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Kalenderblatt
20. Juli

Lass es Liebe sein

Das Kalenderblatt zum 20. Juli
“Lass es Liebe sein”

“It might be love”
“Lo sería amor”
Acryl, Pigment und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15

„Lass es Liebe sein“ ist ein Satz, den viele Menschen zu kennen glauben. Doch als Bild wird er neu. Er wird nicht gesungen, sondern sichtbar. Er verwandelt sich in eine Einladung, die eigene Wahrnehmung für einen Augenblick über Gewohnheiten hinaus zu öffnen.

Mitten in einer weiten, hellen Stille leuchtet eine einzige Form. Sie erinnert zugleich an eine Blüte, eine Sonne, eine Flamme oder ein schlagendes Herz. Nichts an ihr ist eindeutig, und gerade darin liegt ihre Kraft. Ihre roten, schwarzen und goldenen Ausläufer scheinen sich auszudehnen und wieder zusammenzufinden, als würde sie den Rhythmus des Lebens selbst atmen.

Die reliefartige Oberfläche aus Acrylpaste fängt das Licht ein und verändert sich mit jedem Blickwinkel. Dadurch entsteht der Eindruck, dass das Bild nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden will. Die große helle Fläche wird nicht von Leere bestimmt, sondern von Möglichkeit. Alles scheint auf diesen kleinen leuchtenden Mittelpunkt hinzuweisen, der den gesamten Raum zusammenhält.

Dieses Werk erzählt keine romantische Geschichte. Es spricht von einer inneren Haltung. Liebe erscheint hier nicht als Gefühl, das zufällig geschieht, sondern als bewusste Entscheidung. Sie beginnt dort, wo Angst ihren Anspruch verliert. Dort, wo Mitgefühl stärker wird als Rechthaberei. Dort, wo Offenheit wichtiger ist als Kontrolle.

Gerade weil der Titel vielen vertraut erscheint, eröffnet er einen Resonanzraum. Doch das Bild geht seinen eigenen Weg. Es illustriert nichts und erklärt nichts. Es lädt dazu ein, den bekannten Satz neu zu entdecken. Nicht als Erinnerung an ein Lied, sondern als persönliche Erfahrung.

Vielleicht liegt die eigentliche Kraft dieses Werkes darin, dass das Leuchtende so klein erscheint und dennoch den gesamten Bildraum verwandelt. Es erinnert daran, dass Veränderung selten mit großer Lautstärke beginnt. Oft genügt ein einziger Funke, der sich weigert zu erlöschen.

„Lass es Liebe sein“ ist deshalb keine Antwort. Es ist eine Entscheidung. Eine Einladung, den Blick nicht auf das Trennende zu richten, sondern auf das, was verbindet. Denn manchmal genügt ein kleiner Lichtpunkt, damit eine ganze Welt ihre Richtung ändert.

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Kalenderblatt
20. Juli

Kalenderblatt 20. Juli

Das Kalenderblatt zum 20. Juli
„Der Horizont verweigert die Waagerechte“
„The Horizon Refuses the Horizontal“
„El horizonte se niega a la horizontalidad“

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Das Bild ist eine Revolte. Die schräge schwarze Fläche widersetzt sich jeder Erwartung, die der Mensch seit Jahrhunderten an seine Welt stellt. Horizonte sollen beruhigen. Sie sollen Ordnung versprechen. Sie sollen die Illusion nähren, dass Himmel und Erde sich irgendwo friedlich begegnen. Dieses Bild erklärt diese Gewissheit für beendet. Der Horizont erhebt Einspruch gegen die Geometrie der Vernunft. Er kippt, gleitet und entzieht sich jeder Vermessung. Gerade dort beginnt Freiheit.

Die gelbe Scheibe ist keine Sonne. Sie ist ein Gedanke, der sich entschlossen hat, sichtbar zu werden. Sie leuchtet nicht, weil sie Licht besitzt. Sie leuchtet, weil sie den Mut hat, anders zu sein als die Dunkelheit, die sie umgibt. Während die schwarze Masse schwer und unbeweglich erscheint, schwebt dieses Gelb mit einer Gelassenheit, die fast provokativ wirkt. Es kämpft nicht gegen die Finsternis. Es ignoriert sie. Und gerade dadurch verändert es das gesamte Bild.

Die violetten und bläulichen Farbräume dazwischen sind kein Himmel. Sie sind Übergangszonen des Bewusstseins, Orte, an denen alte Denkformen ihre Schwerkraft verlieren. Hier entstehen keine Antworten. Hier entstehen neue Fragen. Wer versucht, dieses Bild zu erklären, wird scheitern. Wer sich von ihm verändern lässt, beginnt zu sehen, dass Wirklichkeit niemals so gerade war, wie sie in Schulbüchern gezeichnet wurde.

Avantgarde entsteht immer dort, wo Wahrnehmung ihre Gewohnheiten verliert. Dieses Bild verlangt nicht nach Zustimmung. Es fordert Unsicherheit. Es lädt den Betrachter ein, den inneren Kompass abzulegen und sich einer Welt auszusetzen, in der Richtung keine feste Größe mehr ist. Die schräge Linie wird zur Einladung, den eigenen Standpunkt zu verlassen. Nicht das Bild ist aus dem Gleichgewicht geraten. Vielleicht war das Gleichgewicht selbst nur eine Erfindung.

So erzählt „Der Horizont verweigert die Waagerechte“ von einem Universum, das sich nicht länger nach den Erwartungen seiner Beobachter richtet. Es erinnert daran, dass jede große Veränderung mit einem kleinen Kippen beginnt. Dort, wo die Ordnung endet, beginnt die schöpferische Möglichkeit. Vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe der Kunst: nicht die Welt abzubilden, sondern den Moment sichtbar zu machen, in dem sie beschließt, eine andere zu werden.

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