Kategoriearchiv: Remastert

Kalenderblatt
4. November

Dummheit befreit nicht vom Denken

Kalenderblatt vom 4. November
„Dummheit befreit nicht vom Denken“

„Asininity don’t free from thinking“
„La idiotez no libra de pensiamento“

Acryl, Acrylpaste auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Der Titel dieses Werkes ist eine Provokation, ein Aufruf, der sich durch das ganze Bild zieht wie ein stiller, aber unerbittlicher Gedanke. Auf den ersten Blick scheint die Komposition aus blauen, sich überlagernden Strukturen und zwei leuchtend gelben Formen ein reines Farbspiel zu sein, doch wer genauer hinsieht, erkennt, dass hier eine innere Bewegung, ein Aufbrechen des Verdeckten stattfindet.

Wie ein Gedanke, der sich durch Schichten aus Gewohnheit, Nachahmung und Trägheit hindurchbohrt, arbeitet sich das Gelb – Symbol für Bewusstsein, Klarheit und Intelligenz – an der bleiern-blauen Masse ab. Diese steht für das kollektive Denken im Halbschlaf, für Meinungen, die wiedergekäut werden, ohne je wirklich durchdrungen zu sein. Und genau hier beginnt die Mini-Erzählung, die das Bild in sich trägt:

Ein Gedanke wagt sich hervor aus der Tiefe des Gewohnten. Erst zaghaft, dann entschlossener, bricht er die Oberfläche. Doch das Dickicht des „Schon-Gedachten“ hält ihn fest. Nur wer die Mühe des eigenen Denkens nicht scheut, wer durch die Schichten der Bequemlichkeit hindurchgeht, wird das Licht finden, das sich im Gelb offenbart.

Das Werk zeigt, dass Dummheit nicht die Abwesenheit von Intelligenz, sondern die Weigerung zur Erkenntnis ist. Das Denken selbst bleibt Pflicht, selbst dort, wo alles in uns nach Vereinfachung ruft. Die Textur aus Acryl und Paste unterstreicht diesen Widerstand: rau, unruhig, vielschichtig. Denken ist Arbeit, kein glatter Spiegel.

In seiner Größe von 15 x 21 cm entfaltet dieses Werk eine überraschende Wucht. Es ist klein im Format, aber groß im Anspruch. Es konfrontiert uns mit einer unbequemen Wahrheit: Wer denkt, steht allein, aber wer nicht denkt, bleibt gefangen.

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Kalenderblatt
3. November

Daniel und Kim sind in der Maremma

Kalenderblatt vom 3. November
„Daniel und Kim sind in der Maremma „

„Daniel and Kim are in the Maremma“
„Daniel y Kim estan á la Maremma“

Acryl, Acrylpaste, Permanentstift auf Aquarellbütten ca. 15 x 21 cm

Der Titel klingt wie ein poetisches Rätsel, ein Aufbruch in eine Landschaft zwischen Traum und Erinnerung. Das Bild entfaltet seine Magie in glühenden Rottönen, durchzogen von Erdigkeit, Bewegung und geheimnisvoller Tiefe. Man spürt das Knistern der italienischen Sonne, das Flimmern der Luft, die schwere, duftende Erde der Maremma. Über allem liegt ein leuchtendes Rot des Himmels, das zugleich warnend und verheißungsvoll wirkt,  wie ein Sonnenuntergang, der etwas Neues verspricht.

Unten wogt die Erde, fast lebendig, aufgewühlt von innerer Energie. Ein goldgelber Strahl durchschneidet die Szenerie wie eine Achse der Wahrheit, eine Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Vielleicht ist es der Moment, in dem Daniel und Kim still nebeneinander stehen, inmitten dieser Landschaft, deren Farben sie zu umhüllen scheinen. Sie sprechen nicht. Der Wind trägt den Geruch von Salz und Thymian herüber, irgendwo ruft ein Vogel, und in diesem Augenblick begreifen beide, dass alles miteinander verbunden ist: das Licht, die Erde, die Erinnerung.

Die schwarze Linie am oberen Bildrand, fast wie eine ferne Silhouette aus Zypressen und Gedanken, markiert den Horizont zwischen Traum und Wirklichkeit. Sie trennt und verbindet zugleich. Hier endet die Welt der Formen und beginnt die des Fühlens.

Dieses Werk ist eine Reise ins Innere, ein Aufleuchten von Verbundenheit und Erkenntnis, eingefangen in Farbe, Struktur und Geste. „Daniel und Kim sind in der Maremma“ erzählt von einem Moment, in dem sich die Erde öffnet und das Licht in uns hineinfällt,  ein Sinnbild für Liebe, Wandlung und das stille Staunen des Daseins.

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