Kalenderblatt
4. Februar

Kretische Mondnacht nach dem Essen bei Katharina

Das Kalenderblatt zum 4. Februar
„Kretische Mondnacht nach dem Essen bei Katharina“
„Cretan moon night after dinner at Katharina“
„Noche de luna cretenese después de cena en casa de Katharina“

Aquarell, Schlagmetall auf Aquarellbütten ca 20 x 15 cm

Dieses Aquarell ist kein Landschaftsbild, es ist ein Zustand. „Kretische Mondnacht nach dem Essen bei Katharina“ öffnet einen intimen Raum zwischen Sättigung und Sehnsucht, zwischen Alltag und Ewigkeit. Der Blick ruht nicht auf Kreta als Ort, sondern auf Kreta als Gefühl, warm, weit, nachklingend.

Der goldene Mond, aus Schlagmetall geformt, schwebt nicht kühl und fern, sondern leuchtet wie eine Erinnerung, die noch auf der Haut liegt. Er wirkt berührt, fast gebraucht, nicht makellos, ein Mond, der schon Geschichten gehört hat. Sein Gold ist kein Prunk, sondern Dankbarkeit, ein stilles Aufglühen nach einem geteilten Mahl, nach Nähe, nach Gespräch, nach diesem einen Moment, in dem nichts mehr fehlt.

Darunter breitet sich der Himmel in tiefen Blau-, Grau- und Olivtönen aus, durchzogen von fließenden Übergängen, die wie Atem wirken. Alles ist in Bewegung und doch ruhig. Die Farben verlaufen, als hätten sie Zeit, als müssten sie nirgendwohin. Hier zeigt sich das Wesen des Abends: Loslassen ohne Verlust.

Der Horizont ist weit, fast entmaterialisiert. Meer oder Land, es spielt keine Rolle mehr. Was bleibt, ist Fläche, Offenheit, ein sanftes Schweigen. Die hellen Gelb- und Grüntöne im unteren Bildraum tragen das Licht weiter, als hätten sie es vom Mond empfangen und in die Erde hinabgesenkt. Das Bild endet nicht, es öffnet.

Dieses Werk erzählt von Gastfreundschaft ohne Worte, von einem Tisch, der nicht mehr sichtbar ist, aber nachwirkt. Es erzählt von Katharina, ohne sie zu zeigen. Von einem Ort, an dem man bleiben möchte, obwohl der Abend längst fortgeschritten ist. Es ist das visuelle Echo eines Moments, in dem man nach dem Essen sitzen bleibt, den Himmel betrachtet und spürt: Das Leben ist gerade genau richtig.

Dieses Bild will nicht erklären. Es lädt ein. Es flüstert: Bleib noch. Und wer hinsieht, bleibt.

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Kalenderblatt
4. Februar

Starke Turbulenzen am westlichen Fenster

Kalenderblatt vom 4. Februar
„Starke Turbulenzen am westlichen Fenster“
„Strong turbulences at the western window“
„Turbulencias fuertes a la ventana occidental“

Acryl, Acrylpaste, Glitter auf Acrylpapier ca. 21 x 15 cm

Dieses Bild  bricht herein. „Starke Turbulenzen am westlichen Fenster“ ist kein dekoratives Objekt, sondern ein Ereignis. Schon der erste Blick wird von einer glühenden Rotmacht erfasst, die sich nicht ordnet, nicht erklärt, sondern bewegt, reißt, verdichtet und entlädt. Hier geschieht etwas, unaufhaltsam, elementar, echt.

Die dominierenden Rottöne wirken wie aufgewühlte Luft, erhitztes Blut, innere Wetterfronten, die sich an einer unsichtbaren Grenze stauen. Der Bildraum ist kein Raum der Ruhe, sondern ein Übergangsraum, ein Moment kurz vor – oder nach – dem Umbruch. Das „westliche Fenster“ wird zur Schwelle: ein Ort, an dem Außenwelt und Innenwelt kollidieren, an dem Altes hinausdrängt und Neues noch keinen Namen hat.

Mitten in dieser Bewegung blitzt das Gold auf, kein Schmuck, sondern ein Signal. Die glitzernde Form wirkt wie ein Riss im Sturm, ein schmaler Spalt von Bewusstsein, Wert oder Wahrheit, der sich nicht aufdrängt, aber nicht übersehen werden kann. Gold steht hier für das Unzerstörbare im Chaos, für Essenz, für das, was bleibt, wenn alles andere in Bewegung gerät. Es ist der stille Gegenpol zur Wucht der Turbulenzen, präzise, konzentriert, kostbar.

Die kraftvollen Spuren der Acrylpaste verleihen dem Bild eine körperliche Präsenz. Man sieht nicht nur Bewegung, man fühlt Widerstand, Reibung, Verdichtung. Dieses Werk ist nicht gemalt, es ist durchlebt. Die Oberfläche erzählt von Entscheidungen, von Überlagerungen, von dem Mut, nicht zu glätten, sondern die Spannung sichtbar zu lassen.

Starke Turbulenzen am westlichen Fenster“ ist ein Bild für Menschen, die Übergänge kennen. Für jene, die wissen, dass Wachstum nicht sanft beginnt, sondern oft mit Unruhe, Hitze und innerem Sturm. Es ist ein Werk, das nicht beruhigt, sondern aufrüttelt, das nicht erklärt, sondern resoniert. Ein Bild wie ein Wetterbericht der Seele, ehrlich, kraftvoll, kompromisslos.

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