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Kalenderblatt
1. April

Blauer Donnerstag

Das Kalenderblatt zum 1. April
“Blauer Donnerstag”
“Blue Thursday”
“Jueves azul”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Werk trägt den Titel „Blauer Donnerstag“ und genau darin liegt bereits seine stille Provokation: Ein gewöhnlicher Tag wird hier in eine existenzielle Erfahrung verwandelt. Was auf den ersten Blick wie eine reduzierte, fast strenge Komposition erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein Spannungsfeld zwischen Ordnung und Auflösung, zwischen Kontrolle und Hingabe.

Das dominante Blau wirkt nicht dekorativ, sondern durchdringend, beinahe meditativ. Es ist kein sanftes Himmelsblau, sondern ein tiefes, strukturiertes Blau, das an Gedankenräume, innere Weiten und emotionale Tiefenschichten erinnert. Dieses Blau trägt, es umhüllt, und zugleich fordert es den Betrachter heraus, sich selbst darin zu verorten.

Die vertikalen Strukturen schneiden durch die Fläche wie Spuren eines inneren Prozesses. Sie wirken wie aufgerissene Schleier, als würde etwas sichtbar, das zuvor verborgen war. Das Weiß tritt nicht als Leere auf, sondern als Raum der Möglichkeit, als Atemstelle im dichten Gefüge des Blaus. Hier entsteht ein Rhythmus aus Verdichtung und Öffnung, aus Präsenz und Rückzug.

Die feinen goldenen Linien sind dabei keine bloßen Akzente, sie sind Achsen der Bewusstheit. Sie strukturieren, ohne einzuengen, und verleihen dem Werk eine fast sakrale Dimension. In ihrer Zurückhaltung wirken sie wie leise Orientierungspunkte in einem inneren Labyrinth.

Und dann ist da diese horizontale rote Linie am oberen Rand, subtil, aber unübersehbar. Sie fungiert wie ein Impuls, ein Signal, vielleicht sogar eine Grenze. Sie markiert den Übergang zwischen dem, was ist, und dem, was möglich wird. Ein Moment der Entscheidung.

„Blauer Donnerstag“ ist ein Zustand. Ein Innehalten mitten im Fluss des Alltäglichen. Ein Werk, das nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Es lädt ein, nicht nur zu schauen, sondern sich einzulassen  auf die eigene Tiefe, auf das eigene Blau.

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Kalenderblatt
1. April

Haarlem erwachend

Das Kalenderblatt zum 1. April
“Haarlem erwachend”
“Haarlem awakening”
“Haarlem despertandose”

Pastellkreide und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es war eine Stunde zwischen Traum und Tag, in der selbst die Zeit noch zögerte, ihren nächsten Schritt zu tun. In dieser Stunde lag die Stadt Haarlem still wie ein Atemzug, der noch nicht entschieden hatte, ob er sich entfalten oder zurückziehen sollte.

Die Häuser standen dicht aneinander, schlaftrunken und doch wachsam, als hätten sie über Nacht ihre Geheimnisse miteinander getauscht. Die Farben an ihren Fassaden – ein leuchtendes Rot, ein warmes Gelb, ein tastendes Blau – begannen sich langsam zu regen, als würde jemand mit unsichtbarer Hand Licht in sie hineingießen.

Und genau in diesem Moment geschah es.

Aus der Tiefe der Stadt, irgendwo zwischen Pflastersteinen und Erinnerungen, stieg ein schmaler, leuchtender Strom empor. Er war weder Wasser noch Licht, sondern etwas Drittes, etwas, das nur jene erkennen konnten, die noch nicht ganz wach waren. Dieser Strom wanderte langsam nach oben, tastete sich an Mauern entlang, glitt über Fenster und zog eine Spur von lebendigem Erwachen hinter sich her.

In einem der Häuser, dort, wo das Rot besonders warm glühte, lebte ein alter Maler. Er hatte viele Jahre darauf gewartet, dass die Stadt ihm ihr wahres Gesicht zeigte. Nacht für Nacht saß er am Fenster, doch immer blieb Haarlem still, verschlossen, geheimnisvoll.

Doch an diesem Morgen öffnete sich etwas.

Als der leuchtende Strom sein Fenster erreichte, begann das Glas zu flimmern, und der Maler sah plötzlich nicht mehr die Straßen, sondern die Seele der Stadt selbst. Er sah, wie die Farben miteinander sprachen, wie Linien sich erinnerten, wo sie einst gewesen waren, und wie jede Ecke, jeder Schatten ein Teil eines größeren, unsichtbaren Musters war.

„Jetzt“, flüsterte die Stadt, „siehst du mich.“

Der Maler zögerte nicht. Mit zitternder Hand griff er nach seinen Farben, doch diesmal malte er nicht die Häuser, nicht die Straßen, nicht den Himmel. Er malte das Erwachen selbst, dieses leise, kraftvolle Aufsteigen von innen nach außen, dieses unsichtbare Leuchten, das alles durchdringt.

Und während die Sonne langsam über die Dächer kroch, begann Haarlem sich vollständig zu entfalten. Die Farben wurden kräftiger, die Linien klarer, und der leuchtende Strom verschwand wieder, so still, wie er gekommen war.

Doch etwas hatte sich verändert.

Denn von diesem Tag an war die Stadt nicht mehr nur ein Ort aus Stein und Zeit. Sie war ein Wesen geworden, das jeden Morgen neu geboren wurde, durch das Licht, durch das Sehen, durch das Erinnern.

Und der Maler wusste:
Wer wirklich hinsieht, der erlebt nicht nur den Morgen, er wird selbst Teil seines Erwachens.

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