
Das Kalenderblatt zum 26. Dezember
“Drei Versprechen und ein Zweifel”
“Three Promises and One Doubt”
“Tres promesas y una duda”
Aquarell, Kohle auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
Dieses Bild ist ein leiser Moment des Innehaltens, festgehalten zwischen Farbe, Linie und Atem. Links steigen drei zarte Formen empor, wie Samen, Ballons oder unausgesprochene Gedanken. Sie tragen Farbe in sich, aber keine Schwere. Sie stehen für Möglichkeiten, für Versprechen, die noch nicht eingelöst, aber bereits gespürt sind. Ihre feinen Stiele wirken verletzlich und zugleich entschlossen, als hätten sie sich aus dem Unsichtbaren gelöst, um einen ersten Schritt ins Dasein zu wagen.
Rechts hingegen verdichtet sich das Unklare. Eine Figur, aus suchenden Linien geboren, ringt um Kontur, um Halt, um Bedeutung. Sie ist kein Gegenüber, sondern ein innerer Zustand: Zweifel, Bewegung, Selbstbefragung. Diese Linien sind nicht chaotisch, sie sind ehrlich. Sie zeigen den Moment, in dem Denken noch tastet und Gewissheit sich verweigert. Genau hier entsteht Spannung: zwischen dem sanften Aufsteigen links und dem unruhigen Kreisen rechts.
Der helle, offene Hintergrund ist kein bloßer Raum, sondern eine Einladung zur Projektion. Er lässt Luft zwischen den Elementen, schafft Stille, erlaubt dem Betrachter, sich selbst in diese Schwebe einzuschreiben. Das Bild erzählt nicht laut, es flüstert. Es sagt: Wachstum geschieht nicht ohne Zweifel. Hoffnung braucht kein perfektes Gleichgewicht, sondern den Mut, unvollständig zu sein.
„Drei Versprechen und ein Zweifel“ ist damit kein Widerspruch, sondern ein ehrliches Versprechen an das Leben selbst. Denn wo Zweifel sichtbar werden darf, gewinnen Versprechen an Tiefe. Dieses Werk erinnert daran, dass Entwicklung nicht linear ist, sondern ein zartes Zusammenspiel aus Vertrauen und Fragilität und dass genau darin ihre Schönheit liegt.
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