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Kalenderblatt
8. März

Frostiges Treiben in der Morgenwelt

Das Kalenderblatt zum 8. März
“Frostiges Treiben in der Morgenwelt”
“Frosty Activity in the Morning World”
“Actividad Helada en el Mundo de la Mañana”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

„Frostiges Treiben in der Morgenwelt“ entfaltet sich wie der erste Atemzug eines neuen Tages, still, kühl und zugleich voller verborgener Bewegung. In der reduzierten Farbwelt aus tiefem Blau und aufleuchtendem Weiß entsteht eine Szenerie, die zwischen Winterlandschaft, innerer Seelenlandschaft und kosmischem Erwachen zu schweben scheint.

Die kraftvollen, teils pastosen Spuren der Acrylfarbe wirken wie eingefrorene Bewegungen. Linien stoßen vor, verzweigen sich, brechen ab und setzen neu an, als würde sich das Leben selbst im frostigen Morgengrauen tastend entfalten. Das Weiß der Büttenoberfläche tritt immer wieder hervor und wird zum Licht des erwachenden Tages, das durch die Strukturen hindurchleuchtet. Es ist kein statisches Weiß, sondern ein atmendes Feld, in dem sich Formen andeuten und wieder auflösen.

Die blauen Strukturen erinnern zugleich an vereiste Pflanzen, geologische Formationen oder kristalline Wachstumsprozesse. Hier scheint etwas zu keimen, zu wachsen oder sich neu zu ordnen. Das Bild erzählt damit von einem Zustand zwischen Erstarrung und Bewegung, einem Moment, in dem die Welt noch vom Frost gehalten wird, während darunter bereits das unsichtbare Treiben des Lebens beginnt.

Besonders eindrucksvoll ist die Dynamik der Linienführung: Sie führt den Blick durch ein Geflecht aus Spannungen, Verdichtungen und offenen Räumen. Dadurch entsteht der Eindruck eines inneren Pulses, eines leisen, doch unaufhaltsamen Werdens. Das Bild wirkt nicht laut oder dramatisch, sondern wie ein mystischer Augenblick kurz vor dem ersten Sonnenstrahl, in dem die Welt noch im Geheimnis ruht.

Die Kombination aus Acryl und Acrylpaste auf feinem Aquarellbütten verstärkt diese Wirkung. Die reliefartigen Strukturen verleihen dem Bild eine körperliche Präsenz, während die zarten Papierflächen für Leichtigkeit und Durchlässigkeit sorgen. So entsteht eine Spannung zwischen Materialität und Transparenz, zwischen Erdung und Schweben.

Am Ende öffnet „Frostiges Treiben in der Morgenwelt“ einen Raum der Wahrnehmung, in dem Betrachterinnen und Betrachter eingeladen sind, das leise Erwachen der Welt zu spüren. Es ist ein Bild über Übergänge: zwischen Nacht und Tag, Ruhe und Bewegung, Form und Auflösung.

Und vielleicht erzählt es noch etwas Tieferes, von jenem unsichtbaren Moment, in dem Neues beginnt, lange bevor es sichtbar wird.

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Kalenderblatt
21. Dezember

Traum eines kretischen Abends am Morgen

Kalenderblatt vom 21. Dezember
“Traum eines kretischen Abends am Morgen”
“Dream of a Cretan eve in the morning”
“Sueño de una tarde cretense a la mañana”

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellpapier ca. 15 x 21 cm

„Traum eines kretischen Abends am Morgen“ ist kein Landschaftsbild im klassischen Sinn, es ist eine Erinnerung, die noch warm ist, ein inneres Nachglühen, das sich weigert, dem klaren Licht des Morgens zu weichen. Dieses Bild erzählt nicht von Kreta, es atmet Kreta.

Die glühenden Orange- und Rottöne im oberen Bildraum wirken wie ein Himmel, der sich noch nicht entschieden hat, ob er Abschied oder Verheißung sein will. Es ist der Moment nach dem Untergang der Sonne, wenn der Tag längst vorbei ist, aber die Seele noch nicht schlafen möchte. Die Farben sind nicht glatt, nicht gefällig,  sie sind aufgerissen, geschichtet, verdichtet. Hier wurde nicht gemalt, hier wurde erinnert.

Darunter öffnet sich eine Landschaft, die zugleich real und entrückt ist. Ein Horizont, der schwankt, als würde er sich dem Träumenden anpassen. Blau, Grün und erdige Gelbtöne fließen ineinander, ohne sich festzulegen. Es ist das Meer, es ist das Land, es ist das Dazwischen. Ein Raum, in dem Zeit keine lineare Richtung mehr hat.

Die Acrylpaste verleiht dem Bild eine spürbare Körperlichkeit. Man sieht nicht nur Farbe, man sieht Spuren von Bewegung, von Druck, von Entscheidung. Kratzspuren, Verdichtungen, Schichtungen,  sie erzählen von Wind, von Hitze, von jahrtausendealter Erde. Kreta als Archetyp, nicht als Ort. Ursprünglich. Wild. Unverfügbar.

Und dann ist da dieser Morgen. Kein frischer Neubeginn, kein klares Erwachen, sondern ein sanftes Hinüberretten der Nacht in den Tag. Der Traum ist noch da. Vielleicht verblasst er gleich. Vielleicht bleibt er für immer. Dieses Bild hält genau diesen flüchtigen Moment fest,  den Augenblick, bevor wir uns selbst wieder verlieren.

„Traum eines kretischen Abends am Morgen“ ist eine Einladung, langsamer zu sehen. Nicht zu erklären, sondern zu spüren. Nicht zu suchen, sondern sich erinnern zu lassen. Ein Bild für Menschen, die wissen, dass die stärksten Orte nicht auf Landkarten existieren, sondern im Inneren.

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