
Das Kalenderblatt zum 3. November
„Dialog der Kräfte im chromatischen Raum“
„Dialogue of Forces in the Chromatic Space“
„Diálogo de las fuerzas en el espacio cromático“
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
Zwischen Aufruhr und Stille
Eine mächtige Bewegung durchzieht den Bildraum. Tiefes Blau steigt auf, verdichtet sich, bricht auseinander und formiert sich neu. Es ist, als würde eine unsichtbare Kraft das Sichtbare erfassen und in Bewegung versetzen.
Inmitten dieses Geschehens glüht ein intensives Rot. Es behauptet sich gegen die überwältigende Bewegung des Blaus, ohne sich ihr zu entziehen. Wie ein inneres Feuer, das nicht verlöschen will. Hier scheint etwas aufzubrechen, das lange verborgen war.
Am unteren Bildrand breiten sich Gelb und Grün aus. Sie bilden keinen ruhenden Gegenpol, sondern nehmen die Bewegung auf und verwandeln sie. Darüber öffnet sich ein heller Raum, in dem die aufgewühlten Formen allmählich ihre Schwere verlieren.
Das Bild erzählt keine Geschichte. Es lässt einen Vorgang sichtbar werden, der sich einer eindeutigen Deutung entzieht: das Ringen zwischen Festhalten und Loslassen, zwischen Widerstand und Hingabe, zwischen dem, was geworden ist, und dem, was erst entstehen will.
Vielleicht liegt gerade darin sein inneres Geheimnis: Nicht die Überwindung der Gegensätze führt zur Verwandlung, sondern ihre Begegnung.
Und mitten im Aufruhr kündigt sich etwas an, das noch keinen Namen hat.