
Das Morgenbild zum 14. Februar
“Verdichtung I”
“Condensation I”
“Condensación I”
Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm
„Verdichtung I“ ist kein Bild, das sich erklärt, es zieht sich zusammen. Es sammelt, presst, bündelt. Farbe lagert sich wie Erinnerung ab, Schicht um Schicht, verdickt sich zu Bedeutung, wird rau, widerständig, kompromisslos präsent. Nichts fließt beiläufig, nichts bleibt leicht. Alles steht unter Druck.
Die erdigen Rottöne sprechen von archaischer Kraft: von Feuer, Reibung, innerer Glut. Sie erinnern an Prozesse, die Zeit brauchen, an Hitze, die nicht zerstört, sondern verwandelt. Dazwischen liegen dunklere Einschlüsse wie Narben eines inneren Weges, Spuren dessen, was durchlebt, nicht umgangen wurde. Dieses Bild beschönigt nichts. Es zeigt, was entsteht, wenn Erfahrung nicht verdünnt, sondern ausgehalten wird.
In den violetten Durchbrüchen öffnet sich ein Gegenraum. Ein leiser Atemzug im Massiven. Ein Moment von Durchlässigkeit, der andeutet, dass selbst im höchsten Maß der Verdichtung Bewegung bleibt. Hier wird spürbar: Verdichtung ist kein Stillstand, sondern ein Zustand maximaler Spannung, kurz bevor sich etwas neu ordnet.
Das Bild hält genau diesen Augenblick fest, den Punkt größter Konzentration, an dem das Wesentliche gesammelt ist und alles Überflüssige verbrannt wurde. Es ist kein Ende, sondern ein Übergang. Ein Innehalten vor dem nächsten Schritt.
„Verdichtung I“ wirkt wie ein visuelles Manifest innerer Prozesse. Es fordert den Blick heraus, näherzukommen, langsamer zu werden. Denn erst im genauen Hinsehen zeigt sich: Hier verdichtet sich nicht nur Farbe – hier verdichtet sich Erfahrung.
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