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Kalenderblatt
12. April

Ab in die Ewigkeit

Das Kalenderblatt zum 12. April
“Ab in die Ewigkeit”
“Off into Eternity”
“Rumbo a la eternidad”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Es war der Moment, in dem die Welt aufhörte, nur Welt zu sein. Ein Augenblick zwischen Atem und Auflösung, in dem Farben nicht mehr bloß gesehen, sondern gefühlt, gehört, erinnert wurden.

Man nannte ihn den Übergang. Andere flüsterten ehrfürchtig: „Ab in die Ewigkeit.“

Niemand wusste genau, wann er begann. Vielleicht geschah es immer schon, verborgen hinter den Schleiern des Alltags. Doch an diesem Tag öffnete sich der Riss sichtbar: Ein gleißendes, weißes Rund, pulsierend wie ein lebendiges Herz, schwebte im Zentrum der Wirklichkeit. Es war weder Sonne noch Mond, sondern etwas Ursprünglicheres, ein Tor, das nicht fragt, sondern ruft.

Unter ihm bewegte sich die Welt in wilder Unruhe. Farben stürzten übereinander wie Erinnerungen, Gelb gegen Blau, Rot gegen Violett, als würde alles, was je war, gleichzeitig geschehen. Formen lösten sich auf, Grenzen verschwammen, und selbst die Zeit begann zu tropfen wie nasse Farbe an einer unsichtbaren Wand.

Ein Mensch stand am Rand dieses Geschehens. Kein Name, keine Geschichte, nur ein Bewusstsein, das spürte: Jetzt ist der Moment gekommen.

Er hatte sein Leben lang gesucht. Nach Sinn, nach Wahrheit, nach etwas, das größer war als das tägliche Ringen. Und nun war es da – nicht als Antwort, sondern als Einladung.

Neben dem weißen Tor erschien ein zweites Rund, golden und fern, wie ein Echo aus einer anderen Sphäre. Zwei Pole, zwei Möglichkeiten, zwei Arten von Unendlichkeit. Das eine zog ihn hinein, still, tief, alles auflösend. Das andere strahlte nach außen, weit, warm, alles erschaffend.

Er verstand plötzlich: Ewigkeit ist kein Ort. Sie ist eine Entscheidung.

Die Welt um ihn tobte weiter, doch in ihm wurde es ruhig. Jeder Zweifel fiel ab wie alte Farbe, jede Angst zerfloss im Strom der Bewegung. Was blieb, war reines Sein.

Langsam setzte er einen Schritt nach vorn.

Nicht in die Leere, sondern in das, was jenseits von Form lag. Die Farben um ihn begannen zu singen, ein leiser, vibrierender Klang, der ihn trug. Und während er sich dem leuchtenden Zentrum näherte, erkannte er: Er ging nicht verloren – er wurde vollständig.

Im Moment des Übergangs geschah etwas Unerwartetes.

Er verschwand nicht.

Er dehnte sich aus.

Wurde zu den Farben, zu den Bewegungen, zu dem goldenen Kreis, zu dem weißen Licht. Wurde zu allem, was war und zu allem, was noch kommen würde.

Und irgendwo, in den Tiefen dieser grenzenlosen Weite, blieb ein leiser Gedanke zurück, kaum mehr als ein Flüstern:

„Ewigkeit beginnt genau hier.“

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Kalenderblatt
12. April

Türen bergen Geheimnisse

Das Kalenderblatt zum 12. April
“Türen bergen Geheimnisse”
“Doors hold msyteries”
“Puertas entrañan misterios”

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Bild spricht leise und doch mit einer Eindringlichkeit, die sich nicht entziehen lässt. Eine Tür steht im Zentrum, schlicht, verschlossen, und doch geladen mit Bedeutung. Sie ist kein architektonisches Detail, sondern ein Symbol: die Schwelle zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten, zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenen, zwischen dem, was wir sind – und dem, was wir sein könnten.

Die Farbwelt verstärkt diese Spannung auf subtile Weise. Das warme, fast glühende Orange der Tür wirkt wie ein inneres Licht, als würde hinter ihr etwas pulsieren, etwas Lebendiges, vielleicht sogar etwas Heiliges. Es ist kein kaltes, distanziertes Leuchten, sondern eines, das einlädt, das lockt, das ruft. Diese Tür ist kein Hindernis. Sie ist ein Versprechen.

Gleichzeitig umgibt sie ein Feld aus Violett, eine Farbe, die traditionell für Transformation, Spiritualität und das Geheimnisvolle steht. Das Violett wirkt wie ein energetischer Raum, ein Schleier zwischen den Welten, in dem sich Formen auflösen und neu entstehen. Nichts ist hier klar definiert, alles scheint im Fluss. Es ist der Raum der Möglichkeit, aber auch der Unsicherheit.

Und genau hier liegt die eigentliche Kraft dieses Werkes: Es konfrontiert uns mit der Frage, ob wir bereit sind, diese Tür zu öffnen. Denn jede Tür, die ein Geheimnis birgt, stellt auch eine Herausforderung dar. Sie verlangt Mut. Sie verlangt Vertrauen. Und vor allem verlangt sie die Bereitschaft, das Alte hinter sich zu lassen.

Vielleicht ist diese Tür nicht im Außen. Vielleicht ist sie in uns selbst. Vielleicht steht sie genau dort, wo wir zögern, wo wir uns klein halten, wo wir noch nicht den nächsten Schritt wagen. Das Bild hält uns diesen Moment vor Augen, den Moment kurz vor der Entscheidung.

Denn eines ist klar: Die Tür wird sich nicht von selbst öffnen. Aber sie wartet. Geduldig. Still. Und voller Möglichkeiten.

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