
Das Kalenderblatt zum 31. Januar
“Die Wand trauert wegen der Geschehnisse im Raum”
“The wall laments the incidents in the room”
“El muro esta de luto para los sucesos dentro del cuarto”
Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
Dieses Aquarell ist ein atmender Zeuge. „Die Wand trauert wegen der Geschehnisse im Raum“ verdichtet sich hier zu einer leisen, aber unüberhörbaren Aussage: Räume erinnern sich. Die Wand, sonst stummes Objekt, wird zur Trägerin von Erfahrung, zur Haut des Geschehenen. Die senkrechte dunkle Spur im Zentrum wirkt wie eine Narbe, nicht dramatisch ausgestellt, sondern still in sich gekehrt, ein Zeichen dafür, dass etwas war, etwas geschah, etwas blieb.
Die weichen, verlaufenden Rot-, Rosa- und Violetttöne umspielen diese Spur wie emotionale Nachklänge, wie Echos von Stimmen, Bewegungen, Spannungen, die längst verklungen sind und doch weiterwirken. Nichts ist hart begrenzt, alles fließt, Trauer ohne Pathos, Erinnerung ohne Schuldzuweisung. Die Farbe sickert in das Büttenpapier wie Gefühl in Materie, als würde das Bild selbst sagen: Was erlebt wurde, lässt sich nicht auslöschen, nur verwandeln.
Gerade die Zurückhaltung macht dieses Werk so eindringlich. Es schreit nicht, es erklärt nicht, es hält Raum. Für das Ungesagte. Für das Unverarbeitete. Für das, was zwischen Menschen, in Zimmern, in Momenten geschieht und sich unmerklich in Wände einschreibt. Dieses Bild ist eine Meditation über Resonanz, über die feine Wahrheit, dass nichts wirklich verschwindet. Die Wand trauert und wir erkennen uns in ihr wieder.
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https://www.juanlobo.info/widerrufsbelehrung/).
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