
Kalenderblatt vom 3. November
„Daniel und Kim sind in der Maremma „
„Daniel and Kim are in the Maremma“
„Daniel y Kim estan á la Maremma“
Acryl, Acrylpaste, Permanentstift auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm
Die Maremma. Eine Landschaft, in der die Erde noch ihre eigene Sprache spricht. Eine Landschaft voller Wärme, Ursprünglichkeit und verborgener Geschichten.
Ein glühend roter Himmel spannt sich über einen schmalen, beinahe schwarzen Horizont. Dort erheben sich rätselhafte Formen, die an Bäume, verdorrte Pflanzen oder Spuren einer längst vergangenen Zivilisation erinnern. Wie eine flüchtige Schrift zeichnen sie sich gegen das Rot ab.
Darunter breitet sich eine Landschaft aus, die weniger einen geografischen Ort beschreibt als vielmehr dessen inneres Wesen. Ocker, Rostrot, erdiges Grün und dunkles Violett durchdringen einander. Farben überlagern sich, brechen auf, verschwinden und tauchen an anderer Stelle wieder auf. Die Erde scheint in ständiger Bewegung, als bewahre sie in ihren Schichten die Erinnerung an alles, was hier einmal war.
Mitten durch diese bewegte Welt zieht sich eine feine, goldgelbe Linie. Unbeirrt und nahezu schwerelos steht sie im Raum. Sie verbindet nicht einfach Himmel und Erde. Sie scheint vielmehr auf etwas hinzuweisen, das jenseits der sichtbaren Landschaft liegt: einen stillen Mittelpunkt inmitten aller Veränderung.
Und Daniel und Kim?
Wir sehen sie nicht. Vielleicht sind sie irgendwo in dieser Landschaft unterwegs. Vielleicht stehen sie am Rand eines Feldes, schweigend, während die letzten Sonnenstrahlen die Erde zum Leuchten bringen. Vielleicht ist die Maremma für sie aber auch längst zu einer Erinnerung geworden, in der sich Erlebtes und Empfundenes untrennbar miteinander verbinden.
Der Titel gibt dem Bild eine persönliche, beinahe beiläufige Note. Zwei Menschen sind an einem bestimmten Ort. Mehr erfahren wir nicht. Gerade darin liegt sein Reiz. Denn während der Titel eine einfache Geschichte anzudeuten scheint, öffnet die Malerei einen Raum, der weit über diese Geschichte hinausführt.
„Daniel und Kim sind in der Maremma“ ist kein Abbild einer Landschaft. Es ist die malerische Verdichtung einer Erfahrung. Ein Zusammenspiel von Erinnerung und Gegenwart, von äußerer Wirklichkeit und innerem Erleben.
Was bleibt, ist nicht die Landschaft, wie wir sie gesehen haben, sondern das, was sie in uns hinterlassen hat.