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Kalenderblatt
15. Dezember

WU WEI mit Sand im Getriebe

Kalenderblatt vom 15. Dezember
„WU WEi mit Sand im Getriebe“
„WU WEI with sand in the wheels“
„WU WEI con arena en el engranaje“

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

In diesem Bild entfaltet sich ein Spannungsfeld zwischen natürlicher Leichtigkeit und störender Reibung ,  ein visuelles Paradox, das den Titel „WU WEi mit Sand im Getriebe“ eindrucksvoll beglaubigt.
Die gestischen Schwünge in Gelb und Rot wirken wie frei fließende Energiebahnen, Spuren eines inneren Rhythmus, der sich ungehindert durch den Raum bewegt. Sie strahlen Lebendigkeit, Wärme und ein fast tänzerisches Momentum aus, als verkörperten sie das Ideal des Wu Wei: Handeln ohne Anstrengung, Bewegung ohne Widerstand.

Doch in diese organische Dynamik schneiden die vertikalen Linien wie Fremdkörper hinein. Schlank, hart, unnachgiebig, sie stehen quer zu allem, was im Bild fließen möchte. Ihre Präsenz erzeugt Reibung: ein Gefühl von Stockung, Irritation, Störung. Sie sind der metaphorische Sand im Getriebe, kleine, aber wirkungsvolle Elemente, die den natürlichen Fluss ins Haken bringen.

Das kräftige Blau im oberen linken Bereich wirkt wie ein Gegenpol, ein energetischer Einschlag von außen, der das Gefüge zusätzlich auflädt. Es schafft eine Atmosphäre der Bewegung und des Umbruchs, als sei das System in Transformation begriffen. Die rötlichen Formen im Zentrum scheinen sich zu verdichten, zu winden, nach Ausgleich zu suchen,  ein innerer Prozess zwischen Widerstand und Hingabe.

Im Zusammenspiel entsteht ein Bild, das die Essenz des Lebens beschreibt: den Wunsch nach mühelosem Fließen und die Realität unvermeidlicher Störungen. Es zeigt, dass Wu Wei kein Zustand absoluter Reibungslosigkeit ist, sondern ein bewusster Umgang mit den Kräften, die uns herausfordern. Das Kunstwerk macht sichtbar, wie sich Harmonie und Störung gegenseitig definieren und wie Schönheit genau dort entsteht, wo beide aufeinandertreffen.

So wirkt das Bild wie eine poetische Erinnerung daran, dass selbst im Sand des Lebens ein verborgener Rhythmus liegt  und dass der Fluss nicht endet, sondern seinen Weg nur neu sucht.

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Kalenderblatt
15. Dezember

Kalenderblatt zum 15. Dezember

Das Kalenderblatt zum 15. Dezember
„Wenn Licht und Erde ihre uralten Mythen teilen“
„When Light and Earth Share Their Ancient Myths“
„Cuando la Luz y la Tierra Comparten sus Mitos Antiguos“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 20 cm

In diesem Bild entfaltet sich eine Atmosphäre, die wie ein stilles Übergangsritual zwischen den Elementen wirkt. Ein glühender Horizont, pulsierend in Rot und Gold, bildet eine Grenze, die zugleich Schwelle und Einladung ist. Hier berühren sich Himmel und Erde, als würden sie für einen Moment ihren alten Pakt erneuern, jenen Pakt, der Licht, Materie und Bewusstsein miteinander verwebt.

Über diesem Feuerrand sammeln sich archaisch wirkende Wolken, schwere Träger von Geschichten, die älter sind als Sprache. Ihre Textur wirkt wie verwittertes Gestein am Himmel, als hätten sich die Zeiten selbst darin abgelagert. In ihrer Bewegung und Verdichtung liegt eine Ahnung von kosmischem Gedächtnis, von Kräften, die für gewöhnlich verborgen bleiben.

Darunter öffnet sich ein weites, fließendes Feld aus Grün- und Gelbtönen, durchzogen von schemenhaften Figuren, die an uralte Naturwesen erinnern. Sie treten nicht deutlich hervor, sondern erscheinen wie ein Echo des Mythischen, das an der Schwelle der Wahrnehmung pulsiert. Es ist ein Raum des Dazwischen,  jener fragile Bereich, in dem Sichtbares und Unsichtbares ineinander übergehen.

Das Werk erzeugt den Eindruck, als offenbare sich hier eine Landschaft jenseits des Gewöhnlichen, eine Welt, die nur dann sichtbar wird, wenn die Schleier zwischen Realität und Innerem Erleben dünn genug sind. Nichts ist eindeutig, und doch wirkt alles von Bedeutung. Die Farben sprechen, die Formen flüstern, die Strukturen erinnern.

In dieser Komposition begegnen sich Licht und Erde wie zwei alte Erzähler, die ihre Mythen teilen, nicht in Worten, sondern in vibrierenden Farbschichten, in der körperlichen Präsenz der Oberflächen und in Andeutungen, die weit über den Rahmen hinausweisen. Das Bild öffnet ein Portal zu jener Ebene, auf der Kunst nicht nur betrachtet, sondern intuitiv verstanden wird: als Dialog mit Kräften, die uns seit Anbeginn begleiten.

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