
Das Kalenderblatt zum 24. Oktober
„Embryogenesis“
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
Das Geheimnis des Werdens
Aus einer dunklen, erdhaften Tiefe tritt eine helle, noch unbestimmte Form hervor. Eingebettet in ein Geflecht aus rauen Strukturen, warmen Rottönen und goldenem Licht scheint sie zwischen Geborgenheit und Aufbruch zu schweben.
Etwas beginnt, Gestalt anzunehmen, ohne bereits zu wissen, was es einmal sein wird.
Die Oberfläche erzählt von Bewegung, Verdichtung und Veränderung. Feine Risse, organische Spuren und durchscheinende Farbschichten lassen einen Prozess erahnen, der sich unserem unmittelbaren Erkennen entzieht. Noch ist nichts abgeschlossen. Alles befindet sich im Werden.
„Embryogenesis“ verweist auf jenen geheimnisvollen Übergang, an dem das Unsichtbare in die Sichtbarkeit tritt. Nicht allein als biologischer Vorgang, sondern als Sinnbild einer inneren Entwicklung, in der sich ein neues Bewusstsein vorbereitet.
Das Licht kommt dabei nicht von außen. Es scheint aus der Form selbst hervorzudringen, als wäre es von Anfang an in ihr verborgen gewesen.
Vielleicht liegt darin das eigentliche Geheimnis jeder Transformation: Das Neue entsteht nicht erst durch das, was wir hinzufügen, sondern durch das, was aus der Tiefe unseres Wesens hervortreten will.
So wird „Embryogenesis“ zu einem Bild des inneren Ursprungs, einer stillen schöpferischen Kraft, die noch keine endgültige Gestalt besitzt und dennoch bereits alles in sich trägt.
Das Werden hat begonnen. Was daraus hervorgeht, bleibt offen.