
Das Kalenderblatt zum 14. April
“Verloren im Gewirr der Zeiten?”
“Lost in the Tangle of Time?”
“¿Perdido en el enredo del tiempo?”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
In diesem Bild scheint die Zeit selbst ihre klare Linie verloren zu haben oder vielleicht wurde sie bewusst aufgelöst, um etwas Tieferes sichtbar zu machen. „Verloren im Gewirr der Zeiten?“ ist weniger eine Frage als ein innerer Zustand: ein Moment, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinanderfließen wie Farben auf einer vibrierenden Oberfläche.
Das leuchtende, fast pulsierende Zentrum, ein kreisförmiges Gebilde in warmem Gold, wirkt wie ein Ankerpunkt im Chaos, wie ein stiller Kern, der sich dem Zerfall widersetzt. Es ist das Bewusstsein selbst, unerschütterlich, während sich um ihn herum Schichten von Erfahrungen, Erinnerungen und Eindrücken verdichten. Die Struktur ist rau, gebrochen, vielschichtig, ein visuelles Echo gelebter Zeit, die sich nicht linear, sondern in Fragmenten entfaltet.
Die umgebenden Farben, das satte Grün, das vibrierende Blau, die erdigen Rot- und Gelbtöne, erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Wachstum, Tiefe und Transformation. Hier entsteht ein Gefühl von Überlagerung statt Ordnung, von Verdichtung statt Klarheit. Und genau darin liegt die Kraft dieses Werkes: Es zwingt den Betrachter, sich nicht an der Oberfläche festzuhalten, sondern sich einzulassen auf das Unübersichtliche, das Unkontrollierbare, das Wahrhaftige.
Was zunächst wie ein „Verlorensein“ erscheint, offenbart sich bei näherem Hinsehen als ein Zustand intensiver Durchdringung. Nichts ist wirklich verloren, alles ist gleichzeitig da. Zeit wird hier nicht gemessen, sondern erlebt. Sie ist kein Fluss mehr, sondern ein Gewebe, ein Geflecht, ein vibrierendes Netz aus Momenten.
Dieses Bild stellt keine einfache Frage, es konfrontiert dich mit einer Entscheidung: Willst du Ordnung, oder Wahrheit? Denn die Wahrheit zeigt sich selten linear. Sie erscheint oft genau so: fragmentiert, widersprüchlich, überwältigend und doch zutiefst lebendig.