
Das Kalenderblatt zum 28. August
„Die Wiese, die vom Meer träumte“
„The Meadow That Dreamed of the Sea“
„El prado que soñaba con el mar“
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
Wo endet die Wiese und wo beginnt das Meer?
Türkis, Blau, Grün, Weiß und einzelne gelbe Spuren überlagern sich zu einer Landschaft, die sich einer eindeutigen Zuordnung entzieht. Was zunächst wie Vegetation erscheint, kann im nächsten Augenblick Wasser sein. Helle Strukturen erinnern an Gräser und Blüten, zugleich aber auch an Schaum, Gischt und bewegte Wellen.
Die Wiese scheint sich an das Meer zu erinnern, obwohl sie vielleicht niemals dort gewesen ist.
Die Acrylpaste verstärkt dieses Spiel. Ihre reliefartigen Spuren geben der Oberfläche eine körperliche Struktur, an der das Licht hängen bleibt. Je nach Blickwinkel treten andere Bereiche hervor: kleine Erhebungen, Verdichtungen und offene Stellen, die das Bild ständig zwischen Landschaft und Abstraktion wechseln lassen.
Besonders die gelben und goldenen Partien wirken wie Lichtinseln innerhalb der kühlen Farbwelt. Sie könnten Blüten sein, Sonnenreflexe auf Wasser oder etwas, das sich jeder gegenständlichen Benennung entzieht.
Der Titel „Die Wiese, die vom Meer träumte“ macht aus dieser Unbestimmtheit eine kleine Geschichte. Zwei Landschaften begegnen sich, ohne dass eine die andere verdrängt.
Vielleicht träumt die Wiese davon, ihre Begrenzung zu verlieren.
Vielleicht träumt das Meer davon, für einen Augenblick festen Boden zu bekommen.
Oder vielleicht existiert diese Trennung nur in unserem Blick.
Im Bild werden Gras zu Wellen, Wellen zu Licht und Landschaft zu Erinnerung.