
Kalenderblatt vom 14. Januar
“Zwerge im Nebel mit geklautem Schokoladenpudding”
“Dwarfs in the fog with stolen chocolate pudding”
“Enanitos en niebla con flan de chocolate robado”
Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Acrylpapier ca. 21 x 15 cm
In diesem Werk öffnet sich eine vielschichtige Bildwelt, in der sich stoffliche Dichte und poetische Fantasie zu einer unverwechselbaren Erzählung verweben. Die reliefartigen Strukturen wirken wie erodierte Felslandschaften, wie Sedimente einer Zeit, die sich Schicht um Schicht eingeschrieben hat. Zwischen groben Oberflächen, sanft verwischten Übergängen und kühlen Blaunuancen entsteht eine Atmosphäre, die sowohl geheimnisvoll als auch lebendig erscheint, ein Ort, an dem Nebel, Gestein und Traum gleichermaßen Gestalt annehmen.
Die Materialität des Werkes ist seine Sprache: Acryl, Acrylpaste und Quarzsand erzeugen eine taktile Präsenz, die beinahe physisch spürbar ist. Die Oberfläche scheint zu atmen, zu fließen, sich zu verschieben. Jede Spur wirkt wie ein Abdruck von Bewegung, wie ein Echo unsichtbarer Prozesse. Man spürt Widerstand und Aufbruch, Verdichtung und Öffnung, als würde das Material selbst Geschichten einer inneren Landschaft erzählen. In diesem Wechselspiel aus Rauheit und Weichheit entfaltet sich eine Spannung, die das Bild zugleich monumental und intim erscheinen lässt.
Zwischen den Strukturen beginnen sich imaginäre Figuren abzuzeichnen, winzige, schelmische Wesen, die wie Zwerge im Nebel durch die feinen Vertiefungen wandern. Sie wirken nicht klar sichtbar, sondern angedeutet, hineingewoben in die amorphen Formen, als Teil eines magischen Parallelraumes. Hier setzt die humorvolle Bildidee ein: der „geklaute Schokoladenpudding“ erscheint wie ein poetisches Rätsel, ein augenzwinkerndes Motiv, das die Ernsthaftigkeit der Textur bricht und der Komposition einen subversiven, spielerischen Kern verleiht. Es ist, als würde das Werk selbst schmunzeln, verborgen, leise, intelligent.
Diese Verbindung aus archaischer Tiefe und kindlicher Imagination macht das Bild zu einer Metapher für das Menschliche: für jene Ebenen unseres Inneren, in denen Erinnerungen, Träume, Humor und Schatten nebeneinander existieren. Der Betrachter wird eingeladen, nicht nur zu sehen, sondern mitzudeuten, eigene Geschichten in die Strukturen einzuschreiben, wie Spuren im Nebel, die sich immer wieder neu formen.
So wirkt das Werk wie ein Übergangsraum zwischen Materie und Mythos, zwischen Ernst und Leichtigkeit, zwischen Symbol und Spiel. Es transformiert Oberfläche zu Bedeutung und macht sichtbar, dass selbst im Rohstoff der Realität ein funkenhaftes, poetisches Geheimnis verborgen liegt.
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