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Kalenderblatt
3. April

Das Wiederfinden der Einheit von Mensch, Erde und Universum

Das Kalenderblatt zum 3. April
“Das Wiederfinden der Einheit von Mensch, Erde und Universum”
“The recovery of the unity of human, earth and universe”
“La recuperación de unidad del hombre, Tierra  y universo”

Monotypie, Acryl auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Bild ist ein Ereignis. Ein Moment, in dem etwas Vergessenes plötzlich wieder spürbar wird. Die flammenden Gelb- und Orangetöne scheinen nicht einfach gemalt, sondern aufgebrochen, als hätte sich die Oberfläche selbst geöffnet, um etwas Ursprüngliches freizugeben.

Im Zentrum pulsiert ein rotes Feld, das weder eindeutig Körper noch Landschaft ist. Es ist beides zugleich, Mensch und Erde in einem Atemzug. Die dunkleren, fast erdigen Strukturen durchziehen diese Fläche wie Spuren eines Weges, der nicht gegangen, sondern erinnert wird. Hier entsteht der Eindruck, dass der Mensch nicht auf der Erde steht, sondern aus ihr hervorgeht.

Die Komposition verzichtet bewusst auf klare Grenzen. Formen lösen sich an den Rändern auf, Übergänge bleiben fließend. Genau darin liegt ihre Kraft: Trennung wird hier nicht dargestellt, sie wird aufgehoben. Was wir sehen, ist kein Gegenüber von Innen und Außen, sondern ein Zustand, in dem alles miteinander in Resonanz steht.

Die energetische Bewegung, die von oben nach unten und wieder zurück verläuft, erinnert an einen Kreislauf. Ein Strom, der durch den Menschen fließt, durch die Erde getragen wird und sich ins Universum öffnet. Es ist die visuelle Übersetzung einer tiefen Erkenntnis: Wir sind nicht Teil des Ganzen, wir sind das Ganze in Bewegung.

Die scheinbar chaotischen Strukturen entfalten bei längerer Betrachtung eine innere Ordnung. Eine Ordnung, die nicht konstruiert ist, sondern organisch entsteht. Genau hier setzt die Botschaft des Bildes an: Einheit ist nichts, das hergestellt werden muss. Sie ist immer da, verborgen unter Schichten von Trennung, die wir gelernt haben zu sehen.

Dieses Werk lädt nicht zum Verstehen ein, sondern zum Erinnern. Es berührt einen Punkt jenseits des Denkens, an dem spürbar wird, dass Mensch, Erde und Universum keine getrennten Ebenen sind, sondern Ausdruck ein und derselben lebendigen Kraft.

Und genau in diesem Moment geschieht das Entscheidende:
Die Einheit wird nicht gefunden, sie erkennt sich selbst in dir.

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Kalenderblatt
3. April

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Kalenderblatt zum 3. April
“Die Verborgenheit des Karsamstag”
“The Hiddenness of Holy Saturday”
“La ocultación del Sábado Santo”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

In einer Zeit, in der die Tage ihre Stimmen verloren hatten und selbst der Wind nur noch flüsterte, lag ein seltsamer Schleier über der Welt. Es war der Tag zwischen allem, nicht mehr Gestern, noch nicht Morgen. Die Menschen nannten ihn den Karsamstag, doch nur wenige verstanden, was sich wirklich hinter seinem Schweigen verbarg.

Tief in einem verborgenen Tal, das von hohen, nebelgetränkten Felsen umgeben war, lebte ein junger Hüter der Zwischenzeiten. Sein Name war Elion, und seine Aufgabe bestand darin, das Unsichtbare zu bewahren, solange es noch nicht bereit war, sich zu zeigen. Er kannte die Geheimnisse der Übergänge, die stillen Momente, in denen etwas stirbt, ohne dass bereits etwas Neues geboren ist.

Eines Morgens – oder war es ein Abend? – bemerkte Elion, dass sich der Nebel im Tal verändert hatte. Er war dichter geworden, schwerer, durchzogen von violetten Schatten, als würde die Welt selbst den Atem anhalten. Als er näher trat, sah er es: Eine Wand aus fließender Farbe, wie Tränen der Zeit selbst, die sich über die Landschaft legten. Formen tauchten auf und verschwanden wieder, als würden sie sich noch nicht entscheiden wollen, ob sie existieren dürfen.

Plötzlich hörte er eine Stimme. Nicht laut, nicht klar, eher ein Echo, das aus dem Inneren seines eigenen Herzens zu kommen schien.

„Warum versteckst du dich?“

Elion blickte um sich, doch niemand war zu sehen. Die violetten Schleier begannen sich zu bewegen, als würden sie auf die Frage reagieren. Aus ihnen formte sich ein Gesicht, nicht vollständig, nicht greifbar, sondern ein Fragment, ein Versprechen.

„Ich verstecke mich nicht“, antwortete Elion leise. „Ich bewahre.“

Das Gesicht schien zu lächeln, doch zugleich zerfloss es wieder in die Ströme der Farbe.

Bewahren ist auch ein Verstecken“, flüsterte die Stimme. „Und doch… ohne das Verborgene gäbe es keine Offenbarung.“

Elion verstand. Der Karsamstag war kein leerer Tag. Er war ein Raum. Ein heiliger Zwischenraum, in dem alles, was zu zerbrechlich war für das Licht, noch einmal in die Dunkelheit zurückkehren durfte. Hier wurden Wunden still, hier sammelten sich die Fragmente der Hoffnung, hier bereitete sich das Unsichtbare darauf vor, sichtbar zu werden.

Er trat näher an die fließenden Schleier heran und legte seine Hand hinein. Die Farbe war kühl, fast lebendig. Bilder durchströmten ihn, Erinnerungen, Ängste, Sehnsüchte, alles, was die Welt für einen Moment losgelassen hatte.

Und dann begriff er: Dieser Tag gehörte nicht der Leere, sondern der Verwandlung im Verborgenen.

Langsam setzte er sich auf den Boden und schloss die Augen. Er tat nichts. Er griff nicht ein. Er ließ geschehen.

Die Schleier begannen sich zu lichten. Nicht abrupt, nicht vollständig, sondern so, wie ein Herz beginnt, wieder zu schlagen, nachdem es einen Moment lang still war.

Als Elion die Augen wieder öffnete, war das Gesicht verschwunden. Doch etwas anderes war da: Ein kaum wahrnehmbares Leuchten, tief hinter den violetten Strukturen verborgen.

Er lächelte.

Denn er wusste nun, was nur wenige wissen:

Dass die größten Wunder nicht im Licht beginnen,  sondern in der Stille dazwischen.

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