Schlagwort-Archiv: Gold

Kalenderblatt
23. Januar

Vielleicht wird's heut ein goldener Tag?

Kalenderblatt vom 23. Januar
“Vielleicht wird’s heut ein goldener Tag?”
“Perhaps today will be a golden day?”
“Quizás hoy será un día áureo?”

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Acrylpapier ca. 21 x 15 cm / Bild 875

Vielleicht wird’s heut ein goldener Tag?“ ist ein Bild, das leuchtet, ohne sich aufzudrängen. Eine Fläche in Gold, aber nicht glatt, nicht dekorativ, nicht geschniegelt. Dieses Gold trägt Spuren, Risse, Verdichtungen, kleine Unebenheiten wie Erinnerungen im Material. Es wirkt, als hätte sich hier etwas über Nacht gesetzt: ein stilles, erdnahes Strahlen, das nicht aus Glamour besteht, sondern aus Substanz.

Man sieht keine Motive im klassischen Sinn und genau darin liegt seine Kraft. Dieses Bild ist kein „Objekt“, es ist ein Zustand. Ein inneres Wetter. Es erinnert an eine Wand, die viele Tage gesehen hat, an Gestein, das vom Leben poliert wurde, an eine Oberfläche, die sich nicht erklärt, aber antwortet, sobald man sie betrachtet. Das Gold ist dabei nicht nur Farbe, es ist ein Versprechen. Ein „Ja“ im Ton der Zurückhaltung. Kein Triumph, sondern Würde.

Die Struktur wirkt wie eine Landschaft ohne Horizont: oben heller, offener, fast atmend, unten dichter, schwerer, mit einer Ahnung von Schwere, aus der sich das Licht erst herausarbeiten musste. Es ist, als würde das Bild sagen: Gold entsteht nicht, weil alles perfekt ist. Gold entsteht, weil etwas standgehalten hat. Weil etwas durch dunklere Schichten gegangen ist und trotzdem nicht aufgehört hat zu glauben.

Und dann ist da dieser Titel, der wie eine leise Selbstzusage klingt: „Vielleicht…“,  nicht sicher, nicht behauptend, sondern offen. Aber genau diese Offenheit macht es so menschlich. Denn wer kennt ihn nicht, diesen Moment am Morgen, in dem man noch nicht weiß, wie der Tag wird  und trotzdem eine winzige innere Bewegung spürt, die flüstert: Es könnte gut werden. Nicht als naiver Optimismus, sondern als bewusste Entscheidung, den Tag nicht vorab zu verlieren.

Dieses Werk wirkt wie ein goldener Schutzmantel über einem empfindsamen Kern. Es ist wie ein inneres Ritual: sich zu erinnern, dass selbst in einem gewöhnlichen Tag etwas Kostbares liegen kann. Nicht unbedingt sichtbar. Aber spürbar. Dieses Gold ist nicht „oben drauf“, sondern „von innen“. Es ist die Farbe von Reife, von Geduld, von gelebter Zeit.

„Vielleicht wird’s heut ein goldener Tag?“ ist damit nicht nur ein Bild, sondern eine Einladung: Sieh genauer hin. Atme. Werde langsamer. Und entdecke, dass Gold nicht nur glänzt, sondern auch trägt.

——————
Du kannst dieses Original kaufen:

Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
https://www.juanlobo.info/widerrufsbelehrung/).
——————
Teile diesen Beitrag

Kalenderblatt
12. September

Das Ultramarin greift ein und dynamisiert das Gold

Kalenderblatt vom 12. September
“Das Ultramarin greift ein und dynamisiert das Gold”
“The ultramarine comes into action and dynamises the gold”
“El ultramarino interviene y dinamiza el oro”

Acryl, Acrylpaste, Pigment, Quarzsand auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Ein eruptives Schauspiel aus Farbe, Materie und Bedeutung: Schon beim ersten Blick entfaltet dieses Werk eine unmittelbare Spannung zwischen Kraft und Verletzlichkeit. Das gleißende Gelb strahlt wie ein Sonnenaufgang oder wie eine Explosion und trägt zugleich das Versprechen von Erneuerung in sich. Doch dann: das Ultramarin, ein scharfer Keil, der das Gold zerschneidet und gleichzeitig auflädt. Es wirkt wie ein unerwarteter Impuls, eine Intervention, die das scheinbar Vollkommene herausfordert und neu formt.

Die Emotionen bewegen sich zwischen Staunen und Unruhe. Hier lodert Leidenschaft, hier glimmt Aufbruchsstimmung, hier schwingt die Ahnung von etwas Größerem. Lebendig, dramatisch, voller Bewegung, als würde ein kosmischer Funke im Inneren zünden.

Die Atmosphäre ist elektrisierend: nicht harmonisch, sondern von einem starken Rhythmus durchzogen, der den Betrachter nicht in Ruhe lässt. Es ist das Gegenteil von Stillstand, es ist Transformation in Echtzeit.

Die Geschichte könnte die eines Kampfes sein: Gold, das für Reichtum, Vollkommenheit oder Spiritualität steht, wird vom Blau – Symbol für Tiefe, Erkenntnis, das Unbewusste – herausgefordert. Oder ist es gar kein Kampf, sondern ein Tanz? Das Ultramarin zwingt das Gold nicht in die Knie, sondern schenkt ihm eine neue Dimension, eine ungeahnte Dynamik.

Die Symbolik öffnet viele Ebenen:

  • Emotional: der Mut, sich der Störung zu stellen und in ihr eine Chance auf Entwicklung zu sehen.

  • Spirituell: das Erwachen, wenn das höhere Bewusstsein (Blau) die materielle Fülle (Gold) dynamisiert und in Bewegung bringt.

  • Sozial: der Impuls, der bestehende Ordnungen sprengt, um Platz für Innovation zu schaffen.

  • Politisch: das Fremde, das Unerwartete, das in ein starres System eindringt und Veränderung erzwingt.

Die Fragen, die dieses Werk stellt, sind ebenso tief wie unbequem:

  • Was passiert, wenn Stabilität aufgebrochen wird?

  • Bin ich bereit, die Sicherheit des Bekannten loszulassen?

  • Ist Gold nur wertvoll, wenn es unberührt bleibt oder gerade dann, wenn es durch Bewegung lebendig wird?

Die Originalität liegt in der kompromisslosen Direktheit: Hier wird nicht beschönigt, nicht verschleiert, sondern klar gesagt: Veränderung ist Energie. Energie ist Leben.

Dieses Werk ist ein visuelles Manifest für Aufbruch, Mut und schöpferische Kraft. Es zieht den Betrachter in seinen Bann, weil es eine universelle Wahrheit ausspricht: Das Leben geschieht nicht in der Stille des Bewahrens, sondern im Feuer der Transformation.

Teile diesen Beitrag