Kalenderblatt
30. Juli

Nur die Unbeständigkeit ist beständig

Das Kalenderblatt zum 30. Juli
“Nur die Unbeständigkeit ist beständig”

“Only the changeableness is constant”
“Solamente la inconstancia es estable”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Ein Seelenbild über das Geschenk des Wandels

Nichts bleibt.

Nicht der Augenblick. Nicht die Freude. Nicht der Schmerz. Nicht einmal das Bild, das wir von uns selbst tragen. Und doch verbringen wir einen erstaunlichen Teil unseres Lebens damit, das Vergängliche festhalten zu wollen.

Diese Arbeit führt mitten in jenen Raum, in dem Veränderung nicht mehr Bedrohung ist, sondern Möglichkeit.

Im oberen Bildfeld wirbeln Dunkelblau, Weiß und leuchtendes Orange umeinander. Es ist eine Landschaft des Inneren: Gedanken, Erinnerungen, Hoffnungen und Zweifel begegnen sich, lösen sich auf und finden immer neue Gestalten. Mitten durch dieses bewegte Feld zieht sich eine leuchtende Spur, wie ein Strom lebendiger Energie. Sie verbrennt nichts. Sie macht sichtbar.

Darunter liegt eine schmale horizontale Zone. Sie wirkt wie eine Schwelle. Kein harter Schnitt, sondern ein Übergang. Der Moment zwischen Loslassen und Ankommen. Zwischen dem, was vergeht, und dem, was gerade erst beginnt.

Im unteren Teil verdichtet sich die Bewegung zu einer erdigen, vielschichtigen Landschaft. Hier ist nichts vollkommen glatt oder abgeschlossen. Jede Spur erzählt von einem vergangenen Wandel und zugleich von einem neuen Anfang. Das Leben hinterlässt seine Schichten, ohne jemals stillzustehen.

Dieses Bild erinnert daran, dass Beständigkeit vielleicht nicht darin besteht, alles festzuhalten, sondern darin, den Wandel selbst anzunehmen. Wer sich ihm öffnet, entdeckt, dass Veränderung nicht Verlust bedeutet, sondern Wachstum.

„Nur die Unbeständigkeit ist beständig.“

Vielleicht ist gerade darin die größte Freiheit verborgen.

  • Nur der Wandel bleibt.
  • Das Einzige, was bleibt, ist die Veränderung.
  • Beständig ist allein der Wandel.
Teile diesen Beitrag

Kalenderblatt
30. Juli

morgenbild3007kl.jpg

Das Morgenbild zum 30. Juli
„Wo der Morgen innehält“
„Where Morning Pauses“
„Donde la mañana se detiene“

Aquarell und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

Es gibt Landschaften, die man durchwandert, und es gibt Landschaften, die den Menschen durchwandern. Dieses Bild gehört zur zweiten Art. Es zeigt nicht einfach einen Baum an einem Weg, sondern einen Ort, an dem die Zeit für einen flüchtigen Augenblick ihre Eile verliert. Die Felder öffnen sich weit und still, der Himmel trägt noch die Zartheit des frühen Tages, und in der Mitte erhebt sich der Baum wie ein alter Freund, der niemanden ruft und doch auf jeden wartet.

Der Weg führt nicht nur durch die Landschaft, sondern auch durch das eigene Innere. Jeder Schritt verändert den Blick. Was aus der Ferne wie ein gewöhnlicher Baum erscheint, offenbart aus der Nähe ein warmes, beinahe glühendes Herz aus Rot und Gold. Es ist, als bewahre er ein stilles Feuer, das weder brennt noch verzehrt, sondern leuchtet.

Die Farben sprechen leise miteinander. Das sanfte Grün der Wiesen erzählt von Hoffnung, das lichte Blau des Himmels von Freiheit, und die dunklen Töne der Krone erinnern daran, dass Licht seine tiefste Kraft erst im Zusammenspiel mit dem Schatten entfaltet. Nichts in diesem Bild drängt sich auf. Alles wächst aus einer inneren Ruhe heraus, die nicht gemacht werden kann, sondern nur gefunden wird.

Vielleicht ist der kostbarste Augenblick des Lebens nicht jener, in dem wir ein Ziel erreichen, sondern der, in dem wir für einen Moment stehen bleiben und erkennen, dass wir längst auf dem richtigen Weg sind. Die Natur kennt diesen Augenblick. Sie eilt nicht. Sie wartet nicht. Sie ist einfach gegenwärtig.

So lädt dieses Bild dazu ein, die Welt nicht nur mit den Augen zu betrachten, sondern mit jener stillen Aufmerksamkeit, aus der Dankbarkeit entsteht. Denn wer lernt, an einem unscheinbaren Weg den Zauber des Morgens zu erkennen, wird entdecken, dass das Wunder niemals fern gewesen ist. Es hat nur geduldig darauf gewartet, gesehen zu werden.

Teile diesen Beitrag