Kalenderblatt
23. Oktober

Die roten Berge am goldenen Silbersee

Kalenderblatt vom 23. Oktober
„Die roten Berge am goldenen Silbersee“
„The red mountains at the golden Silver Lake“
„Las montañas rojas al Plato Lago oro“

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Zwischen mächtigen roten Felsformationen öffnet sich ein schmaler Raum. Dahinter liegt ein goldenes Licht, das weder eindeutig Sonnenaufgang noch Sonnenuntergang ist. Die Zeit scheint stillzustehen. Was bleibt, ist ein Augenblick zwischen Vergehen und Werden.

Die roten Berge wirken wie uralte Zeugen einer bewegten Erdgeschichte. Ihre zerklüfteten Oberflächen erzählen von Kräften, die formen, aufbrechen und verwandeln. Das Rot ist intensiv, beinahe glühend. Es trägt die Energie des Feuers in sich, aber auch die Schwere und Beständigkeit der Materie.

Im Zentrum des Bildes geschieht etwas Entscheidendes: Die massiven Formen weichen auseinander und geben den Blick frei auf eine andere Wirklichkeit. Das Gold erscheint wie eine stille Gegenkraft zur Unruhe der roten Landschaft. Es drängt sich nicht auf. Es ist einfach da.

Vielleicht liegt gerade darin das Geheimnis dieses Bildes. Nicht das Licht muss sich seinen Weg bahnen, sondern die Materie muss sich öffnen, damit es sichtbar werden kann.

„Die roten Berge am goldenen Silbersee“ erzählt von dieser Öffnung. Von der Möglichkeit, hinter den vertrauten Formen der Welt etwas zu entdecken, das sich unserem unmittelbaren Zugriff entzieht.

Der Betrachter steht gewissermaßen an einer Schwelle. Er kann in der Landschaft verweilen oder sich auf das einlassen, was jenseits der roten Berge aufscheint.

Das Bild gibt keine Antwort. Es öffnet einen Raum, in dem eine Antwort entstehen könnte.

Vielleicht beginnt jede wirkliche Veränderung mit einem solchen Augenblick: wenn das Vertraute für einen Moment zurücktritt und wir ahnen, dass die Wirklichkeit größer ist als das, was wir sehen.

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Kalenderblatt
23. Oktober

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Das Kalenderblatt zum 23. Oktober
„Monte Curiano Blick auf Civitella Marittima“
„View of Civitella Marittima“
„Vista de Civitella Marittima“

Aquarell auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm

Es ist eine Landschaft, die weniger von einem Ort erzählt als von der Erinnerung an ihn. Zwei Bäume stehen im Vordergrund, ihre Kronen leuchten in warmen Gelb-, Orange- und Rottönen, als hätten sie das Licht eines ganzen Sommers in sich bewahrt. Zwischen ihnen erscheint, klein und dunkel, die Silhouette eines fernen Ortes.Die Bäume wirken wie stille Wesen, die einander über eine unsichtbare Entfernung hinweg begegnen. Ihre Kronen scheinen sich beinahe zu berühren, während ihre Stämme fest in einer Landschaft stehen, deren Boden sich in zarten Farbschleiern aufzulösen beginnt.

Nichts in diesem Bild ist vollkommen greifbar. Die Farben fließen ineinander, Entfernungen verlieren ihre Eindeutigkeit. Das Dorf am Horizont könnte ebenso gut eine Erinnerung sein, ein Ort, den man einmal gesehen hat und dessen Erscheinung sich im Gedächtnis verändert.

Gerade darin liegt der eigentümliche Zauber dieser Landschaft. Sie zeigt nicht einfach einen Blick auf Civitella Marittima, sondern jenen flüchtigen Augenblick, in dem äußere Wahrnehmung und innere Bilder miteinander verschmelzen.

Die Landschaft wird zum Erinnerungsraum. Was bleibt, ist weniger die Gewissheit eines Ortes als das Gefühl, dort gewesen zu sein.

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