Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
22. Januar

Erlaß des chinesischen Verkehrsministers Umlei Tung

Das Kalenderblatt zum 22. Januar
“Erlaß des chinesischen Verkehrsministers Umlei Tung”
“Order of the chinese minister of transport Umlei Tung (loop road)”
“Decreto del ministro del tráfico chino Umlei Tung (trasvase)”

Aquarell auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Aquarell wirkt wie ein amtlicher Erlass, der in dem Moment entsteht, in dem die Wirklichkeit längst schon weitergegangen ist. Der Titel „Erlaß des chinesischen Verkehrsministers Umlei Tung“ ist dabei nicht nur humorvolle Überhöhung, sondern eine präzise Setzung: Hier spricht eine Instanz, die Ordnung verspricht und doch ist alles in Bewegung. Das Bild inszeniert kein klares Motiv im klassischen Sinn, sondern eine Situation, ein inneres und äußeres Gedränge, in dem Regelwerk und Leben aufeinanderprallen.

Links öffnet sich ein Raum aus wässrigen, erdigen Tönen , olivgrün, braun, rauchig-schwarz, wie ein atmender Organismus. Es ist, als läge dort etwas Ursprüngliches: Natur, Masse, Instinkt, Gedächtnis. Nichts ist scharf umrissen, alles schwingt, zerläuft, mischt sich, typisch für Aquarell, aber hier besonders bedeutsam: Es zeigt uns, dass Kontrolle immer nur eine Idee ist, während das Leben längst seine eigenen Wege sucht. Direkt daneben liegt eine ovale, fast beckenartige Form, ein, stilles Reservoir, in dem rote Zeichen wie kleine Impulse treiben,  wie Warnsignale, wie Ideen, wie Störungen im System, die man nicht einfach wegregulieren kann.

Und dann kippt das Bild nach rechts in eine völlig andere Energie: ein Geflecht aus Linien, Figuren-Andeutungen, Stangen, Kreuzen, Strichen, ein urbanes Nervensystem, ein provisorisches Verkehrsnetz, ein Gewirr aus Absicht und Zufall. Man spürt förmlich den Versuch, die Dinge zu lenken: Richtungen vorzugeben, Flüsse zu kanalisieren, Menschen zu sortieren. Doch das Aquarell widerspricht dieser Sehnsucht nach Ordnung mit jeder Pinselspur. Denn hier gibt es kein festes Fundament, nur Bewegung, Überlagerung, Verdichtung.

Über allem strahlt rechts oben eine große, gelbe Sonne, nicht als romantisches Himmelsobjekt, sondern wie ein überbelichteter Brennpunkt, ein Auge, ein Scheinwerfer. Sie wirkt zugleich freundlich und unerbittlich: Aufklärung und Kontrolle in einem. Als würde sie sagen: Ich sehe alles und dennoch bleibt das Wesentliche unübersetzbar. Gerade dadurch bekommt die Szene etwas Paradoxes: Die Sonne bringt Licht, aber keine Klarheit. Denn Klarheit wäre hier eine Lüge. Dieses Bild zeigt nicht die Welt, wie wir sie gerne hätten, sondern wie sie tatsächlich ist: gleichzeitig verständlich und unlesbar.

Die roten Schriftzeichen – expressiv, dominant, fast wie gestempelt -schneiden durch die Komposition wie ein offizieller Akt. Sie wirken wie Befehle, Markierungen, Verordnungen. Doch in ihrer malerischen Wildheit sind sie keine typografische Autorität, sondern ein emotionaler Ausbruch im Gewand von Bürokratie. Genau hier liegt die geniale Ironie: Der „Erlass“ ist nicht nüchtern, nicht sauber, nicht gerade, er ist leidenschaftlich, zerrissen, lebendig. So wird aus Verwaltung plötzlich Poesie, aus Amtssprache ein Schrei, aus Regel ein Rätsel. Es ist, als wäre der Minister selbst überfordert von dem, was er regeln soll, und genau deshalb erlässt er überhaupt etwas.

