Kalenderblatt 27. Dezember

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Das Morgenbild zum 27. Dezember
„Der Ruf des Weltenbaums – Botschaft aus der ersten Zeit“
“The Call of the World Tree – A Message from the Dawn of Time”
“El Llamado del Árbol del Mundo – Mensaje del Amanecer de los Tiempos”

Aquarell auf Aquarellbütten ca 19 x 15 cm

In diesem zarten Aquarell öffnet sich ein Tor – nicht in eine Landschaft, sondern in eine Erinnerung. Ein einsamer Baum steht auf einem Hügel, leicht geneigt, als lausche er auf etwas, das nur die Erde selbst zu flüstern vermag. Aus dem Dunst des Morgens erhebt sich ein Licht, das nicht einfach den Tag ankündigt, sondern den Beginn von allem, die erste Berührung zwischen Himmel und Erde.

Die Legende erzählt, dass es einen Baum gibt, der alle Welten miteinander verbindet, seine Wurzeln reichen in die Tiefen des Unbewussten, seine Krone berührt das Göttliche. Wer seinen Ruf hört, sagt man, wird erinnert: an seine eigene Herkunft, an das Wissen, das jenseits von Zeit und Raum ruht. Dieses Bild fängt genau diesen Moment ein, den Augenblick des Erwachens, in dem sich der Schleier zwischen den Welten hebt.

Ein Reisender, so sagt die alte Geschichte, verirrte sich einst im Nebel. Drei Tage lang irrte er, bis er auf einen Baum stieß, der still inmitten der Hügel stand. Kein Laut, kein Wind, nur ein Licht, das von innen zu kommen schien. Und da hörte er ihn: den Ruf. Nicht laut, nicht mit Worten, sondern als tiefe Gewissheit, dass alles Leben eins ist. Er verstand, dass er angekommen war.

Dieses Werk trägt denselben Zauber in sich, eine Einladung, still zu werden und zu hören, was jenseits des Sichtbaren schwingt. Jeder Farbverlauf, jeder zarte Übergang zwischen Himmel und Erde ist eine Spur dieses inneren Rufes. Wer vor diesem Bild steht, spürt ihn wieder,  den Klang der Verbundenheit, das Wissen, dass auch wir Teil des großen Atems sind.

„Der Ruf des Weltenbaums“ ist mehr als ein Aquarell. Es ist ein Tor zur Erinnerung, ein Ritual in Farbe, eine Rückkehr zum Ursprung. Ein Kunstwerk für jene, die in der Stille das Wesentliche erkennen und bereit sind, dem Ruf zu folgen.

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Kalenderblatt
27. Dezember

Kalenderblatt zum 27. Dezember

Das Kalenderblatt zum 27. Dezember
„Aurum nascens“
„Gold im Entstehen“
„Emerging Gold“
„Oro naciente“

Acryl, Goldkarton und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 20 x 15 cm

Dieses Bild erzählt keine Geschichte,  es setzt einen Ursprung.
Aus einer tiefen, vielschichtigen Dunkelheit heraus verdichtet sich ein Geschehen, das weniger gesehen als erinnert wird. Die Oberfläche wirkt wie ein aufgewühlter Urgrund: geschichtet, gerieben, verletzt und zugleich fruchtbar. Blau-grüne Tiefen halten die Stille, während erdige, rote und ockerfarbene Zonen von Bewegung, Hitze und Reibung sprechen. Nichts ist glatt, nichts abgeschlossen, alles befindet sich im Zustand des Werdens.

Im Zentrum erhebt sich die goldene Spur. Sie ist kein Ornament, kein dekorativer Akzent, sondern ein Ereignis. Gold erscheint hier nicht als fertiger Wert, sondern als Antwort auf Druck, Zeit und Verdichtung. Die wellenförmige Bewegung deutet auf einen inneren Rhythmus hin,  wie Atem, wie Puls, wie eine Erinnerung, die sich ihren Weg bahnt. Dieses Gold ist nicht aufgesetzt, es ist hervorgebracht. Aurum nascens – entstehendes Gold.

Die Materialität verstärkt diese Aussage: Acryl und Acrylpaste erzeugen Widerstand, Schwere und körperliche Präsenz. Der Goldkarton hingegen reflektiert Licht und Bedeutung. Hier begegnen sich Materie und Sinn, Chaos und Ordnung, Erdschwere und Aufstieg. Das Gold scheint aus dem Bildinneren herauszuwachsen, als hätte der Untergrund selbst beschlossen, sichtbar zu werden.

Dieses Werk spricht von Transformation ohne Pathos. Es zeigt, dass Wert nicht entsteht, weil etwas glänzt, sondern weil etwas durchlebt wurde. Die goldene Linie ist kein Ziel, sie ist ein Prozess. Ein Übergang. Eine Spur dessen, was sich im Verborgenen formt, lange bevor es benannt werden kann.

Am Ende bleibt kein fertiges Versprechen, sondern eine Einladung: hinzusehen, wo im eigenen Inneren Reibung wirkt, wo Dunkelheit nicht Feind, sondern Nährboden ist und wo vielleicht bereits Gold im Werden angelegt ist.

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