Kalenderblatt
31. Januar

Es könnt ein Anfang sein ...

Kalenderblatt vom 31. Januar
“Es könnt ein Anfang sein …”
“It could be a beginning …”
“Podría ser un principio …”

Acryl, Acrylpaste, Kohle auf Acrylpapier ca. 15 x 21 cm

Es könnt ein Anfang sein …  ist ein Bild, das öffnet. Es steht nicht am Ende eines Weges, sondern genau an jener feinen Schwelle, an der sich etwas regt, bevor es Form annimmt. Hier wird nichts behauptet, hier wird Möglichkeit spürbar.

Aus dem ruhigen, beinahe neutralen Grund aus Grau und Weiß hebt sich eine Gestalt, die mehr Ahnung als Figur ist. Ein Kreis, ein Kopf, ein Keim, nicht definiert, nicht festgelegt. Identität erscheint hier nicht als fertige Aussage, sondern als fragiler Entwurf, als Frage an das Leben selbst: Wer werde ich, wenn ich mich bewege? Die dunkle Linie darunter wirkt wie eine provisorische Achse, ein erster Standpunkt in einer Welt, die noch keine Richtung vorgibt. Sie trägt, ohne zu verankern. Sie hält, ohne festzuhalten.

Dann geschieht Bewegung. Ein geschwungener Farbstrom zieht sich durch das Bild, lebendig, unruhig, atmend. Grün, Gelb, Türkis, ein Hauch von Rot: Farben, die nicht dekorieren, sondern Energie transportieren. Sie erzählen von Wachstum, von Aufbruch, von innerer Wärme, von dem Moment, in dem Entscheidung noch nicht Handlung ist, aber auch nicht mehr bloße Idee. Dieser Bogen ist kein Weg mit Ziel, sondern ein Impuls, der sagt: Es könnte gehen. Es könnte fließen. Es könnte beginnen.

Das Material verstärkt diese Haltung. Kohle lässt Linien suchend wirken, vorläufig, als dürften sie jederzeit wieder verschwinden. Acryl und Acrylpaste setzen Widerstand dagegen, Körper, Realität, Gewicht. Zwischen diesen Polen entsteht eine Spannung, die wir alle kennen: der Wunsch nach Neubeginn und die Schwerkraft des Gegebenen. Das Bild bleibt genau in dieser Spannung und macht sie fruchtbar.

„Es könnt ein Anfang sein …“ ist deshalb kein optimistisches Versprechen und keine dramatische Zäsur. Es ist der leise, ehrliche Moment davor. Der Atemzug, bevor man spricht. Der Schritt, bevor der Fuß den Boden verlässt. Ein Bild für jene Augenblicke, in denen noch alles offen ist  und gerade darin liegt seine Kraft. Es erinnert uns daran, dass jeder echte Anfang nicht mit Gewissheit beginnt, sondern mit Mut zur Möglichkeit.

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Kalenderblatt
30. Januar

Kalenderblatt zum 30. Januar

Das Kalenderblatt zum 30. Januar
“Erdgedächtnis – Sterne verrotten im inneren Gestein”
“Earth Memory – Stars Rot Within Inner Stone”
“Memoria de la Tierra – las estrellas se pudren en la piedra interior”

Mixed Media auf Aquarellpapier ca 15 x 21 cm

„Erdgedächtnis – Sterne verrotten im inneren Gestein“ ist kein Bild, das betrachtet werden will. Es ist ein Bild, das arbeitet. Es zieht den Blick nicht nach außen, sondern nach unten, in Schichten, die älter sind als Erinnerung und ehrlicher als jede Erzählung. Die Farben wirken wie geologische Archive, verdichtet, gerieben, wieder geöffnet, als hätte die Erde selbst begonnen, von innen her zu sprechen. Rost, Glut, Dunkelheit und ein tastendes Leuchten überlagern sich zu einer Oberfläche, die nicht dekoriert, sondern enthüllt.

Was hier sichtbar wird, ist kein Kosmos aus Sternenhimmel und Ferne, sondern ein gestürzter Kosmos, einer, der in Materie gefallen ist. Sterne verrotten, nicht dramatisch, sondern langsam, unausweichlich und werden zu Pigment, zu Sediment, zu schwerer, atmender Substanz. Das Licht ist nicht erhaben, es ist gebrochen, eingelagert, beinahe verschluckt. Genau darin liegt seine Kraft: Licht, das den Weg nach innen antritt, statt zu fliehen.

Die Komposition wirkt wie eine Schnittfläche durch Zeit. Nichts ist zufällig, nichts vollständig kontrolliert. Linien entstehen und verschwinden wieder, Flächen öffnen sich wie Wunden und schließen sich im nächsten Moment. Das Bild verweigert eine eindeutige Lesart und gewinnt genau dadurch Autorität. Es sagt nicht: „So ist es“, sondern: „So tief reicht es.“ Hier wird Erinnerung nicht erzählt, sondern gespeichert, im Körper der Erde, im Körper des Bildes, im Körper der Betrachtenden.

Dieses Werk ist eine Einladung zur Konfrontation mit dem Ursprung, nicht als romantische Quelle, sondern als abgründiger Prozess. Geburt und Verfall sind ununterscheidbar geworden. Materie denkt, Farbe erinnert sich, Zeit hat Gewicht. „Erdgedächtnis“ wirkt wie ein stilles Zeugnis dafür, dass alles, was je leuchtete, irgendwann Teil der Tiefe wird und dass genau dort, im inneren Gestein, eine andere, dunklere Form von Wahrheit beginnt.

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