Kalenderblatt
13. Januar

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Kalenderblatt zum 13. Januar
„Dort, wo Farbe träumt und Zeit verweht“
„Where Color Dreams and Time Fades Away“
„Donde el color sueña y el tiempo se desvanece“

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Dieses Werk öffnet einen inneren Schwellenraum, in dem Farbe nicht nur gesehen, sondern erfahren wird. Die leuchtenden Glut- und Goldtöne im oberen Bildfeld erzeugen eine energetische Verdichtung, die an aufsteigende Wärme, schöpferische Bewegung und den vibrierenden Moment des Entstehens erinnert. Nichts scheint abgeschlossen; jede Spur trägt den Impuls von Wandlung, Kraft und stiller Dynamik, als würde sich ein unsichtbarer Prozess an der Oberfläche manifestieren.

Darunter entfaltet sich ein vielschichtiger, erdnaher Bildraum, in dem kühle Blau- und Violettspuren mit warmen Gelbfragmenten in Dialog treten. Diese Texturen wirken wie Sedimente innerer Erfahrungen, gespeicherte Erinnerungen und Strömungen zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Statt klarer Abgrenzung entsteht eine Zone der Durchlässigkeit: Ein Übergang, an dem Zeit sich verlangsamt und Materie in Prozesshaftigkeit übergeht.

So wirkt dieses Bild nicht wie eine Darstellung, sondern wie ein Zustand des Werdens. Es verkörpert eine Erfahrung von Verwandlung, Tiefe und stiller Resonanz, die jenseits rationaler Deutung berührt. Betrachtende begegnen hier keinem Motiv, sondern einem offenen Erfahrungsraum, der dazu einlädt, nicht nur zu schauen, sondern einzutreten, in jenes Feld, in dem Farbe träumt und Bewusstsein sich erweitert.

(Das 500. Morgenbild im Projekt !)

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Aus meinem Zeichenbuch

Wartemodus ohne Update

Wartemodus ohne Update

Diese Zeichnung entfaltet sich wie ein inneres Landschaftspanorama des Innehaltens,  ein Schwebezustand zwischen Bewegung und Stillstand, in dem Linien, Kurven und Brüche eine dichte, gespannte Atmosphäre erzeugen. Die kraftvollen Schwünge scheinen wie erstarrte Energiewellen, als hätte ein mächtiger Impuls mitten im Übergang angehalten, und hinterlässt ein vibrierendes Echo aus Erwartung und Ungewissheit. In dieser Verzögerung zeigt sich keine Passivität, sondern eine tiefe, stille Aktivität, ein Moment, in dem sich Zeit dehnt und Bewusstsein nach innen richtet.

In der zentralen Verdichtung der Formen entsteht ein visueller Knotenpunkt, ein Herzschlag des Bildes, der die Essenz des Wartens verdichtet: Spannung, Vorahnung, Zurückhaltung. Die Kontraste zwischen weichen, organischen Bögen und scharfkantigen Fragmenten erzählen vom Ringen zwischen Kontrolle und Loslassen, vom Wunsch nach Fortschritt und der Realität eines Systems, das innehalten muss. Dieses Spannungsfeld erzeugt eine emotionale Resonanz, die sich weniger im Sichtbaren, sondern im Empfinden entfaltet.

Am Bildrand breiten sich zugleich fein strukturierte, fast pflanzlich wirkende Texturen aus, die wie Symbole eines verborgenen Wachstums erscheinen. Sie deuten darauf hin, dass unter der Oberfläche bereits etwas Neues heranreift, unsichtbar, zurückgehalten, aber unaufhaltsam. So wird „Wartemodus ohne Update“ zu einer kraftvollen Metapher für den Moment vor der Metamorphose: jene Schwelle, auf der scheinbarer Stillstand zur Keimzelle innerer Transformation wird, ein poetisches Spannungsfeld zwischen Stille und Aufbruch, Unterbrechung und heimlichem Neubeginn.

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