Kalenderblatt
19. Oktober

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Das Kalenderblatt zum 19. Oktober
“Aus der Asche des Morgens“
“Out of the Ashes of Morning”
“De las Cenizas de la Mañana”

Aquarell, Acrylpaste auf Aquarellpapier ca 21 x 15 cm

Ein Bild wie ein inneres Erwachen. Rot glüht die Erde, als hätte sie etwas Entscheidendes überstanden, ein Feuer, das nicht zerstört, sondern verwandelt. Schwarze, karge Bäume recken sich wie stumme Zeugen einer Nacht, die alles genommen hat, um Raum für etwas Neues zu schaffen. Und über ihnen breitet sich ein zarter Hauch von Licht aus, als wolle der Tag selbst sagen: Ich bin wieder da, aber anders als zuvor.

Dieses Werk spricht von Übergängen, von der stillen Kraft, die aus dem Loslassen entsteht. Es erinnert an jene Momente im Leben, in denen man alles verloren glaubt und plötzlich erkennt, dass genau darin der Beginn einer tieferen Wahrheit liegt. Wer dieses Bild betrachtet, fühlt vielleicht eine Ahnung davon, wie sich Wandlung anfühlt: rau, ehrlich, ungeschönt und doch voller stiller Hoffnung.

Auf einer emotionalen Ebene berührt das Aquarell das Spannungsfeld zwischen Schmerz und Neubeginn. Es ist, als hätte man die unsichtbaren Schichten menschlicher Erfahrung sichtbar gemacht, jene Zonen, in denen Trauer in Klarheit und Dunkelheit in Erkenntnis übergeht. Spirituell gesehen zeigt sich hier die Bewegung des Lebens selbst: Nichts bleibt, wie es war. Doch alles trägt den Keim des Lichts in sich, selbst in der Asche.

Sozial oder politisch gelesen, könnte das Werk an kollektive Krisen erinnern,  an die Wunden einer Welt, die sich im Umbruch befindet. Aber die Botschaft bleibt dieselbe: Nach jeder Zerstörung ruft das Leben leise nach Erneuerung.

Das Bild stellt Fragen, die man nicht einfach beantwortet, sondern in sich nachhallen lässt:
Was bleibt, wenn alles Alte vergeht?
Welche Farbe hat mein eigener Neubeginn?
Und bin ich bereit, durch das Feuer meiner Erfahrungen zu gehen, um zu dem zu werden, der ich wirklich bin?

In dieser Malerei liegt keine Erklärung,  sondern eine Einladung: innezuhalten, zu spüren, hinzusehen. Vielleicht erkennt der Betrachter in den verkohlten Bäumen die Spuren seiner eigenen Geschichte. Vielleicht sieht er in der Glut der Erde den Mut, neu zu beginnen. Und vielleicht spürt er – ganz leise – dass dieses Bild nicht nur ein Landschaftsfragment zeigt, sondern einen Spiegel der Seele, gemalt im Moment des Erwachens.

„Dieses Werk erinnert dich daran, dass Wandel Schönheit hervorbringt. Vielleicht auch in dir.“?

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