Archiv der Kategorie: Remastert

Kalenderblatt
20. Dezember

Kalenderblatt zum 20. Dezember

Das Kalenderblatt zum 20. Dezember
„Genesis des Morgens“
„Genesis of the Morning“
„Génesis de la Mañana“

Aquarell auf Aquarellbütten ca 15 x 21 cm

 

Dieses Bild ist kein Morgen, es ist der Moment davor.
Der Augenblick, in dem die Welt noch nicht entschieden hat, ob sie sich zeigt oder verbirgt. „Genesis des Morgens“ erzählt nicht von einem Sonnenaufgang im klassischen Sinn, sondern von der Geburt des Lichts aus dem Ungeformten.

Aus einem atmenden Feld aus Grau, Blau und erdigem Rosa löst sich ein leuchtender Kern. Das Gelb ist kein Farbton, es ist ein Versprechen. Es pulsiert, nicht laut, sondern unabwendbar, wie eine Wahrheit, die sich nicht mehr zurückhalten lässt. Um dieses Zentrum herum liegt die Welt noch im Übergang: Wolkenhafte Strukturen, aufgelöst und zugleich verdichtet, als würde sich Materie erinnern, dass sie einst Licht war.

Die Wasserfarben tun, was sie am besten können: Sie fließen, verlaufen, widerstehen der Kontrolle. Genau darin liegt die Kraft des Bildes. Es gibt keine scharfen Grenzen, keine endgültigen Formen. Alles ist Werden. Alles ist Anfang. Der Morgen entsteht hier nicht durch Klarheit, sondern durch Hingabe.

Was dieses Bild so überzeugend macht, ist seine innere Dramaturgie: Das Licht dominiert nicht, es behauptet sich. Es muss nicht strahlen, um präsent zu sein. Es ist einfach da. Unerschütterlich. Und genau dadurch wirkt es tief spirituell, ohne pathetisch zu werden. Ein Schöpfungsmoment ohne religiöse Symbolik, aber voller Sinn.

„Genesis des Morgens“ wirkt wie ein Spiegel für innere Prozesse. Jeder kennt diesen Zustand: wenn etwas Neues in uns auftaucht, noch zart, noch schutzbedürftig, umgeben von Zweifel, Nebel, Unklarheit – und dennoch nicht mehr aufzuhalten. Dieses Bild hält genau diesen Moment fest.

Es lädt nicht zum schnellen Sehen ein, sondern zum Verweilen. Je länger man bleibt, desto mehr beginnt es zu sprechen. Nicht in Worten, sondern in Stimmungen, Erinnerungen, Ahnungen. Ein Bild, das nicht erklärt, sondern öffnet.

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Kalenderblatt
19. Dezember

Im Strudel der Erleuchtung

Kalenderblatt vom 19. Dezember
„Im Strudel der Erleuchtung“
„In the swirl of enlightenment“
„En la vorágine de la iluminación“

Acryl, Acrylpaste, Quarzsand auf Aquarellbütten ca. 21 x 15 cm

„Im Strudel der Erleuchtung“ öffnet sich als visuelles Initiationsfeld von seltener Dichte. Der Blick wird nicht geführt, sondern unwiderstehlich hineingezogen  in einen kreisenden Blauwirbel, der Bewegung, Tiefe und Auflösung zugleich verkörpert. Dieses Blau ist kein ruhiger Hintergrund, sondern ein aktiver Prozess: ein Strom des Loslassens, der gewohnte Ordnungen zerschmilzt und den Betrachter aus der sicheren Distanz herausholt.

Die Materialität verstärkt diese Wirkung auf eindringliche Weise. Acrylpaste und Quarzsand erzeugen eine spürbare Rauheit, eine Widerständigkeit des Weges, die deutlich macht: Erkenntnis ist kein sanftes Gleiten, sondern ein Durchgang. Erleuchtung zeigt sich hier nicht als Versprechen, sondern als Prüfung, als Bereitschaft, sich vom Strudel erfassen zu lassen, ohne zu wissen, was bleibt.

Im Zentrum des Wirbels leuchtet ein verdichtetes Goldgelb auf. Es wirkt wie ein inneres Sonnenauge, warm, konzentriert, unerschütterlich präsent. Dieses Licht ist nicht laut und nicht triumphierend; es ist still und absolut. Es markiert keinen Endpunkt, sondern einen Zustand reinen Seins, jenen Moment, in dem Denken verstummt und Klarheit zur Erfahrung wird.

Am linken Bildrand zieht sich eine feine, vertikale Goldlinie nach oben. Sie wirkt wie eine Schwelle oder Achse, ein Maßstab zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Bewegung und Bewusstsein. Sie erinnert daran, dass jede Transformation einen Übergang kennt, einen Punkt, an dem Entscheidung möglich wird: Widerstand oder Hingabe.

Der dunkle, ruhende Bogen im unteren Bildbereich verankert das Geschehen. Er steht für Erdung, für das Tragende, für die Notwendigkeit, dass selbst die höchste Einsicht einen Boden braucht, um im Leben wirksam zu werden. Ohne diese Verankerung bliebe Erleuchtung flüchtig; mit ihr wird sie verkörperte Wahrheit.

Dieses Bild verspricht keine schnelle Erhebung und kein spirituelles Abkürzen. Es spricht zu jenen, die bereit sind, Tiefe zuzulassen. „Im Strudel der Erleuchtung“ macht unmissverständlich klar: Erleuchtung ist kein Ziel, das man erreicht,  sie ist ein Prozess, der dich verändert, während du den Mut hast, in ihm zu bleiben.

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