Kalenderblatt
1. November

Kalenderblatt 1. November

Das Kalenderblatt zum 1. November
„Die Alchemie des Lichts im Schoß der Erde“
„The Alchemy of Light in the Womb of the Earth“
„La alquimia de la luz en el seno de la tierra“

Acryl, Sand und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 20 cm

Der Titel öffnet einen Raum in eine Welt jenseits des Sichtbaren. Dieses Werk entfaltet eine geheimnisvolle Tiefe, als würde man den Moment des Werdens selbst betrachten,  das Ringen zwischen Chaos und Schöpfung, zwischen Dunkelheit und dem ersten Atemzug des Lichts.

Aus dem Dunkel des Hintergrundes bricht ein inneres Glühen hervor, das in Schichten von Gold, Ocker und Zinnober zu pulsieren scheint. Hier begegnen sich Gegensätze, Erde und Äther, Materie und Geist, in einem alchemistischen Tanz. Die grobe Textur des Sandes wird zur Erinnerung an das Elementare, an die rohe Substanz des Lebens, die vom Licht durchdrungen und verwandelt wird. Es ist, als lausche das Bild einem uralten Geheimnis: dem ewigen Dialog zwischen Erde und Sonne, zwischen Ursprung und Aufstieg.

In dieser vibrierenden Zwischenwelt entspinnt sich eine  ein Gleichnis in Bildern:
In der Tiefe der Erde schläft ein Funke. Jahrtausende schweigt er, umhüllt vom Mantel der Dunkelheit. Eines Tages jedoch, als der Himmel die Erde mit goldenem Atem berührt, erwacht er. Er dehnt sich aus, sucht den Weg nach oben, durch Gestein, durch Schatten, bis er als Licht aus der Erde geboren wird,  gereinigt, verwandelt, unvergänglich.

So erzählt das Bild von Transformation, nicht als plötzlichem Ereignis, sondern als alchemischem Prozess, bei dem das Unsichtbare Form annimmt und das Grobe in Strahlung verwandelt wird. Es ist ein Symbol für jene leise, aber machtvolle Bewegung des Lebens, die aus Dunkelheit Erkenntnis und aus Erde Licht gebiert.

Ein Bild wie ein Mysterium, eine Erinnerung daran, dass wahre Schöpfung immer im Innersten beginnt.

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Kalenderblatt
1. November

Kalenderblatt 1. November

Das Kalenderblatt zum 1. November
„Als der Nebel das Licht der Drachen verschlang“
„When the Mist Devoured the Dragons’ Light“
„Cuando la Niebla Devoró la Luz de los Dragones“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm

Es heißt, in jenen Tagen, als die Himmel noch sangen und die Flüsse aus Licht bestanden, erwachte der große Nebel aus seinem tausendjährigen Schlaf. Er kroch über die Berge und verschluckte das Feuer der Drachen, das die Welt erhellte. Nur ein einziger Funken entkam seinem grauen Atem und dieser Funken birgt seither das Versprechen, dass jedes Licht, selbst im tiefsten Schatten, neu geboren werden kann.

In diesem Aquarell offenbart sich ein Moment jenseits der Zeit, eine stille Konfrontation zwischen Licht und Nebel, zwischen dem Sichtbaren und dem, was sich gerade entzieht. Aus zarten, vibrierenden Farbschichten erhebt sich eine Atmosphäre, die zugleich magisch und bedrohlich wirkt. Das helle Leuchten inmitten der Schwaden scheint wie der letzte Atemzug eines uralten Feuers,  das Licht der Drachen, das vom aufziehenden Nebel verschlungen wird. Doch wer genau hinsieht, spürt, dass das Licht sich nicht wirklich verliert. Es verwandelt sich, zieht sich zurück in die Tiefe, um an einem anderen Ort neu zu erwachen.

Das Bild erzählt von der Kraft des Wandels, von der alchemistischen Spannung zwischen Auflösung und Geburt. Der Nebel steht nicht nur für das Vergessen, sondern auch für das Geheimnis, das jede wahre Verwandlung umgibt. Hier wird nicht das Ende gezeigt, sondern der Augenblick, in dem Magie geschieht,  jener Zwischenzustand, in dem alles möglich wird.

Dieses Werk ist eine Einladung, im eigenen Inneren zu verweilen, das Verschwinden nicht zu fürchten, sondern ihm zu lauschen, weil gerade dort das Neue Gestalt annimmt. In seiner leisen Dramatik und seiner schwebenden Farbigkeit erinnert es an die uralten Mythen, in denen Licht und Schatten, Feuer und Nebel, nicht Gegensätze, sondern Liebende sind,  ewig im Tanz der Schöpfung verbunden.

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