Kalenderblatt
1. Februar

Falling Angel

Das Kalenderblatt zum 1. Februar
“Falling Angel” rot

Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 20 cm

„Falling Angel“ ist kein Abbild eines Sturzes, sondern die sichtbar gewordene Schwelle zwischen Himmel und Erde, ein Moment, in dem das Göttliche den Mut aufbringt, sich der Schwerkraft des Menschlichen zu überlassen. Die fließenden Aquarellschichten wirken wie Atemzüge des Lichts, die sich nicht festlegen lassen, sondern ineinander übergehen, als würden sie einen Zustand beschreiben, der vor der Form existiert.

Die vertikale, lichtdurchzogene Linie im Zentrum des Bildes erinnert an eine Achse des Seins, einen inneren Kanal, entlang dessen sich Bewusstsein bewegt. Sie ist weder rein aufsteigend noch eindeutig fallend, sondern ein Übergang, ein Loslassen des Einen, um das Andere erfahren zu können. Um sie herum breiten sich warme Gelb-, Rosa- und Orangetöne aus wie Erinnerungen an Herkunft, Geborgenheit und Urvertrauen, während kühlere Blau- und Graunuancen die Erfahrung der Dichte, der Inkarnation, des Ungewissen anklingen lassen.

Der Engel selbst bleibt absichtlich unbestimmt. Keine klare Gestalt, kein eindeutiges Gesicht  und genau darin liegt seine Kraft. Er ist Projektionsfläche für das Eigene, für all das, was wir selbst einmal losgelassen haben oder noch loslassen müssen. Der dunklere Bereich im unteren rechten Bildteil wirkt wie der Schatten der Entscheidung, nicht bedrohlich, sondern notwendig: Ohne ihn gäbe es keine Tiefe, keine Reibung, keine Verwandlung.

Dieses Bild erzählt von Mut statt Schuld, von Verwandlung statt Verlust. Der Fall ist hier kein Scheitern, sondern ein Akt radikaler Hingabe  an das Leben, an die Erfahrung, an die eigene Verletzlichkeit. „Falling Angel“ spricht leise, aber eindringlich davon, dass wahre Spiritualität nicht im Abheben liegt, sondern im Einverstanden-Sein mit dem Weg nach unten, dorthin, wo Farbe sich verdichtet, wo Licht auf Widerstand trifft und erst dadurch wirklich sichtbar wird.

——————
Du kannst dieses Original kaufen:

Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
https://www.juanlobo.info/widerrufsbelehrung/).
——————
Teile diesen Beitrag

Kalenderblatt
1. Februar

Ich habe den Anschluß nach Marokko verpaßt

Kalenderblatt vom 01. Februar
“Ich habe den Anschluß nach Marokko verpaßt”
“I missed the connection to Morocco”
“He perdido  la conexión hacia Marruecos”

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Acrylpapier ca 21 x 15 cm

Ich habe den Anschluss nach Marokko verpasst“ ist kein geografischer Satz, sondern ein innerer. Er markiert den Moment, in dem ein geplanter Aufbruch scheitert  und sich gerade dadurch ein tieferer Raum öffnet.

Das dominierende Gelb füllt das Bild wie eine alles durchdringende Atmosphäre. Es ist kein freundliches Postkarten-Gelb, sondern ein existentielles Licht, flächig, unerbittlich, präsent. Gelb als Hitze, als Wartehalle, als Zustand des Ausgesetztseins. In diesem Licht gibt es kein Verstecken. Alles ist sichtbar, alles ist da. Zeit steht still.

Die rote Sonne, fast schwebend, fast zu groß für den Raum, wirkt wie ein innerer Fixpunkt. Sie ist kein fernes Gestirn, sondern ein inneres Brennen, ein Zentrum von Energie, Trotz und Lebenskraft. Sie sagt: Ich bin noch da. Auch wenn der Anschluss verpasst ist, auch wenn der Weg unterbrochen wurde, die innere Glut erlischt nicht. Im Gegenteil, sie verdichtet sich.

Darunter bricht die Komposition auf. Die untere Bildhälfte ist fragmentiert, erdig, roh. Acrylpaste, Schichtungen, Kratzer, dunkle Einschlüsse  wie eine Landschaft nach einem inneren Erdbeben. Hier liegt das Verpasste, das Ungesagte, das Nicht-Geregelte. Keine klare Linie, kein sicherer Boden, sondern Bewegung, Reibung, Widerstand. Das Leben, nachdem der Plan nicht aufgegangen ist.

Der Glitter wirkt dabei nicht dekorativ, sondern fast trotzig. Er ist kein Glanz, der beschönigt, sondern ein Aufblitzen von Würde im Chaos. Ein leiser Hinweis darauf, dass selbst im Scheitern etwas Kostbares liegt. Dass Brüche leuchten können. Dass Umwege Tiefe erzeugen.

Der Titel setzt den entscheidenden Kontrapunkt: nüchtern, fast beiläufig, beinahe humorvoll. Doch genau darin liegt seine Kraft. Nicht „ich bin gescheitert“, sondern: ich habe den Anschluss verpasst. Ein Moment, kein Urteil. Eine Verschiebung, kein Ende. Marokko wird zum Symbol für das erträumte Anderswo, für Wärme, Fremde, Sinnlichkeit, Neubeginn. Und gleichzeitig für die Erkenntnis: Vielleicht beginnt die eigentliche Reise genau hier.

Dieses Bild ist eine Hommage an das Verpassen. An jene Augenblicke, in denen das Leben nicht dem Fahrplan folgt, sondern der Wahrheit. Es erzählt von Stillstand, der reift. Von Hitze, die klärt. Von Chaos, das trägt. Und von einer Sonne, die bleibt, auch wenn der Zug schon abgefahren ist.

——————
Du kannst dieses Original kaufen:

Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
https://www.juanlobo.info/widerrufsbelehrung/).
——————
Teile diesen Beitrag