Das Aquarell erzählt damit auf subtile Weise von einer Welt, in der wir alle unterwegs sind: in Systemen, die wir bauen, um sicher zu sein  und in Strömungen, die uns trotzdem entgleiten. Es ist ein Bild über Lenkung und Kontrollverlust, über Zivilisation und Instinkt, über Ordnung als Fiktion. Und genau deshalb bleibt es hängen: Weil es uns nicht beruhigt, sondern wach macht. Weil es nicht erklärt, sondern enthüllt. Weil es nicht abbildet, sondern entlarvt.

Am Ende steht keine Antwort, sondern ein Gefühl: Dieses Werk ist ein visueller Moment, in dem man erkennt, dass Verkehr nicht nur auf Straßen stattfindet,  sondern in Köpfen, Beziehungen, Entscheidungen. Und dass jeder „Erlass“ vielleicht nur ein Versuch ist, dem Chaos einen Namen zu geben. Doch das Leben, so zeigt dieses Blatt mit leiser Wucht, fließt weiter,  unter dem Stempel der Autorität hindurch, direkt in die Freiheit des Unkontrollierbaren.

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Kalenderblatt
21. Januar

Teuflischer Abend

Das Kalenderblatt zum 21. Januar
“Teuflischer Abend”
“A satanic evening”
“Una tarde mefistofélica”

Aquarell, Schlagmetall, Tusche auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Teuflischer Abend“ ist kein Bild, das man einfach nur betrachtet,  es ist ein Ereignis. Ein Moment, in dem sich der Tag nicht verabschiedet, sondern aufbäumt, als hätte er noch etwas zu sagen. Das gesamte Blatt glüht in einem Rot, das nicht dekorativ ist, sondern unverhandelbar: ein Rot wie Hitze, wie Alarm, wie das letzte Aufflackern einer Glut, die längst hätte erlöschen sollen. Dieses Rot ist nicht Hintergrund,  es ist Atmosphäre, es ist Druck, es ist ein Raum, in dem man sich nicht verstecken kann. Und dann: die goldenen Flächen aus Schlagmetall, die wie aufgerissene Inseln auftauchen, verführerisch, unberechenbar, fast sakral und zugleich gefährlich nah am Abgrund. Das Gold wirkt nicht wie Schmuck, sondern wie eine unheimliche Offenbarung: etwas, das glänzt, obwohl es eigentlich nicht glänzen dürfte. Es ist der Glanz der Versuchung, die sich als Wahrheit tarnt.

In dieses vibrierende Feld hinein schreibt die Tusche schwarze Zeichen, roh, direkt, wie ein wilder Schwur. Sie wirken wie Spuren eines Rituals, wie eine Botschaft aus einer Sprache, die man nicht versteht, aber sofort spürt. Besonders die vertikalen Linien erinnern an eine Art Beschwörung, eine rhythmische Wiederholung, als würde das Bild etwas heraufholen, das unter der Oberfläche lange geschlafen hat. Rechts erhebt sich eine runde, orangefarbene Form, ein Mond vielleicht, aber kein romantischer. Eher ein Blick. Ein Auge am Himmel, das nicht tröstet, sondern prüft. Darunter windet sich eine dunkle Figur, halb Pflanze, halb Tier, halb Schatten, ein Wesen, das nicht klar definiert werden will, weil es genau davon lebt: von der Mehrdeutigkeit, vom Unfassbaren, von der Nähe zum Instinkt.

„Teuflischer Abend“ trägt seinen Titel nicht als Provokation, sondern als präzise Setzung: Hier geht es um die Stunde, in der das Licht nicht mehr rein ist. Um die Zeit, in der Entscheidungen weicher werden, Grenzen poröser, Moral dünner und das Verdrängte auf einmal eine Stimme bekommt. Der Abend ist hier kein Ausklang, sondern eine Schwelle. Ein Übergang in eine Welt, in der das Schöne und das Bedrohliche dieselbe Farbe tragen können. Dieses Bild erzählt von der Faszination des Dunklen, ohne sich ihm zu unterwerfen. Es zeigt nicht den Teufel als Figur, sondern als Prinzip: als das, was lockt, was spaltet, was gleichzeitig erschreckt und magnetisch anzieht. Und genau darin liegt seine Kraft: Es ist ein Werk über den Moment, in dem man sich selbst begegnet – nicht im Licht der Erklärung, sondern im Feuer der Wahrheit. Ungezähmt. Glänzend. Und kompromisslos lebendig.

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