Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
3. März

Und immer wieder finden sich Spuren zum Licht

Das Kalenderblatt zum 3. März
“Und immer wieder finden sich Spuren zum Licht”
“Again and again there are signs to the light”
“Una y otra vez hay señales al luz”

Aquarell auf Aquarellbütten ca 21 x 15 cm

Zwei organisch wachsende Farbräume rahmen eine helle Mitte, wie Ufer eines unsichtbaren Stroms. Links verdichten sich warme Ocker-, Gold- und Erdtöne, durchzogen von vertikalen, beinahe baumartigen Strukturen. Rechts antworten lebendige Grünnuancen, lichtdurchzogen, hoffnungsvoll. Zwischen diesen beiden Polen öffnet sich ein Weg, nicht klar definiert, nicht gepflastert, sondern angedeutet, tastend, im Werden begriffen. Das Auge folgt dieser Spur intuitiv. Es wird hineingezogen in die helle Zone am Horizont, wo das Licht nicht grell, sondern verheißungsvoll und still erscheint.

Die Komposition lebt vom Kontrast zwischen Dichte und Offenheit. Die seitlichen Formen wirken fast wie innere Wälder, Erinnerungen, Erfahrungen, vielleicht auch Zweifel. Sie sind nicht bedrohlich, sondern präsent. Erdverbunden. Gewachsen. Und doch führen sie nicht in sich selbst zurück. Alles in diesem Bild strebt nach vorne, nach innen, nach oben. Zum Licht.

Das Aquarell als Technik verstärkt diese Aussage auf subtile Weise. Die verlaufenden Pigmente, die weichen Übergänge, das Ineinanderfließen von Farbe und Wasser erzeugen eine Atmosphäre von Prozesshaftigkeit. Nichts ist hart konturiert. Nichts ist abgeschlossen. Das Licht entsteht nicht als fertige Gewissheit, es offenbart sich im Durchgang. Genau darin liegt die poetische Botschaft dieses Werkes: Orientierung ist kein statischer Zustand, sondern ein lebendiger Vorgang.

Bemerkenswert ist auch die Farbdramaturgie. Das warme Gelb im linken Bereich wirkt wie gespeicherte Sonnenenergie, wie gelebtes Leben. Das Grün auf der rechten Seite trägt Frische, Neubeginn, Regeneration in sich. Dazwischen fließt ein heller, fast silbriger Ton, wie ein innerer Fluss der Klarheit. Diese Balance erzeugt eine stille Spannung, die den Betrachter nicht loslässt.

Dieses Bild spricht zu Menschen, die Wege kennen. Umwege. Dunklere Phasen. Zeiten der Verdichtung. Und die dennoch erfahren haben: Es gibt immer wieder Spuren zum Licht. Man muss sie nicht erzwingen. Man darf sie entdecken.

Als Kunstwerk im Format von ca. 21 x 15 cm wirkt es intim, beinahe wie eine persönliche Botschaft. Es lädt nicht zur schnellen Betrachtung ein, sondern zur Begegnung. Wer sich darauf einlässt, spürt: Dieses Aquarell ist kein Landschaftsbild im klassischen Sinn. Es ist eine Seelenlandschaft. Eine Erinnerung daran, dass selbst in Übergängen, in Zwischenräumen, in noch ungeklärten Wegen ein Leuchten angelegt ist.

Und vielleicht ist das die tiefste Qualität dieses Werkes: Es schenkt keine fertige Antwort. Es öffnet einen Horizont.

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Kalenderblatt
2. März

Die Geschmackselite hat zugeschlagen

Kalenderblatt vom 2. März
“Die Geschmackselite hat zugeschlagen”
“The elite of  tastefulness has hit”
“La élite del buen gusto ha dado en el blanco”

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Die Geschmackselite hat zugeschlagen“  ist ein Kommentar. Ein visueller Schlagabtausch zwischen Oberfläche und Aussage, zwischen Ästhetik und Ironie. Auf den ersten Blick begegnet uns eine vibrierende, fast majestätische violette Fläche, rau, geschichtet, lebendig. Sie wirkt wie ein geadelter Hintergrund, würdevoll, kulturell aufgeladen, beinahe sakral. Und genau hier beginnt das Spiel.

In dieses Feld aus Würde und Tiefe schlagen geometrische Fragmente ein: ein scharf gesetztes Gelb, ein selbstbewusstes Rot, ein asketisches Weiß, ein auftrumpfendes Orange. Sie stehen nicht harmonisch nebeneinander, sie behaupten sich. Jede Form ist eine Entscheidung. Jede Farbe ein Statement. Nichts fließt, nichts ordnet sich unter. Es ist, als hätten sich hier ästhetische Machtansprüche materialisiert.

Der Titel setzt den Ton: „Die Geschmackselite hat zugeschlagen.“ Das klingt nach Urteil. Nach Selektion. Nach einem unsichtbaren Gremium, das definiert, was gilt  und was nicht. Doch das Bild selbst verweigert sich dieser Hierarchie. Es wirkt wie eine ironische Demontage genau jener Instanz, die vorgibt, über Geschmack zu verfügen. Die geometrischen Elemente scheinen zufällig  und sind doch präzise gesetzt. Sie wirken spontan und sind doch komponiert. Genau darin liegt die Provokation: Wer entscheidet hier eigentlich über Qualität?

Das weiße Querformat durchschneidet die Komposition wie ein Balken, vielleicht eine Barriere, vielleicht ein Maßstab. Das aufragende Gelb behauptet sich wie eine Säule. Das rote Element wirkt wie ein Ausrufungszeichen. Und das Dreieck – spitz, fordernd – bringt Bewegung ins Gefüge. Alles steht in Spannung zueinander. Kein Element dominiert  und genau das ist die Botschaft.

Die Materialität verstärkt diesen Diskurs. Acryl und Acrylpaste auf Aquarellbütten – das ist keine glatte, gefällige Oberfläche. Das ist Widerstand. Struktur. Körper. Die Textur des Violetts erzählt von Überlagerung, von Geschichte, von Tiefe. Darüber: klare Kanten, fast plakativ. Intuition trifft auf Kalkül. Emotion auf Konzept.

Dieses Werk ist kein dekoratives Statement. Es ist eine Haltung. Es fragt nicht, ob es gefällt. Es fragt, wer zu urteilen glaubt. Und es konfrontiert uns mit einer unbequemen Wahrheit: Geschmack ist Macht. Und Macht wird inszeniert.

Doch hier wird sie entlarvt. Mit Farbe. Mit Form. Mit Ironie.

„Die Geschmackselite hat zugeschlagen“ ist ein subtiles Manifest gegen das Diktat des Gefallens. Es ist eine Einladung, sich vom Urteil zu befreien – und die eigene Wahrnehmung zur Instanz zu machen.

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