Kalenderblatt
3. März

morgenbild030310kl.jpg

Kalenderblatt zum 3. März
“Schneeball im Anflug”
“Incoming snowball”
“Bola de nieve en camino”

Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

„Schneeball im Anflug“ ist ein Moment maximaler Spannung. Ein Augenblick, eingefroren zwischen Impuls und Einschlag. Was wir sehen, ist nicht bloß eine weiße Kugel. Es ist Energie, die Gestalt angenommen hat.

Der helle, fast leuchtende Schneeball schwebt dominant im oberen Bildraum, rund, kraftvoll, unausweichlich. Er ist Zentrum und Bedrohung zugleich. Er trägt die Reinheit des Schnees in sich und zugleich die Wucht eines Geschosses. Seine Oberfläche wirkt bewegt, vibrierend, als würde in ihm mehr stecken als nur gefrorenes Wasser: Erwartung. Entscheidung. Konsequenz.

Darunter explodiert das Bild förmlich in warmen Gelb-, Orange- und Rottönen. Die Acrylpaste schafft eine reliefartige, beinahe eruptive Struktur. Hier lodert etwas. Vielleicht ein inneres Feuer. Vielleicht die aufwallende Emotion kurz vor dem Aufprall. Die Farbigkeit erinnert an Hitze, an Lava, an einen seelischen Ausnahmezustand. Und genau dort, in dieser glutvollen Landschaft, nähert sich die kalte Kugel.

Dieses Spannungsfeld ist das eigentliche Thema des Werkes: Kälte trifft auf Glut. Impuls auf Reaktion. Unschuld auf Intensität. Der Schneeball wird zur Metapher für all jene Worte, Entscheidungen oder Handlungen, die scheinbar harmlos beginnen und doch eine enorme Wirkung entfalten können, sobald sie ihr Ziel erreichen.

Die Dynamik des „Anflugs“ ist spürbar. Nichts ist statisch. Die Komposition zieht den Blick nach oben, lässt ihn kreisen, zwingt ihn dann wieder zurück in das brodelnde Zentrum der Farbflächen. Es entsteht ein Sog. Ein Vorher-Moment. Der Bruchteil einer Sekunde, in dem alles noch möglich ist: Einschlag oder Ausweichen. Zerstörung oder Verwandlung.

Gerade im kleinen Format von etwa 15 x 21 cm liegt eine besondere Kraft. Das Bild verlangt Nähe. Es fordert den Betrachter auf, heranzutreten  und wird so selbst zum „Schneeball im Anflug“. Es trifft. Direkt. Persönlich.

„Schneeball im Anflug“ erzählt damit nicht von Winter, sondern von Entscheidung. Von der Energie, die wir in Bewegung setzen. Von der Verantwortung für das, was wir werfen und für das, was wir empfangen. Es ist ein Bild über Wirkung. Über Dynamik. Über den einen Augenblick, der alles verändert.

 ——————
Du kannst dieses Original kaufen:
Endpreis gemäß §19 UStG: 250.- Euro
Zahlung per PayPal oder Überweisung:
Gib im PayPal-Fenster bitte den Bildtitel an.
Versand innerhalb Deutschland kostenfrei 3–5 Tage
Widerrufsrecht 14 Tage (Details siehe Widerrufsbelehrung
——————
Teile diesen Beitrag

Aus meinem Skizzenbuch

„Expansion I“

Bevor ein Gedanke Form annimmt, bevor ein Wort gesprochen, bevor eine Handlung gesetzt wird, existiert ein Moment reiner Verdichtung. Ein Punkt maximaler Konzentration. Genau dort setzt dieses Bild an.

Im Zentrum liegt eine dunkle, kreisförmige Verdichtung, nicht aggressiv, nicht chaotisch, sondern gesammelt. Sie wirkt wie ein innerer Motor, wie ein Kern, in dem Potenzial gebündelt ist. Von hier aus öffnen sich radial segmentierte Bögen, die sich in klar definierten Bahnen nach außen entfalten. Es ist keine zufällige Streuung, sondern eine gezielte Ausstrahlung. Hier entfaltet sich Kraft mit Richtung.

Auffällig ist die Fragmentierung der Kreise. Die Bögen sind unterbrochen, rhythmisieren sich selbst durch Licht und Schatten. Dadurch entsteht kein statischer Kreis, sondern ein vibrierendes Feld. Das Auge folgt den Strukturen spiralförmig, wird hinausgetragen und zugleich immer wieder an den Ursprung erinnert. Expansion und Rückbindung existieren gleichzeitig.

Die Schattierungen verleihen den Formen Volumen. Die Bögen scheinen nicht auf der Fläche zu liegen, sondern sich aus ihr herauszuheben – wie Schallwellen, die sich im Raum ausbreiten, oder wie Frequenzen, die ein unsichtbares Feld strukturieren. Die Bildfläche wird zur Projektionsfläche für Energie. Man sieht nicht nur Linien, man spürt Intensität.

Die bewusste Reduktion auf Schwarz und Weiß schafft Klarheit. Ohne Farbe bleibt die Aufmerksamkeit vollständig bei Struktur, Rhythmus und Bewegung. Es geht nicht um dekorative Wirkung, sondern um Prinzipien: Zentrum, Ausstrahlung, Resonanz. Das Bild verhandelt das Verhältnis von Innen und Außen.

Die radiale Komposition vermittelt Ordnung, fast mathematische Präzision. Gleichzeitig brechen die ungleichmäßigen Segmente jede sterile Perfektion auf. Es entsteht Spannung, zwischen Systematik und Lebendigkeit, zwischen Konstruktion und Impuls. Genau diese Spannung verleiht dem Werk seine Sogkraft. Es ist kontrollierte Energie.

Man kann dieses Bild als Metapher für Wirksamkeit lesen: Alles beginnt mit innerer Sammlung. Erst aus klarer Zentrierung heraus entsteht Reichweite. Die äußeren Bögen sind nicht unabhängig vom Kern – sie sind seine Konsequenz. Wirkung ist immer die Verlängerung der inneren Haltung.

So bleibt dieses Werk reduziert und zugleich vielschichtig. Es zeigt keinen Gegenstand und erzählt doch von Präsenz, Einfluss und Ausdehnung. Es ist eine Studie über Ursprung und Resonanz, präzise, konzentriert, kraftvoll.

 

 

Teile diesen Beitrag