
Kalenderblatt vom 21. Oktober
„Annäherung an Golgatha“
„Approximation to Golgotha“
„Aproximación a Gólgota“
Acryl, Pigment auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm
Golgatha ist kein Ort. Es ist ein Zustand.
Die Farbe brennt. Gelb, Rot und Schwarz drängen gegeneinander, verletzen sich, durchdringen sich. Nichts bleibt unversehrt. Die Malerei wird zum Schauplatz einer inneren Erschütterung.
Inmitten dieser Unruhe ruht eine Scheibe. Schwer, erdhaft, beinahe stumm. Ist es eine Sonne, die ihr Licht verloren hat? Ein Stein, der den Weg versperrt? Oder das Antlitz eines Wesens, das sich jeder Darstellung entzieht?
Das Kreuz ist nicht gemalt. Und doch ist es gegenwärtig. Es entsteht aus den Spannungen, den Brüchen, den Verwundungen der Farbe.
Hier wird kein Leiden illustriert. Hier wird um etwas gerungen, das jenseits des Sichtbaren liegt.
Golgatha ist nicht das Ende eines Weges. Es ist jener Augenblick, in dem der Mensch an die Grenze seiner selbst gelangt.
Was dort geschieht, lässt sich nicht darstellen.
Man kann sich ihm nur annähern.