Kalenderblatt
18. April

Leichte Brise von Nord-Ost

Das Kalenderblatt zum 18. April
“Leichte Brise von Nord-Ost”
“Light breeze from north-east”
“Brisa muy ligera del noreste”

Pastellkreide und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm rot

Dieses Bild  atmet leise. Und genau darin liegt seine Kraft.

Was wir hier sehen, ist mehr als eine Landschaft. Es ist ein Zustand zwischen Bewegung und Stille, ein Moment, der sich nicht festhalten lassen will. Der Himmel legt sich in kühlen Blau- und Violetttönen über die Szenerie, während ein goldgelber Horizontstreifen wie ein Versprechen wirkt, fern, unerreichbar und doch spürbar präsent. Es ist dieses Lichtband, das dem Bild seine innere Spannung verleiht: Hoffnung im Übergang.

Die vertikalen dunklen Formen, die sich aus dem Wasser erheben, wirken wie stille Zeugen der Zeit. Sie stehen unbeirrbar, fast trotzig, im Kontrast zur sanften Bewegung der Umgebung. Und doch, sie sind nicht starr. Die leichte Unschärfe, das Verwischte, lässt sie Teil eines fließenden Geschehens werden. Nichts hier ist fest. Alles ist im Werden.

Dann dieser eine Akzent: das rötliche, fast flammende Element am rechten Rand. Es durchbricht die Harmonie, setzt ein Zeichen. Ein Impuls. Ein Aufbegehren. Ein inneres Feuer, das sich nicht länger zurückhalten lässt. Es ist die Stimme im Bild, die sagt: Hier geschieht etwas.

Der Titel „Leichte Brise von Nord-Ost“ wird plötzlich greifbar. Denn diese Brise ist nicht meteorologisch gemeint, sie ist eine feine, kaum wahrnehmbare Veränderung im Inneren. Ein Gedanke, der sich einschleicht. Eine Ahnung, die wächst. Ein Wandel, der beginnt, bevor wir ihn begreifen.

Dieses Werk wirkt nicht durch Detailreichtum, sondern durch emotionale Verdichtung. Es lädt nicht zum Betrachten ein, sondern zum Hineinspüren. Und wer sich darauf einlässt, erkennt:
Manchmal sind es die leisesten Bewegungen, die die größten Veränderungen einleiten.

 

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Kalenderblatt
17. April

Schlafendes Bewusstsein

Das Kalenderblatt zum 17. April
“Schlafendes Bewusstsein”
“Sleeping Consciousness”
“Conciencia dormida”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Dieses Werk trägt nicht nur den Titel „Schlafendes Bewusstsein“, es verkörpert ihn mit jeder Schicht, jeder Spur, jedem scheinbar zufälligen Verlauf von Farbe und Struktur. Was auf den ersten Blick wie ein chaotisches Geflecht aus erdigen Tönen, rostigen Flächen und fließenden Linien erscheint, offenbart sich bei näherer Betrachtung als visuelles Protokoll eines inneren Zustands, eines Bewusstseins, das nicht tot ist, sondern lediglich ruht, verborgen unter der Oberfläche des Alltäglichen.

Die dominierenden warmen Farbtöne, Ocker, Rostrot, verbranntes Orange. wirken wie Sedimente der Erfahrung, Schicht um Schicht abgelagert im Laufe eines gelebten Lebens. Dazwischen blitzen kühlere Nuancen auf, fragile Lichtspuren in Blau und Violett, die wie flüchtige Erinnerungen oder verdrängte Erkenntnisse erscheinen. Diese Kontraste erzeugen eine Spannung, die den Betrachter unweigerlich in einen Zustand der inneren Suche zieht.

Die vertikal verlaufenden Strukturen erinnern an Vorhänge, Schleier oder sogar neuronale Bahnen, die das Bewusstsein durchziehen. Doch sie sind nicht klar definiert, sie verlaufen, zerfließen, verschwinden. Genau darin liegt ihre Aussagekraft: Das Bewusstsein ist da, aber es ist verschleiert, fragmentiert, nicht vollständig zugänglich. Es schläft nicht im Sinne von Abwesenheit, sondern im Sinne von Potenzial, das darauf wartet, geweckt zu werden.

Besonders markant ist die diagonale Linie, die sich durch das Bild zieht, sie wirkt wie ein Bruch, ein Riss oder vielleicht ein Lichtstrahl, der sich seinen Weg durch die dichte Struktur bahnt. Sie ist kein Zufall, sondern ein klares Signal: Hier beginnt der Moment der Möglichkeit, der Übergang vom Unbewussten ins Bewusste. Es ist der erste Impuls eines Erwachens, noch zart, aber unaufhaltsam.

Die pastose Oberfläche, erzeugt durch Acrylpaste, verleiht dem Werk eine fast archäologische Qualität. Man hat das Gefühl, durch die Zeit zu blicken, in ein inneres Gelände, das lange unberührt geblieben ist. Und genau darin liegt die Kraft dieses Bildes: Es konfrontiert uns nicht mit einer fertigen Antwort, sondern mit einer Einladung.

Was in dir schläft noch? Welche Schichten hast du über dein eigenes Bewusstsein gelegt? Und bist du bereit, den ersten Riss zuzulassen, durch den das Licht eindringen kann?

„Schlafendes Bewusstsein“ ist kein statisches Bild, es ist ein Spiegel, ein Prozess, ein stiller Weckruf.

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