. November
„Zersplitterung der 4. Dimension“

„Fragmentation of the 4th dimension“
„La fragmentación de la cuarta dimensión“

Acryl, Acrylpaste. Goldstift auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

In  diesem Bild entfaltet sich ein vielschichtiges Spannungsfeld zwischen kosmischer Tiefe und innerer Auflösung. Das kraftvolle Blau-Weiß des Hintergrunds wirkt wie eine aufgewühlte Raumzeit, ein vibrierendes Gewebe, das den Betrachter in jene Sphäre führt, in der Zeit nicht mehr linear, sondern vielschichtig, verwoben und unberechenbar erscheint. Die Struktur erinnert an nebulöse Galaxien, an das Rauschen des Universums, an jene geheimnisvolle Schicht der Realität, die wir ahnen, aber nie fassen können.

Mitten in dieser ungreifbaren Landschaft bricht ein flammender Kern hervor, ein intensives Rot, umhüllt von goldgelben Pulsbahnen. Dieses Zentrum wirkt wie ein Urfunke, ein Bewusstseinsimpuls, der die Stabilität der vierten Dimension durchbricht. Die goldenen Linien, teils organisch fließend, teils kantig fragmentiert, erzählen vom Auseinanderbrechen alter Ordnungen, aber auch vom Versuch, neue Strukturen zu bilden. Sie sind Splitter von Entscheidungen, Erinnerungen, Zukunftsmöglichkeiten, ein Netz aus Potenzialen, das sich in alle Richtungen ausbreitet.

Die Komposition vermittelt das Gefühl, dass etwas im Begriff ist, gleichzeitig zu entstehen und zu zerfallen. Die vierte Dimension, die Zeit, wird nicht als stetiger Fluss dargestellt, sondern als fragiles System, das durch innere Erschütterungen in Stücke bricht. Und doch zeigt das goldene Strahlen, dass aus diesem Bruch ein neues Bewusstsein geboren wird: Transformation durch Fragmentierung.

So wird das Bild zu einem kraftvollen Symbol für jene Momente im Leben, in denen wir selbst eine „Zersplitterung“ erleben, wenn Gewohntes zerbricht, Wahrnehmungen sich verschieben und ein neuer innerer Raum entsteht. In diesem Werk verschmilzt das Chaos des Unbekannten mit der Verheißung neuer Klarheit. Es lädt dazu ein, die eigene Zeitlichkeit zu hinterfragen und die innere Dynamik des Wandels tief zu spüren.

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