Kategoriearchiv: Remastert

Kalenderblatt
13. November

Sich beobachten heißt sich verändern

Kalenderblatt vom 13. November
„Sich beobachten heißt sich verändern“

„Keeping a eye on oneself means to change“
„Examinarse esto es evolucionar“

Acryl, Acrylpaste, Pigment auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

Der Titel dieses Werkes öffnet den Raum für eine tiefe innere Bewegung. Auf den ersten Blick scheint die Komposition von klaren, geometrischen Formen und intensiven Farben auf einem erdigen, fast archaisch wirkenden Hintergrund zu beruhen. Doch bei näherer Betrachtung entfaltet sich ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen Struktur und Transformation.

Der braun-goldene Grund wirkt wie die Oberfläche einer alten, von der Zeit gezeichneten Erde, Symbol für die menschliche Erfahrung, das Fundament des Seins. Aus dieser Basis heraus brechen leuchtende Farbformen hervor: Dreiecke und Rechtecke in Rot, Blau, Gelb und Orange, die sich wie Gedanken, Impulse oder Bewusstseinsfunken über die Fläche verteilen. Sie repräsentieren die Vielfalt unserer inneren Anteile, die sich ständig wandeln, sobald wir sie wahrnehmen.

Das goldene Zentrum zieht den Blick magisch an, ein pulsierender Kern, der zugleich Empfänger und Sender ist. Eine feine, goldene Linie scheint von außen in diese Mitte einzudringen, wie ein Strahl des Bewusstseins, der Beobachtung und Erkenntnis bringt. Wo Licht auf Materie trifft, beginnt Veränderung,  so verwandelt sich auch das scheinbar Feste in Bewegung, das Statische in Lebendigkeit.

In diesem Zusammenspiel von Klarheit und Chaos, Geist und Materie, Beobachtung und Wirkung liegt die Essenz des Werkes. Es erinnert uns daran, dass jeder bewusste Blick nach innen ein schöpferischer Akt ist. Sich selbst zu beobachten bedeutet, die eigene Realität neu zu gestalten.

Dieses Bild ist keine bloße Komposition, sondern ein visuelles Mantra: Bewusstheit ist der Beginn jeder Wandlung.

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Kalenderblatt
13. November

M will B missionieren

Das Kalenderblatt zum 13. November

M will B missionieren
Diptychon, Foto und Acryl ca 20 x 15 cm

Ein Diptychon, das in zwei kontrastierenden Szenen ein vielschichtiges Spiel aus Macht, Wandel und spiritueller Bewegung entfaltet. Auf der linken Seite öffnet sich eine von Stelen gesäumte Wegachse, ein Pfad, der zugleich nach oben und unten führen könnte,  Sinnbild eines inneren Auf- und Abstiegs. Der Weg ist durchzogen von einem farbigen Strom, der sich über das Grau des Fotos legt wie ein lebendiger Atem. Die Farbe wird hier zum Bewusstsein, sie bewegt sich frei, fließt, widersetzt sich der Schwerkraft der Realität.

Die rechte Seite zeigt den Einbruch des Unkontrollierbaren: Strenge Architektur, begrenzte Räume,  doch auch hier ergießt sich derselbe Strom. Er bricht durch die Gassen, verwandelt das Starre in Bewegung, das Trockene in ein pulsierendes, fluides Feld. Das, was sich nicht fassen lässt, sucht sich seinen Weg, unabhängig davon, ob man es zulassen will oder nicht.

So wird das Werk zu einer Allegorie über den Versuch, Einfluss zu nehmen, zu formen, zu lenken  und über die eigentliche Unmöglichkeit, Lebendigkeit zu zähmen. Die Mission scheitert nicht, weil sie falsch wäre, sondern weil das Leben selbst größer ist als jede Absicht. Die Farbe als Symbol des Geistes durchdringt beide Welten, verwandelt Kontrolle in Öffnung und Dogma in Bewegung.

Am Ende bleibt ein Eindruck von Spannung und Gleichzeitigkeit: das Heilige und das Profane, das Starre und das Strömende, das Wollen und das Geschehen. „M will B missionieren“ ist kein Angriff, sondern eine Offenbarung, darüber, dass wahre Transformation immer von unten aufsteigt, aus dem Ungeplanten, dem Wilden, dem, was sich nicht missionieren lässt.

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