Kalenderblatt
9. Mai

Wächter der Meere

Das Kalenderblatt zum 9. Mai
“Wächter der Meere”
“Guardians of the Seas”
“Guardianes de los Mares”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es war einmal, weit hinter den bekannten Küsten, dort, wo das Meer mit dem Himmel flüsterte und die Nächte in violettem Licht leuchteten, eine Insel ohne Namen. Niemand wagte sich dorthin, denn man erzählte sich, dass dort ein uralter Wächter lebte, größer als ein Mensch, älter als jede Erinnerung und schweigsamer als die Tiefsee selbst. Die Fischer nannten ihn nur den „Wächter der Meere“.

In mondhellen Nächten konnte man seine Gestalt auf den Klippen erkennen. Er stand regungslos gegen den Wind gebeugt, als lausche er den Stimmen der Wellen. Sein Körper schien aus Felsen, Nebel und vergessenen Geschichten geformt zu sein. Unter dem großen goldenen Mond hob er manchmal langsam die Arme, und dann begannen die Wasser zu leuchten wie flüssiges Blau aus einer anderen Welt.

Die Menschen glaubten, er bewache verborgene Schätze. Doch die Alten wussten mehr. Sie erzählten, dass der Wächter nicht das Gold der Könige schützte, sondern etwas viel Wertvolleres: die Träume der Seeleute, die Hoffnung der Verirrten und die Erinnerung an all jene, die das Meer verschlungen hatte.

Eines Winters geriet ein kleines Boot in einen gewaltigen Sturm. Schwarze Wolken verschlangen den Himmel, und die Wellen wurden so hoch wie Türme. Der junge Fischer Elias glaubte bereits, sein letztes Gebet gesprochen zu haben. Doch plötzlich erschien zwischen Regen und Gischt ein violettes Licht. Dort, auf den Felsen der namenlosen Insel, stand die riesenhafte Gestalt des Wächters. Der goldene Mond hinter ihm leuchtete wie ein uraltes Siegel am Himmel.

Langsam hob der Wächter seine Hand. Augenblicklich beruhigten sich die tobenden Wasser. Die Wellen teilten sich wie ein atmender Pfad aus blauem Licht. Elias folgte diesem geheimnisvollen Strom, bis sein Boot sicher in eine stille Bucht glitt. Als er sich umdrehte, war der Wächter verschwunden. Nur der Mond hing noch groß und schweigend über dem Meer.

Viele Jahre später wurde Elias selbst ein alter Mann. Oft saß er am Hafen und erzählte den Kindern seine Geschichte. Manche glaubten ihm, andere lachten darüber. Doch wenn der Wind nachts salzig durch die Gassen zog und der Mond golden über den Wellen stand, blickten selbst die Zweifler hinaus aufs Meer, in der Hoffnung, für einen einzigen Augenblick die dunkle Gestalt des uralten Hüters zu erkennen.

Denn irgendwo zwischen den Welten wacht er noch immer. Der Wächter der Meere. Hüter der verlorenen Wege, Beschützer der Hoffnung und schweigender Freund aller, die sich im Sturm des Lebens verirrt haben.

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