Kalenderblatt
13. März

Der Tempel auf dem Berg

Das Kalenderblatt zum 13. März
“Der Tempel auf dem Berg”
“The Temple on the Mountain”
“El templo en la montaña”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Der Titel „Der Tempel auf dem Berg“ trägt bereits eine archetypische Kraft in sich. Er ruft das uralte Bild des Aufstiegs hervor, den Weg aus der Ebene des Gewöhnlichen hinauf zu einem Ort der Sammlung, Erkenntnis und inneren Weihe. In diesem Werk verdichten sich Farbe, Struktur und Form zu einer symbolischen Landschaft der Seele. Die Kombination aus <strong “>Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten verleiht der Oberfläche eine lebendige Körperlichkeit: Das Bild wirkt nicht nur gemalt, sondern aufgebaut, geschichtet, geerdet, wie ein Ort, der im Laufe der Zeit gewachsen ist.

Der Berg steht hier nicht nur für eine geografische Erhebung, sondern für eine innere Bewegung nach oben. Er ist Sinnbild des Weges, den jeder Mensch in sich selbst zurücklegt: Schritt für Schritt, manchmal mühsam, manchmal voller Begeisterung, immer jedoch getragen von einer stillen Ahnung, dass oben ein Ort wartet, der mehr ist als nur ein Ziel. Der Berg ist der Weg der Bewusstwerdung, der Übergang vom Alltäglichen zum Wesentlichen.

Auf seiner Höhe erscheint der Tempel. Er ist kein gewöhnliches Gebäude, sondern ein Symbol für das Heilige im Menschen selbst. Tempel waren seit jeher Orte der Stille, der Begegnung mit dem Unsichtbaren, Räume, in denen sich Himmel und Erde berühren. In dieser Bildvision wirkt der Tempel wie ein innerer Ankerpunkt, ein Ort der Klarheit, zu dem der Betrachter unwillkürlich hingezogen wird. Er steht für die Erkenntnis, dass der wahre Tempel nicht aus Stein besteht, sondern im Innersten des Bewusstseins.

Die strukturierte Oberfläche, die durch die Acrylpaste entsteht, verstärkt diesen Eindruck. Sie erinnert an Fels, Erde, Gestein, an die Ursprünglichkeit der Natur. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen Materie und Geist: Der Berg ist fest, schwer und archaisch, während der Tempel zugleich wie eine lichte Vision erscheint. Gerade diese Verbindung macht das Werk so eindringlich. Es erzählt davon, dass das Spirituelle nicht fern von der Welt existiert, sondern aus ihr hervorgeht.

Die kleine, intime Bildgröße von etwa 21 × 15 cm verstärkt die Wirkung zusätzlich. Das Werk wirkt wie eine ikonische Miniatur, fast wie ein persönliches Meditationsbild. Es lädt dazu ein, näher zu treten, länger zu verweilen und die eigene Vorstellungskraft in die dargestellte Landschaft hineinzulegen. Je länger man schaut, desto stärker entsteht der Eindruck, dass der Weg zum Tempel nicht nur im Bild existiert, sondern im Betrachter selbst beginnt.

So wird „Der Tempel auf dem Berg“ zu mehr als einer Landschaft. Das Bild erzählt von Aufstieg, Suche und innerer Einkehr. Es erinnert daran, dass jeder Mensch seinen eigenen Berg zu erklimmen hat und dass der Tempel, den wir suchen, vielleicht schon immer dort oben steht, still und geduldig wartend, bis wir bereit sind, ihn zu betreten.

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Kalenderblatt
12. März

Abendbrot bei Abendrot

Kalenderblatt vom 12. März
“Abendbrot bei Abendrot”
“Supper during sunset”
“Cena durante luz crepuscular”

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild trägt den poetischen Titel „Abendbrot bei Abendrot“  und genau diese Verbindung von Alltäglichkeit und kosmischer Stimmung entfaltet sich bereits im ersten Blick. Was zunächst wie eine abstrakte Komposition erscheint, offenbart sich bei längerem Betrachten als eine Verdichtung eines Übergangs: vom Tag zur Nacht, vom Tun zur Einkehr, vom Außen zum Inneren.

Der Blick wird unmittelbar von der großen, warm leuchtenden Kreisform im oberen Bildbereich angezogen. Sie wirkt wie eine glühende Abendsonne, ein runder, goldener Körper, der nicht nur Licht, sondern auch Reife, Fülle und Vollendung ausstrahlt. Ihre strukturierte Oberfläche erinnert an eine Frucht, an Brotkruste, an etwas Genährtes und Gereiftes. In dieser Sonne liegt mehr als ein Himmelskörper, sie wird zum Symbol des täglichen Segens, der über den einfachen Moment des Abendbrots fällt.

Der Hintergrund ist in warme, erdige Töne getaucht: Ocker, Apricot, gebrochenes Rot. Diese Farbwelt wirkt wie ein atmosphärischer Raum des Abendrots, jener magischen Zeitspanne, in der das Licht weich wird und alles Geschehen des Tages in einen milden, versöhnlichen Ton taucht. Die Oberfläche des Aquarellbüttenpapiers, kombiniert mit Acryl und Paste, erzeugt eine lebendige, fast atmende Textur, als würde das Bild selbst den Rhythmus des Tages nachzeichnen.

Im unteren Bereich treten geometrische Formen hervor – Rechtecke und Farbflächen in tiefem Blau, Violett und Rot. Sie erinnern an Tischflächen, Brotstücke oder gedeckte Elemente eines einfachen Mahls. Doch sie bleiben bewusst abstrakt. Dadurch wird der Moment nicht konkret festgelegt, sondern verwandelt sich in eine universelle Szene des Innehaltens. Diese Formen stehen wie stille Teilnehmer eines Rituals: das Zusammenkommen, das Teilen, das Danken.

Das kräftige Blau bringt eine kühle, sammelnde Energie ins Bild. Es wirkt wie der hereinsinkende Abend, der die Hitze des Tages beruhigt. Zwischen den warmen und kühlen Flächen entsteht ein spannungsvoller Dialog, Feuer und Ruhe, Sonne und Schatten, Bewegung und Stille.

Besonders faszinierend ist die freie, fast schwebende Struktur im mittleren Bildfeld, ein dynamischer Farbrest aus Blau und Grau, der wie ein flüchtiger Gedanke oder ein aufsteigender Duft erscheint. Vielleicht ist es der Moment zwischen zwei Gesprächen, vielleicht der stille Atemzug vor dem ersten Bissen. Diese Spur verleiht dem Bild eine poetische Bewegung, die das Stillleben in ein inneres Geschehen verwandelt.

So wird „Abendbrot bei Abendrot“ zu weit mehr als einer abstrakten Komposition. Es erzählt von einem uralten menschlichen Ritual: dem bewussten Übergang vom Tun zum Sein. Der Tag hat seine Arbeit getan, die Sonne steht tief, und im einfachen Teilen einer Mahlzeit offenbart sich etwas Größeres, Dankbarkeit, Verbundenheit und Frieden.

Dieses kleine Format von nur 21 × 15 cm trägt eine überraschende Tiefe. Es wirkt wie ein visuelles Haiku, in dem wenige Formen und Farben genügen, um eine ganze Stimmung hervorzurufen. Der Betrachter wird eingeladen, nicht nur zu schauen, sondern sich selbst in diesen Moment hineinzuspüren.

Am Ende bleibt ein Gefühl von Wärme und Ruhe zurück, als hätte man selbst einen Platz an diesem Tisch gefunden, während draußen die Sonne langsam im goldenen Abendrot versinkt.

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