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Kalenderblatt
20. Januar

Nächte in Sapporo

Kalenderblatt vom 20. Januar
“Nächte in Sapporo”
“Nights in Sapporo”
“Noches en Sapporo”

Acryl, Acrylpaste auf Acrylpapier ca. 21 x 15 cm

Es gibt Nächte, die nicht dunkel sind, sondern klar. Nächte, in denen Gedanken langsamer werden und Wahrnehmung schärfer. „Nächte in Sapporo“ setzt genau dort an, nicht als Abbild einer Stadt, sondern als Verdichtung eines inneren Zustands. Dieses Bild behauptet nichts, es öffnet. Und was sich öffnet, ist ein Raum aus Stille, Kälte, Konzentration und unerwarteter Wärme.

Die silbrig-graue Bildfläche breitet sich aus wie nächtlicher Schnee, vom Wind bewegt, verdichtet und wieder aufgelöst. Sie wirkt roh und zugleich kontrolliert, körperlich und doch entrückt. Hier liegt keine Leere, sondern eine gespannte Ruhe, eine Atmosphäre, in der jedes kleinste Zeichen Bedeutung bekommt. Die Struktur der Acrylpaste verstärkt diesen Eindruck: Das Bild ist nicht glatt, es trägt Spuren, wie eine Landschaft nach einer langen Nacht.

Im Zentrum schwebt die gelbe Kreisform, ein Lichtkörper ohne Pathos. Kein greller Akzent, sondern eine innere Wärme, zurückhaltend, souverän, unaufdringlich. Dieses Gelb ist kein Trostpflaster, sondern ein stilles Gegenüber zur Kühle des Umfelds. Es erinnert daran, dass selbst in der klarsten Kälte etwas Lebendiges pulsiert. Der Blick kehrt immer wieder zu diesem Punkt zurück, als suche er dort Orientierung.

Links verankert der vertikale blaue Balken das Bild. Er steht aufrecht, ruhig, fast unbeweglich. Ein Zeichen von Struktur, vielleicht von Urbanität, vielleicht von innerer Haltung. Dieses Blau schafft Halt, ohne Dominanz. Es ist die Achse, an der sich das freie, gestische Geschehen ausrichten kann, ein stiller Dialog zwischen Ordnung und Auflösung.

Im unteren Bildbereich treten schwarze, skizzenhafte Linien auf, fragmentiert und offen. Sie wirken wie Notationen, wie Gedankenreste, wie Spuren von Wegen, die gegangen wurden oder noch offenstehen. Hier entsteht Zeit im Bild, Bewegung, Erinnerung, ein leises Echo menschlicher Präsenz. Nichts ist abgeschlossen, alles bleibt im Übergang.

„Nächte in Sapporo“ lebt von der präzisen Balance zwischen Kontrolle und Intuition, zwischen archaischer Fläche und klar gesetztem Zeichen. Es ist ein Bild, das nicht erzählt, sondern erfahrbar macht. Einsamkeit ohne Schwere. Fremde ohne Bedrohung. Nacht nicht als Ende, sondern als Möglichkeitsraum.

Was bleibt, ist kein Motiv, sondern ein Nachklang: das Gefühl wacher Stille, wenn die Welt zurücktritt und etwas Eigenes sichtbar wird.

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