Kalenderblatt
12. Februar

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Das Kalenderblatt zum 12. Februar
“Transversale Ultramarin”
“Ultramarine Transversal”
“Transversal Ultramar”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Bild öffnet einen weiten, stillen Resonanzraum, in dem Tiefe, Bewegung und Verwandlung gleichzeitig spürbar werden. Das dominante Ultramarin wirkt wie ein unendlicher Innenhimmel, nicht kalt, sondern tragend, fast mütterlich und damit eine klare Spannung erzeugt: Hier begegnen sich Stille und Impuls, Weite und Verdichtung, Empfang und Ausstrahlung.

Der Bogen erscheint nicht als dekoratives Element, sondern als Zeichen eines Übergangs. Er wirkt wie eine Schwelle, ein Moment, in dem etwas geboren wird, sich ankündigt oder die Richtung wechselt. Das Gold-Ocker trägt eine Qualität von Wärme und Lebendigkeit in das tiefe Blau hinein, als würde sich Licht durch eine dichte Atmosphäre brechen. Dadurch entsteht der Eindruck eines inneren Ereignisses: ein Aufleuchten im Bewusstseinsraum, eine Spur von Erkenntnis, die nicht laut, sondern würdevoll geschieht.

Die sichtbaren Strukturen der Acrylpaste verstärken diesen Eindruck von Echtheit und Prozess. Nichts wirkt glatt oder abgeschlossen; stattdessen bleibt die Oberfläche spürbar in Bewegung, als wäre das Bild ein eingefrorener Moment eines fortlaufenden Wandels. Gerade diese haptische Qualität vermittelt, dass Transformation hier nicht als Idee, sondern als erlebter Vorgang verstanden werden will, etwas, das durch Schichten, Widerstände und Verdichtung hindurch entsteht.

Im Zusammenspiel von Tiefe und Bogen entfaltet sich eine stille Dramaturgie: Das Blau hält, schützt und umfasst, während der warme Arcus wie eine innere Bahn des Lichts darüber hinwegzieht. So entsteht eine Komposition, die weniger erzählt als erinnert – an Zustände von Sammlung, an das Gefühl, kurz vor einer Einsicht zu stehen, an den Moment, in dem sich im Inneren eine neue Ordnung formt. Dieses Bild spricht nicht in Worten, sondern in Schwingung – und genau darin liegt seine Kraft: Es zeigt keinen äußeren Himmel, sondern einen inneren Horizont.

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Kalenderblatt
11. Februar

Ein Blick aus dem westlichen Dachfenster am Abend

Kalenderblatt vom 11. Februar
“Ein Blick aus dem westlichen Dachfenster am Abend”
“A view from the western roof-light in the evening”
“Una vista por la lumbrera occidental a la tarde”

Acryl, Acrylpaste auf Acrylpapier ca. 15 x 21 cm

Dieses Werk wirkt wie ein verdichteter Augenblick zwischen Tag und Nacht,  ein Moment, in dem sich die Welt noch einmal sammelt, bevor sie in die Stille des Abends sinkt. Aus dem westlichen Dachfenster gesehen, öffnet sich hier kein realistischer Ausblick, sondern eine innere Landschaft, die mehr über Empfinden als über Geografie erzählt. Die glühenden Rot-, Orange- und Goldtöne scheinen den Himmel nicht nur zu färben, sondern ihn regelrecht aufzuladen mit Energie, als würde die untergehende Sonne ihre letzte Kraft in die Materie brennen.

Die Struktur aus Acryl und Acrylpaste verleiht der Oberfläche eine fast geologische Präsenz, wie aufgebrochene Erdschichten, die sichtbar machen, was normalerweise verborgen bleibt. Dadurch entsteht der Eindruck, als blicke man nicht nur nach draußen, sondern zugleich in die Tiefe eines lebendigen Organismus, in dem Hitze, Bewegung und Zeit gespeichert sind. Die dunkleren Zonen wirken wie Schatten vergangener Stunden, während die hellen, leuchtenden Bereiche ein kraftvolles Gegengewicht bilden, ein visuelles Spannungsfeld zwischen Vergänglichkeit und Intensität.

Besonders der helle, fast flüssig wirkende Gelbton im unteren Bereich durchschneidet die Komposition wie ein Strom aus Licht. Er fungiert als Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen Beobachter und Welt, und erinnert an den Moment, in dem der Blick innehält und sich fragt, ob das, was gesehen wird, tatsächlich Landschaft ist oder ein Zustand der Seele. Hier wird Abend nicht als Ende inszeniert, sondern als Verdichtung von Erfahrung, als Übergang, der leise, aber kraftvoll wirkt.

Das kleine Format verstärkt diesen Eindruck zusätzlich: Trotz der kompakten Größe entfaltet sich eine überraschend monumentale Wirkung. Das Bild fühlt sich an wie ein Fenster in ein größeres, unsichtbares Panorama, das jenseits des Rahmens weiterglüht. Genau darin liegt seine Überzeugungskraft, es zeigt nicht einfach einen Abendblick, sondern macht spürbar, wie sich ein Moment anfühlt, wenn Licht, Erinnerung und Wahrnehmung für einen Augenblick zu reiner, brennender Präsenz verschmelzen.

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