Kalenderblatt
5. September

Faszination: Abend

Kalenderblatt zum 5. September
„Faszination: Abend“

„Fascination: evening“
„Fascinación: La tarde“

Acryl, Acrylpaste und Glitter auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Faszination: Abend“ zieht den Betrachter in eine Welt, in der Farbe und Struktur miteinander verschmelzen und ein Gefühl von Intensität und innerer Bewegung erzeugen. Schon auf den ersten Blick löst das Bild Wärme, Sehnsucht und eine leise Dramatik aus. Das vibrierende Orange, durchzogen von rötlichen Wirbeln, erinnert an einen glühenden Himmel, an die letzten Strahlen einer untergehenden Sonne und zugleich an das ungebändigte Feuer der eigenen inneren Kraft.

Die Atmosphäre ist aufwühlend und zugleich meditativ. Sie trägt das Versprechen eines Tages, der sich neigt, und die Vorahnung einer Nacht, die voller Geheimnisse sein wird. Der untere Bildbereich,  die kantigen, fast architektonisch wirkenden Strukturen, wirken wie eine uralte Stadt, in die das Licht des Abends fällt. Zwischen Stein und Glut entsteht ein Dialog von Beständigkeit und Vergänglichkeit.

Spontan tauchen Geschichten auf: eine Festung in der Wüste, die unter der Hitze des Tages aufglüht. Oder eine Erinnerung an ferne Reisen, an Abende, die nach Abenteuer schmecken. Vielleicht auch eine innere Landschaft, das Gefühl, an der Schwelle zu etwas Neuem zu stehen, während das Alte im Abendlicht noch einmal golden aufleuchtet.

Symbolisch könnte das Bild vieles ausdrücken: den Kampf zwischen Licht und Dunkel, die Schönheit des Vergehens, die Magie der letzten Momente. Spirituell gelesen, zeigt es die Kraft der Transformation. Aus der Glut des Abends entsteht der Raum für die Stille der Nacht, für Rückzug und Regeneration. Sozial oder politisch betrachtet, mag man in den Strukturen eine bröckelnde Stadt sehen, die vom Feuer der Veränderung überstrahlt wird.

Das Werk stellt Fragen: Wo stehe ich selbst zwischen Aufbruch und Vergänglichkeit? Halte ich am Alten fest oder lasse ich mich vom Feuer des Neuen verzaubern? Welche Mauern in mir leuchten, wenn ich sie ins Abendlicht stelle?

„Faszination: Abend“ ist originell in seiner Umsetzung, weil es nicht nur einen Sonnenuntergang malt, sondern die Essenz des Übergangs einfängt: roh, strukturiert, glühend, fast spürbar. Es fordert dazu auf, den Abend nicht als Ende, sondern als Verheißung zu begreifen.

Dieses Bild ist eine Einladung, tiefer zu fühlen, Erinnerungen wachzurufen und den eigenen inneren Sonnenuntergang zu erforschen. Wer es besitzt, holt sich ein Stück pure Energie, ein Symbol für Wandel und Lebendigkeit ins Zuhause.

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Kalenderblatt
5. September

Nach dem Besuch im Bierzelt trifft Herr Surbier die schöne Berta mit dem Silberblick. Zu viert gehen sie ein Stück des Weges miteinander.

Kalenderblatt vom 05. September
„Nach dem Besuch im Bierzelt trifft Herr Surbier die schöne Berta mit dem Silberblick. Zu viert gehen sie ein Stück des Weges miteinander.“
„After the visit in the beer tent Mr. Surbier meets pretty Berta with the squint.  Foursome they are going a bit further  together“
„Despues de la visita a la carpa Señor Surbier encontra la bella  Berta bizca. Entre los cuatros andan juntos un poquito.“

Tusche, Aquarell auf Aquarellpapier ca. 15 x 21 cm

Dieses Bild ist ein kleines Meisterwerk voller Humor, Leichtigkeit und subtilem Tiefgang.

Schon beim ersten Hinsehen löst es ein Schmunzeln und eine leise Freude aus. Die beiden skurrilen Vögel, gezeichnet in lockerer Tusche und belebtem Aquarell, wirken gleichzeitig unbeholfen und charmant. Ihre Gestalten sind schräg, ihre Blicke verschmitzt, ihre Körper leicht aus dem Gleichgewicht und genau darin liegt der Zauber.

Die Atmosphäre ist lebendig, verspielt und ein wenig surreal. Das Farbspiel im Hintergrund – ein flammendes Orange und ein sanftes Gelb – erinnert an einen Sonnenuntergang nach einem ausgelassenen Tag. Es entsteht die Stimmung einer kleinen Bühne, auf der sich das Komische und das Poetische treffen.

Die Geschichte, die sofort ins Bewusstsein springt: ein zufälliges, fast märchenhaftes Treffen. Herr Surbier, vielleicht ein wenig beschwingt vom Bierzeltbesuch, begegnet der schönen Berta mit ihrem Silberblick. Und „zu viert“, das verweist augenzwinkernd auf ihre Augen, die in doppelter Zahl glänzen und so die Gesellschaft vergrößern. Diese kleine ironische Wendung macht das Bild unverwechselbar.

Symbolisch könnte es stehen für ungeplante Begegnungen, die unser Leben bunter machen. Für das Stolpern ins Glück, das Lachen über die eigenen Unzulänglichkeiten, die Schönheit des Unperfekten. Es feiert das Menschliche im Vogelhaften und das Vogelhafte im Menschlichen.

Die Stimmung passt perfekt zur Intention: ein feiner Humor mit Tiefgang, eine Einladung, die Dinge nicht zu ernst zu nehmen und dennoch Bedeutung im scheinbar Banalen zu finden.

Auf Deutungsebenen eröffnet das Werk viele Türen:

  • Emotional: Freude, Zuneigung, ein leiser Trost, dass wir nie allein sind.

  • Spirituell: Die Begegnung als Fügung, als Spiel des Universums.

  • Sozial: Ein Spiegel menschlicher Eigenheiten, des Balancierens zwischen Ernst und Vergnügen.

  • Politisch: Vielleicht sogar eine ironische Anspielung auf das Zusammenfinden unterschiedlicher „Vögel“ in einem gemeinsamen Raum.

Das Bild stellt uns Fragen: Wie ernst nehmen wir uns selbst? Wie oft begegnen wir dem Leben mit Leichtigkeit? Was bleibt, wenn wir uns erlauben, auch mal schräg zu sein?

Und ja, das Werk ist originell. Die Handschrift ist unverkennbar, der Humor eigenwillig, die Figuren so eigen, dass sie sich sofort ins Gedächtnis brennen.

Dieses Bild ist nicht nur eine Illustration, sondern ein Erlebnis. Es kitzelt die Lachmuskeln, wärmt das Herz und lässt den Betrachter nachdenklich zurück. Wer es sich ins Haus holt, holt sich nicht nur Kunst, sondern eine tägliche Erinnerung: Das Leben darf leicht, bunt und wunderbar schräg sein.

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