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Kalenderblatt
9. April

Morgen am Meer

Das Kalenderblatt zum 9. April
“Morgen am Meer”
“Morning by the sea”
“Mañana junto al mar”

Acryl, Sand und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Morgen am Meer“  ist ein Zustand. Dieses Werk entfaltet sich wie ein inneres Erwachen, das nicht laut beginnt, sondern sich Schicht für Schicht durch die Tiefe des Seins schiebt. Die kraftvollen Strukturen aus Sand und Acrylpaste erzeugen eine Oberfläche, die nicht nur sichtbar, sondern beinahe fühlbar ist, als würde die Zeit selbst hier sedimentiert vor uns liegen.

Im oberen Bereich bricht ein glühendes, fast eruptives Licht durch die Horizontlinie. Es ist kein sanfter Sonnenaufgang, es ist ein Durchbruch, ein Moment der Entscheidung. Die dunklere Linie darunter wirkt wie eine Schwelle zwischen zwei Welten: dem Noch-Nicht und dem Bereits-Gewordenen. Hier geschieht Transformation.

Darunter öffnet sich ein vibrierendes Feld aus Farben und Bewegungen,  ein Meer, das nicht stillsteht, sondern lebt, pulsiert, erinnert. Die warmen Gold- und Orangetöne vermischen sich mit kühleren Nuancen und schaffen ein Spannungsfeld, das gleichzeitig Geborgenheit und Aufbruch signalisiert. Es ist, als würde das Meer selbst die ersten Gedanken des Tages tragen, ungeordnet, roh, ehrlich.

Der untere Bildbereich bringt Ruhe, jedoch keine Leere. Vielmehr entsteht hier ein Raum der Reflexion, ein stiller Resonanzkörper, in dem sich das zuvor Erlebte sammelt. Die weicheren Übergänge und die fast nebelhafte Textur laden dazu ein, innezuhalten und zu spüren, was sich im eigenen Inneren bewegt.

Dieses Bild spricht nicht über einen Morgen, es IST der Moment, in dem etwas Neues beginnt. Es erinnert daran, dass jeder Tag ein Übergang ist, eine Einladung, Altes loszulassen und sich dem Unbekannten zu öffnen.

„Morgen am Meer“ ist damit mehr als eine Landschaft, es ist ein Spiegel für den Betrachter. Wer sich darauf einlässt, erkennt: Der Horizont liegt nicht draußen, er liegt in uns.

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Kalenderblatt
8. April

VollmondSonne

Das Kalenderblatt zum 8. April
“VollmondSonne”
“Sun of the Full Moon”
“Sol de Luna Llena”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Zwischen den Schichten der Welt, dort, wo Farben zu Erinnerungen werden und Licht zu einer Sprache, die nur das Herz versteht, geschah etwas Ungewöhnliches: Die Sonne beschloss, sich dem Mond zu nähern.

Nicht aus Trotz, nicht aus Neugier, sondern aus einer tiefen, uralten Sehnsucht heraus.

Seit Anbeginn der Zeit hatten sie einander umkreist, getrennt durch die Gesetze des Himmels. Die Sonne, strahlend, gebend, unermüdlich, der Mond, still, empfangend, geheimnisvoll. Doch in dieser einen Nacht, die keine Nacht war und kein Tag, begann sich das Gefüge zu lösen. Ein leuchtender Riss ging durch die Wirklichkeit.

Die Sonne trat hervor, nicht mehr fern am Himmel, sondern greifbar, golden, warm wie eine lebendige Erinnerung. Sie senkte sich herab in eine Welt aus fließenden Farben, in der alles in Bewegung war, Gedanken, Träume, alte Muster. Und dort wartete der Mond bereits, verborgen in den tiefen Grün- und Blautönen, als hätte er schon immer gewusst, dass dieser Moment kommen würde.

„Warum bist du gekommen?“ fragte der Mond, doch seine Stimme war kein Klang, sie war ein Schwingen, ein inneres Erkennen.

Die Sonne antwortete nicht sofort. Stattdessen breitete sie ihr Licht aus, ließ es durch die Strukturen der Welt gleiten, über alte Risse, über verborgene Linien, über all das, was jemals getrennt gewesen war. Und alles begann zu leuchten.

„Weil wir vergessen haben, dass wir eins sind,“ sagte sie schließlich.

In diesem Augenblick geschah das Unfassbare: Der Mond trat ins Licht und die Sonne ließ Schatten zu. Es war keine Verschmelzung im gewöhnlichen Sinne. Es war ein Erinnern. Ein Wiederfinden. Ein uraltes Wissen, das plötzlich wieder da war.

Die Welt hielt den Atem an.

Die Farben begannen zu tanzen, nicht chaotisch, sondern geführt von einer unsichtbaren Ordnung. Gold und Tiefe, Wärme und Stille, Bewegung und Ruhe, alles verband sich zu einem einzigen lebendigen Puls.

Und wer diesen Moment sah, der verstand etwas, das sich nicht in Worte fassen ließ:

Dass Licht ohne Dunkelheit blind ist.
Dass Dunkelheit ohne Licht vergessen würde, dass sie leuchten kann.
Und dass wahre Ganzheit erst entsteht, wenn beides sich erkennt.

Seit jener Begegnung nennen manche diesen Zustand „VollmondSonne“.

Doch jene, die tiefer schauen, wissen:
Es ist kein Zustand, es ist eine Erinnerung daran, wer wir wirklich sind.

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