Kalenderblatt
16. Juni

Sonnenuntergang

Das Kalenderblatt zum 16. Juni
“Sonnenuntergang”
„Sunset“
„Puesta de sol“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Zwischen Dunkelheit und Licht entfaltet sich hier kein klassischer Sonnenuntergang, sondern ein kraftvolles Sinnbild innerer Wandlung. Die vertikalen Farbbahnen wirken wie Tore zwischen verschiedenen Bewusstseinsräumen. Das tiefe Schwarz auf der linken Seite erinnert an das Unbekannte, an jene Bereiche des Lebens, die noch im Schatten liegen, ungeklärt und verborgen. Daneben erhebt sich ein leuchtendes Gelbgrün wie ein erster Lichtstrahl, der den Nebel der Gewohnheit durchdringt und neue Möglichkeiten sichtbar macht.

Im Zentrum verdichtet sich die Komposition zu einer weißen Zone der Klärung, einem Ort des Innehaltens. Hier scheint sich alles zu sammeln: Vergangenheit und Zukunft, Hoffnung und Erinnerung, Werden und Vergehen. Das Weiß ist nicht leer, sondern voller Potenzial. Es ist der Augenblick, in dem das Licht seine größte Kraft entfaltet, bevor es sich erneut verwandelt.

Die intensive rote Fläche auf der rechten Seite bringt eine starke emotionale Energie ins Bild. Sie steht für Leidenschaft, Lebenskraft und die Glut der Erfahrung. Wie die letzten feurigen Strahlen eines untergehenden Himmels erzählt sie von allem, was gelebt, gefühlt und erkannt wurde. Der Sonnenuntergang erscheint hier nicht als Ende, sondern als Übergang in eine neue Form des Seins.

Besonders faszinierend ist der dunkle blaue Bereich im unteren Bildteil. Er wirkt wie ein stilles Gewässer, das die Farben und Erfahrungen des Tages aufnimmt. Dort spiegeln sich die Ereignisse des Lebens, werden verarbeitet und verwandelt. Das Blau steht für Tiefe, Intuition und die Weisheit des Inneren. Es erinnert daran, dass jeder Sonnenuntergang zugleich eine Einladung ist, nach innen zu schauen.

Die raue Struktur aus Acrylpaste verleiht dem Werk eine beinahe archaische Präsenz. Die Oberfläche wirkt wie von Zeit, Wetter und Erinnerung gezeichnet. Dadurch entsteht das Gefühl, auf eine Landschaft zu blicken, die nicht geografisch, sondern seelisch ist. Jede Schicht erzählt von Erfahrungen, jede Spur von Transformation.

Sonnenuntergang“ wird so zu einer visuellen Meditation über die großen Rhythmen des Lebens. Das Bild spricht von Abschied und Neubeginn, von der Schönheit des Vergänglichen und von der Gewissheit, dass hinter jedem Ende bereits ein neuer Morgen wartet. Es lädt den Betrachter ein, den eigenen Übergängen mit Vertrauen zu begegnen und im Verlöschen des Tages die Geburt eines neuen Lichtes zu erkennen.

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Kalenderblatt
16. Juni

Kalenderblatt

Das Kalenderblatt zum 16. Juni
„Am Rand der Weite“
„At the Edge of Vastness“
„Al Borde de la Inmensidad“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Zwischen Himmel und Erde, zwischen Aufbruch und Ankommen, entfaltet sich in diesem Werk eine stille, fast meditative Landschaft. „Am Rand der Weite“  ist eine Einladung, den eigenen inneren Horizont zu erkunden.

Der Blick folgt dem schmalen Pfad, der sich entlang des Ufers in die Ferne zieht. Er scheint kein konkretes Ziel zu haben und führt dennoch entschlossen vorwärts. Dieser Weg steht sinnbildlich für den menschlichen Lebensweg: Wir wissen selten genau, was hinter der nächsten Biegung liegt, und doch gehen wir weiter, getragen von Hoffnung, Sehnsucht und Neugier.

Links öffnet sich das Meer in einem leuchtenden Türkis, voller Bewegung und Lebendigkeit. Die kleinen weißen Lichtreflexe auf der Wasseroberfläche wirken wie Gedanken, Erinnerungen oder Möglichkeiten, die im Bewusstsein aufblitzen. Das Wasser verkörpert die unendliche Weite des Lebens selbst, wandelbar, tief und niemals vollständig erfassbar.

Der Himmel darüber erscheint in kühlen Blau- und Violetttönen. Er vermittelt Ruhe und gleichzeitig eine geheimnisvolle Tiefe. Die helle Wolkenformation im Zentrum wirkt wie ein Fenster aus Licht, ein stilles Versprechen, dass hinter dem Sichtbaren immer noch etwas Größeres wartet. Hier begegnen sich Endlichkeit und Unendlichkeit, Gegenwart und Ewigkeit.

Der erdige Küstenstreifen auf der rechten Seite verankert das Bild im Materiellen. Die warmen Gelb- und Ockertöne erinnern an Stabilität, Erfahrung und gelebtes Leben. Während das Meer die Freiheit symbolisiert, steht das Land für das Bekannte, für Heimat und Verwurzelung. Das Bild bewegt sich genau in diesem Spannungsfeld: zwischen Sicherheit und Abenteuer, zwischen Festhalten und Loslassen.

Die sichtbare Struktur der Acrylpaste verleiht der Landschaft eine fast greifbare Präsenz. Jede Unebenheit erzählt von gelebter Zeit, von Wind, Wetter und den Spuren des Daseins. Dadurch entsteht eine besondere Authentizität, die das Bild nicht nur sichtbar, sondern beinahe fühlbar macht.

„Am Rand der Weite“ erinnert daran, dass das Leben nicht dort geschieht, wo alles feststeht, sondern genau an jener Grenze, an der das Bekannte endet und das Unbekannte beginnt. Es ist ein Bild über Vertrauen, über den Mut zum Weitergehen und über die stille Gewissheit, dass hinter jedem Horizont ein neuer Horizont wartet.

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