Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt 26. November

Kalenderblatt zum 26. November

Das Kalenderblatt zum 26. November

„Im dichten Morgenflimmern erwacht eine verborgene Vision“
“In the dense morning shimmer, a hidden vision awakens”
“En el denso fulgor matinal, despierta una visión oculta”

Aquarell auf Aquarellpapier ca 15 x 20 cm

In diesem Aquarell öffnet sich ein Raum, der sich dem bewussten Blick erst allmählich preisgibt: ein vibrierendes Geflecht aus Farbe, Licht und Andeutung, in dem sich die sichtbare Welt mit dem Unsichtbaren verbindet. Das Bild wirkt wie ein Moment des Erwachens, nicht laut, nicht offensichtlich, sondern als ein feines, inneres Aufglühen.

Die sanft aufsteigenden Blütenformen scheinen nicht gemalt, sondern hervorgeatmet, getragen von einem Licht, das zugleich weich und durchdringend ist. Aus den Schichten des „Morgenflimmerns“ entsteht eine Atmosphäre, in der das Gewöhnliche seine Konturen verliert und etwas Tieferes aufscheint: eine verborgene Vision, die sich zwischen Farbe und Leere formt.

Der Blick wandert durch schimmernde Übergänge, durch ein stilles Leuchten, das mehr spürbar als sichtbar ist. Diese Komposition erzählt nicht von einem Garten im äußeren Sinn,  sie spricht von einem inneren Ort, in dem Intuition, Erinnerung und Sehnsucht zusammenfließen. Es ist ein Bild, das nicht beschreibt, sondern berührt; ein Bild, das den Betrachter einlädt, die eigene leise Vision im Herzen aufzuspüren.

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Kalenderblatt
25. November

Zeit in die Heia zu gehen

Morgenbild vom 25. November
„Zeit in die Heia zu gehen“
„Time to go to beddybyes“
„Ya es ora de acastarse“

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Aquarellpapier ca. 15 x 22 cm

In diesem Werk offenbart sich ein Moment zwischen Wachsein und Schlaf, ein Übergangsreich, das zugleich vertraut und geheimnisvoll wirkt. Die kräftigen Blauflächen breiten sich wie eine nächtliche Decke aus, kühl, tief und schützend, während die goldenen und weißen Strukturen im Zentrum an ein zusammengekauertes Wesen erinnern, das sich in sein eigenes Licht zurückzieht. Dieser Kern wirkt wie ein schlafendes Herz, ein Bündel aus Erinnerungen, Träumen und inneren Bewegungen, das sich in einem letzten Aufglimmen des Tages beruhigt.

Der schmale rote Linienzug, der die Komposition durchschneidet, fungiert wie eine Schwelle,  ein feiner Übergang zwischen Aktivität und Hingabe, zwischen dem Außen und dem Inneren. Er mutet an wie ein stilles „Jetzt ist genug“, ein Signal, dass der Tag seine Intensität ablegt und die Nacht ihren Raum erhält.

Rund um diese Mitte tanzen rote Akzente wie Restfunken eines lebendigen Tages, die sich nach und nach im tiefen Blau auflösen. Die Struktur der Acrylpaste erzeugt eine fühlbare Haptik, fast als könnte man die Müdigkeit ertasten, die sich wie eine sanfte Welle über das Bild legt. Die Glitterpartikel streuen ein zartes, träumerisches Funkeln,  das letzte Flüstern des Bewusstseins, bevor es sich in die weiche Dunkelheit sinken lässt.

„Zeit in die Heia zu gehen“ ist nicht nur ein Titel, sondern ein Versprechen: ein liebevoller Abschied vom Tag, ein kunstvoller Atemzug zwischen Aktivität und Ruhe. Das Bild lädt ein, den eigenen Rhythmus wiederzufinden, sich einzukuscheln in das, was war, und dem entgegenzusehen, was im Traum Gestalt annimmt.

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