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Kalenderblatt
14. März

Samstag Morgen, der imaginäre Sonnenuntergang

Das Kalenderblatt zum 14. März
“Samstag Morgen, der imaginäre Sonnenuntergang”
“Saturday Morning, the Imaginary Sunset”
“Sábado por la mañana, la puesta de sol imaginaria”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Der Titel trägt eine poetische Spannung in sich, ein scheinbarer Widerspruch, der den Betrachter unmittelbar in einen inneren Raum der Wahrnehmung führt. Morgen und Sonnenuntergang begegnen sich hier nicht als Gegensätze, sondern als zwei Zustände derselben Zeitlosigkeit. Das Bild erzählt von einem Moment, in dem Anfang und Ende ineinander übergehen.

Die Komposition wirkt zunächst klar und ruhig: horizontale Farbbänder strukturieren die Fläche wie Schichten eines inneren Horizonts. Doch innerhalb dieser scheinbaren Ordnung pulsiert Bewegung. Kratzspuren, Überlagerungen und Verdichtungen der Acrylfarbe lassen eine lebendige Textur entstehen, die an Erdschichten, verwitterte Mauern oder die Spuren von Zeit selbst erinnert.

Der dominante Bereich in warmen Orange- und Rotnuancen entfaltet eine starke energetische Präsenz. Diese Zone wirkt wie ein Feld reiner Lebenskraft,  glühend, vibrierend, fast atmend. Darin schwebt die kreisförmige Form der Sonne, leicht nach rechts versetzt. Sie ist nicht einfach ein Himmelskörper, sondern erscheint wie ein Symbol für Bewusstsein, für das innere Zentrum, für die Quelle von Wärme und Erfahrung.

Auffällig ist, dass diese Sonne nicht eindeutig auf oder untergeht. Sie befindet sich auf einer Linie, die zugleich Horizont und Grenze ist. Dadurch entsteht die faszinierende Ambivalenz des Titels: Ist dies ein Sonnenaufgang, der wie ein Sonnenuntergang erscheint,  oder ein Sonnenuntergang, der bereits den Morgen in sich trägt? Das Bild verweigert eine eindeutige Antwort und öffnet damit einen meditativen Raum.

Die unteren dunkleren Schichten – violette und erdige Töne – wirken wie das Gedächtnis der Nacht, aus dem das Licht hervorgegangen ist. Darüber liegt eine helle, fast leuchtende Zone, die an Nebel, Atem oder einen stillen Übergang erinnert. Diese Schicht bildet eine Art Schwelle zwischen Dunkelheit und Glut, zwischen Vergangenheit und Möglichkeit.

Durch die Verwendung von Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten entsteht eine besondere Spannung zwischen Materialität und Leichtigkeit. Die reliefartige Oberfläche hält Spuren des Gestischen fest, während das Papier zugleich eine fragile Offenheit bewahrt. So wirkt das Bild gleichzeitig archaisch und poetisch, erdig und imaginär.

In seiner Essenz erzählt dieses kleine Format von einem universellen Moment: dem Augenblick, in dem wir erkennen, dass jeder Anfang bereits ein Ende enthält und jedes Ende einen neuen Anfang vorbereitet. Der imaginäre Sonnenuntergang am Samstagmorgen wird so zu einem Symbol für Bewusstsein, für das stille Wissen, dass Zeit nicht linear, sondern zyklisch und lebendig ist.

Das Bild lädt den Betrachter nicht nur zum Anschauen ein, sondern zum Innehalten. Es ist ein visuelles Mantra über Übergänge, über das Glühen des Augenblicks und über jene geheimnisvolle Zone, in der Morgen und Abend, Werden und Vergehen, Licht und Erinnerung miteinander verschmelzen.

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Kalenderblatt
16. Oktober

Sonntag auf dem Lande

Kalenderblatt vom 16. Oktober
“Sonntag auf dem Lande”
“Sunday in the country”
“Domingo en el campo”

Tusche auf Zeichenpapier ca. 15 x 21 cm

Der Titel klingt nach Stille, nach einem Atemzug zwischen den Tagen, nach einem Moment, in dem Zeit keine Rolle spielt. Doch wer sich diesem Bild mit wachem Blick nähert, spürt rasch: Hier ruht nichts, hier lebt etwas.

Ein flammend roter Kreis dominiert die Komposition, eine Sonne, die nicht einfach scheint, sondern pulsiert, eine Kraftquelle zwischen Aufbruch und Erinnerung. Sie scheint zu glühen wie das Herz des Landes selbst, als würde sie das darunterliegende Geflecht aus Linien und Formen mit Energie erfüllen. Ich arbeite mit einer radikalen Reduktion, Tusche auf weißem Papier und doch entsteht eine reiche, vibrierende Landschaft, irgendwo zwischen Traum und Realität.

Diese Linien erzählen Geschichten, organisch, archaisch, fast wie Zeichen einer alten Sprache. Man meint, Hügel zu erkennen, Wege, vielleicht Häuser, aber alles bleibt fließend, wie in einem Zustand zwischen Wachen und Dämmern. Es ist ein Land der inneren Bilder, wo Struktur und Chaos sich in Balance halten. Die Tuschestriche wirken zugleich kontrolliert und frei, eine Meditation in Bewegung.

Die Atmosphäre? Ruhig und doch aufgeladen. Ein Bild stiller Intensität. Das Rot bringt Leben und Leidenschaft, das Schwarz-Weiß rahmt es in Klarheit und Einfachheit. Hier entsteht ein Kontrast zwischen Erdung und Aufbruch, zwischen Kontemplation und kreativer Kraft.

Spirituell betrachtet könnte die rote Sonne für Bewusstsein oder Transformation stehen, für das Erwachen einer inneren Energie, die über das Alltägliche hinausweist. Emotional ruft das Werk eine Mischung aus Sehnsucht und Geborgenheit hervor: die Sehnsucht nach Weite, nach Natur, nach Ursprünglichkeit und gleichzeitig die Geborgenheit in der Ordnung des Einfachen.

So könnte „Sonntag auf dem Lande“ auch als Metapher für die Rückkehr zu sich selbst verstanden werden. Die Linien sind Wege, die wir gehen, Schleifen, die wir drehen, Muster, in denen wir leben. Und über allem steht diese Sonne, ein Symbol für das Leben selbst, das uns immer wieder ruft.

Das Bild stellt Fragen, leise, aber beharrlich:
Wo beginnt für dich das Land deiner inneren Ruhe? Wann war dein letzter Sonntag, nicht im Kalender, sondern in deinem Herzen?

„Sonntag auf dem Lande“ ist kein Landschaftsbild im klassischen Sinn. Es ist ein emotionales Feld, ein spiritueller Raum, ein poetisches Statement über die Verbindung zwischen Mensch, Natur und Geist. Es lädt den Betrachter nicht nur zum Sehen, sondern zum Spüren ein und genau darin liegt seine Kraft.

Ein Werk für jene, die in der Einfachheit das Wesentliche suchen  und in der Stille das Leben hören.

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