
Kalenderblatt zum 21. Oktober
„Das Gedächtnis der Sonne“
„The Memory of the Sun“
„La memoria del sol“
Acryl, Goldkarton und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm
Vier Farbräume begegnen einander. Rot, Gelb, Blau und Grün. Sie bilden eine Ordnung, doch keine vollkommene. Ihre Grenzen sind nicht unüberwindbar, ihre Oberflächen nicht unberührt. Die Farbe trägt Spuren, Verdichtungen und Verletzungen. Sie scheint eine Geschichte zu besitzen, die weit über den Augenblick hinausreicht.
Im roten Feld ruht ein kleiner, von rhythmischen Linien durchzogener Kreis. Er erinnert an eine Sonne, doch sein Licht strahlt nicht nach außen. Es scheint in seinem Inneren bewahrt zu sein, eingeschrieben in die Bewegung seiner Linien.
Zwischen der Strenge der geometrischen Komposition und der Lebendigkeit ihrer malerischen Oberflächen entsteht eine eigentümliche Spannung. Ordnung und Bewegung, Beständigkeit und Veränderung stehen einander gegenüber, ohne sich aufzuheben.
Das Bild erzählt keine Geschichte im herkömmlichen Sinn. Es bewahrt vielmehr die Ahnung einer Erfahrung, die sich der Sprache entzieht.
Vielleicht ist Erinnerung nichts anderes als Licht, das in der Materie zurückgeblieben ist.