Kalenderblatt
24. Januar

Kalenderblatt zum 24. Januar

Das Kalenderblatt zum 24. Januar
“Störung im Feld”
“Disturbance in the Field”
“Perturbación en el campo”

Mixed Media auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Eine Störung im Feld, die sich nicht höflich ankündigt, sondern spürbar durch die Oberfläche drückt: als goldgelber Kern, der sich wie eine innere Glut aus der grauen Matrix herausarbeitet. Du blickst nicht auf eine Szene, sondern auf einen Moment, in dem etwas Ursprüngliches sichtbar wird, etwas, das längst da war, nur nicht zugänglich. Die Umgebung wirkt rau, widerständig, wie ein Gewebe aus Spuren, Schraffuren, Reibung. Und genau darin liegt die Kraft: Das Gelb erscheint nicht dekorativ, sondern errungen. Es ist ein Licht, das nicht „schön sein“ will, sondern wahr.

Die Komposition spielt mit einem faszinierenden Gegensatz: außen das Geräusch der Welt, innen der komprimierte Sinn. Das graue Feld wirkt wie ein dichtes System aus Gedanken, Routinen, Erinnerungen, innerem Lärm, ein Terrain, das alles überzieht und kontrolliert. Und mitten darin: eine Form, die wie ein Fundstück wirkt, wie eine freigelegte Schicht, wie eine entdeckte Platte im Gestein. Dieses „Fenster“ aus Gelb ist kein Ausweg , es ist ein Hinweis. Ein Signal: Hier passiert etwas. Hier bricht etwas durch.

Das Gelb selbst ist nicht glatt, nicht makellos, nicht plakativ. Es hat Tiefe, Unruhe, Struktur. Es leuchtet nicht wie eine Oberfläche, sondern wie ein Inneres, das sich bewegt. Genau deshalb wirkt es so lebendig: Es trägt eine Wärme unter Druck, eine Art von verdichteter Energie, die nicht explodiert, sondern standhält. Dieses Gelb ist nicht naiv. Es ist reif, durchlebt, gefiltert – ein Licht, das schon Schatten kennt. Und während das Auge versucht, Formen zu greifen, entsteht etwas Subtiles: ein innerer Sog. Man will näher heran, weil das Bild etwas verspricht, das man nicht sofort benennen kann, Bedeutung ohne Erklärung.

Die Linien ringsum wirken wie ein nervöses Netz, wie ein Feld aus Störungen, Überlagerungen, Widerständen. Man spürt darin das, was uns im Alltag oft umgibt: das permanente Rascheln der Anforderungen, die Spuren der Vergangenheit, die ständigen Impulse von außen. Doch das Bild dreht dieses Verhältnis um. Es sagt nicht: „So ist die Welt.“ Es sagt: Trotzdem. Trotz der Überlagerungen, trotz der Reibung, trotz des Lärms existiert eine Mitte, die nicht verschwindet. Eine Zone, die nicht diskutiert, nicht argumentiert, nicht um Zustimmung bittet. Sie ist einfach da,  als Leuchtkern.

Und genau hier wird dieses Werk so überzeugend: Es ist abstrakt, aber nicht beliebig. Es bleibt offen, aber nicht leer. Es fordert nichts  und trifft doch. Denn es spricht die Sprache einer Erfahrung, die viele kennen: der Moment, in dem man merkt, dass im Inneren etwas arbeitet, etwas drängt, etwas endlich sichtbar werden will. Nicht als perfektes Ergebnis, sondern als Wahrheit in Bewegung. Dieses Bild ist die visuelle Übersetzung eines inneren Umschlags: von „funktionieren“ zu fühlen, von „überdecken“ zu freilegen, von „alles ist grau“ zu da ist Gold darunter.

„Störung im Feld“ ist damit kein Störgeräusch, es ist ein Durchbruch. Eine Störung, die erlöst, weil sie das System kurz unterbricht und Platz schafft für das, was wesentlich ist. Ein Bild wie ein stiller Widerstand gegen das Übermaß. Ein Werk, das nicht nur betrachtet werden will, sondern das im Betrachter etwas aktiviert: die Erinnerung an das eigene Licht, das nicht immer sichtbar ist  aber immer vorhanden.

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